16.03.2015, 11:08 Uhr | 0 |

Pressemitteilung Ingenieur-Einkommen stiegen 2014 um 3,0 Prozent

Starkes Plus in der IT und bei Chemie und Pharma – Minus am Bau – Einstiegsgehälter verbesserten sich um 0,9 Prozent

Die gute konjunkturelle Entwicklung 2014 hat zu einem kräftigen Gehaltsplus bei den Ingenieuren in Deutschland geführt. Im Schnitt stiegen die Einkommen um 3,0 Prozent auf 61.600 Euro im Jahr. Besonders stark legten die Ingenieureinkommen in der IT und der Chemie- und Pharmaindustrie zu. Das ist das Ergebnis der aktuellen Gehaltsstudie 2014 der VDI nachrichten. Für die Studie haben 11.740 Ingenieure ihre tatsächlichen Einkommensdaten aus dem Jahr 2014 zur Verfügung gestellt. Auffallend ist in diesem Jahr, dass vor allem die variablen Gehaltsbestandteile wie Prämien und Gewinnanteile erstmals wieder auf das Niveau vor der Krise 2008 gestiegen sind.

In der IT und der Chemie- und Pharmaindustrie hat sich die gute Branchenkonjunktur besonders stark auf die Einkommen ausgewirkt. In beiden Branchen stiegen vor allem die variablen Einkommensbestandteile überdurchschnittlich. Ingenieure ab zwei Jahren Berufserfahrung verdienten 2014 in der Chemie- und Pharmaindustrie im Schnitt 76.500 Euro, davon waren 6.600 Euro variable Zulagen. Damit hat die Branche ihren Einkommensvorsprung im Vergleich zu allen anderen Branchen noch einmal deutlich ausgebaut. Nach der Chemie- und Pharmaindustrie verdienen Ingenieure in der IT und in der Automobilindustrie am besten. In beiden Branchen stiegen die Einkommen der berufserfahrenen Ingenieure auf 66.000 Euro im Jahr. Dabei verbesserten sich die IT-Spezialisten um 6.000 Euro, die Ingenieure in der Autoindustrie legten um 2000 Euro zu. In beiden Branchen erreichten die variablen Zulagen 2014 ein Niveau von gut 4.000 Euro.

Um 1000 Euro auf 62.800 Euro erhöhten sich die Einkommen im Maschinen- und Anlagenbau, gefolgt von der Elektro- und Elektronikindustrie (62.000 Euro) und den Energieversorgern (61.000 Euro). Kräftig zulegen konnten auch die Ingenieure, die in Planungs- und Ingenieurbüros arbeiten. Sie verbesserten sich im Schnitt um 2.000 auf 49.400 Euro. Damit liegen sie gleichauf mit den Ingenieuren am Bau, die Einbußen von 2.400 Euro hinnehmen mussten. Das Jahreseinkommen der Bauingenieure liegt damit bei rund 49.800 Euro.

Deutlich schwächer als bei den Ingenieuren mit Berufserfahrung verbesserten sich die Einstiegsgehälter. Sie legten um 0,9 Prozent zu auf im Schnitt 45.000 Euro. Allerdings sind die Unterschiede je nach Branche erheblich. So verdienen Berufseinsteiger in der Chemie- und Pharmaindustrie rund 52.600 Euro im Jahr, am Bau erhalten Berufsanfänger dagegen nur 40.000 Euro, 42.000 Euro gibt es in der IT und bei Ingenieur- und Planungsbüros. Der geringe Anstieg bei den Einstiegsgehältern erklärt sich vor allem durch die Vielzahl von Berufsanfängern, die durch die Einführung von Bachelor-Abschlüssen und die doppelten Abiturjahrgänge auf den Markt drängen.

