08.07.2015, 06:55 Uhr | 0 |

Galatéa aus Frankreich Alter Industrieroboter wird zum 3D-Drucker für Möbel

Früher hat er bei einem Autohersteller gearbeitet, jetzt ist er ein 3D-Drucker für Möbel: Galatéa aus Frankreich. Das Start-up Drawn wirbt für den umgebauten Industrieroboter auf Kickstarter.

Galatéa bei der Arbeit
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Galatéa bei der Arbeit: Der ehemalige Industrieroboter ist jetzt ein riesiger 3D-Drucker.

Foto: Drawn

Stühle, Hocker, Tische und Accessoires wie große Vasen oder Flaschenregale kommen künftig aus einem ungewöhnlichen 3D-Drucker: Sylvain Charpiot hat einen Industrieroboter, der von einem Autohersteller ausgemustert worden war, in Galatéa verwandelt. Der einarmige Geselle versteht die Sprache von Designern, sofern sie in Form von Bits und Bytes vorliegt. Nach deren Entwürfen produziert er Lage für Lage das, was die Künstler entworfen haben. Auch Design-Amateure können ihre Entwürfe umsetzen lassen.

Roboter Galatéa hat Spritzpistole in der Hand

Charpiot, Geschäftsführer des Start-ups Drawn, hat dem Industrieroboter eine Spritzpistole in die Hand gedrückt, die flüssigen Kunststoff ausspeit. Farben können Kunden beliebig wählen. Gelenkt von einem Computer, der den Entwurf gespeichert hat, führt der Roboter die Spritzpistole über die Unterlage und trägt Schicht für Schicht auf. Das macht er so lange, bis das Objekt fertiggestellt ist. Galatéa schafft Objekte bis 2 m Länge und 1,20 m Höhe. Einfache Stühle produziert der Roboter innerhalb von wenigen Stunden.

Kickstarter-Kampagne ist bereits überfinanziert

Dafür besteht offensichtlich Bedarf. Mit Hilfe der Crowdfundingplattform Kickstarter sammelte Charpiot innerhalb weniger Tage mehr als 20.000 € von rund 200 Unterstützern ein. 15.000 € waren das Ziel, und die Aktion läuft noch länger zwei Wochen. Für 30 € etwa sicherten sich Unterstützer einen Toilettenpapierhalter. 5 € mehr kosten zehn Designer-Kleiderbügel und für 120 € gibt es eine Ottomane.

Unterstützer, die sich die Sache 5000 € kosten lassen, bekommen ein ganzes Möbelset, das sie gemeinsam mit einem Designer entwerfen. Die Objekte werden alle von Galatéa, dem Original, hergestellt. Klone für den Verkauf sollen nicht gebaut werden, allenfalls eine Miniversion, die beispielsweise auf Ausstellungen kleine Objekte fertigen soll.

Und wer die Nase voll hat von seiner individuellen Kollektion, kann sie einfach zum Recycling zurückgeben und sich was Neues ausdrucken lassen.

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Von Wolfgang Kempkens
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