Bemerkenswert ist 2014 der kräftige Anstieg der variablen Einkommensbestandteile wie Gewinnbeteiligungen. Mit einem durchschnittlichen Anteil von 8,6 Prozent am Jahreseinkommen liegen die variablen Vergütungsbestandteile erstmals wieder über dem Vorkrisenniveau. Dabei ist der Anteil variabler Einkommensanteile bei Ingenieuren in verantwortungsvolleren Positionen besonders stark gestiegen. So beträgt der Anteil bei einem Bereichsleiter 9,1 Prozent, 2013 lag der Anteil bei 6,3 Prozent.

Nur noch gering sind die Unterschiede der Einkommen von Frauen und Männern. Vergleicht man Ingenieure und Ingenieurinnen in vergleichbaren Positionen und mit ähnlichen Qualifikationen, lag der Unterschied 2014 bei 4,6 Prozent. Das war allerdings etwas mehr als 2013, als die Differenz bei 3,8 Prozent lag. Zum Vergleich: 2011 betrug der Unterschied noch 6,1 Prozent. Für diese Zahlen haben die VDI nachrichten die Einkommen von jeweils 350 Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen als Ingenieur-Sachbearbeiter und Projektingenieure, in gleichen Branchen und mit vergleichbaren Qualifikationen untersucht.

Die Studie der VDI nachrichten basiert auf den tatsächlichen Daten von 11.740 Ingenieuren, die von Januar bis Dezember 2014 ihre Einkommenswerte, beruflichen Qualifikationen und Tätigkeitsmerkmale in die Gehaltsdatenbank auf ingenieurkarriere.de eingegeben haben. Damit verfügen die VDI nachrichten über die größte und differenzierteste Datenbasis tatsächlicher Einkommensdaten von Ingenieuren in Deutschland. Seit 2002 haben sich mehr als 154.000 Ingenieure an der Erhebung beteiligt.

Chemie beflügelt Einkommen im Rheinland – Osten hinkt weiter hinterher

Bremen bleibt Schlusslicht im Westen – Hohe Einkommen auch in Stuttgart, Frankfurt und im Ruhrgebiet

Das Rheinland ist in Deutschland die Region mit den höchsten Ingenieureinkommen. Vor allem die starken Einkommenssprünge der Ingenieure in der Chemie- und Pharmaindustrie und der IT haben die Ingenieureinkommen 2014 noch einmal nach oben getrieben. Das ist das Ergebnis der Gehaltsstudie 2014 der VDI nachrichten, die auf den tatsächlichen Einkommensdaten von 11.740 Ingenieuren basiert. Danach stiegen im Rheinland, wo die Chemie besonders im Raum Köln, Leverkusen und Düsseldorf stark vertreten ist, die Einkommen auf das höchste Niveau in Deutschland. In Köln und Düsseldorf lag 2014 das Jahreseinkommen berufserfahrener Ingenieure bei rund 65.000 Euro. Nach dem Rheinland folgen die Ingenieure im Raum Nürnberg (61.900 Euro), in Stuttgart (60.700), im Rhein-Main-Gebiet (60.000) und im Ruhrgebiet (59.800). Dahinter liegen die Ballungsräume Hannover (58.500) und München (57.200).

Weiterhin erheblich weniger verdienen Ingenieure in Ostdeutschland, Berlin und Norddeutschland. Dresden, weiterhin ein wichtiger Ballungsraum für Ingenieure im Osten, bildet mit einem Schnitt von 44.100 Euro das Schlusslicht. Immerhin legte die Region um 1.200 Euro zu. Die Ingenieure in Berlin kommen auf 48.200 Euro Jahreseinkommen, das sind 1.000 Euro weniger als 2013. Damals hatten die Berliner zum westdeutschen Schlusslicht Bremen aufgeschlossen. Doch die Ingenieure in Bremen haben sich 2014 um 1.500 auf 52.200 Euro Jahreseinkommen verbessert. Damit ist aber Bremen immer noch der Ballungsraum im Westen mit den niedrigsten Ingenieureinkommen. Hamburg kommt auf einen Schnitt von 56.000 Euro.

Die Studie basiert auf den tatsächlichen Daten von 11.740 Ingenieuren, die von Januar bis Dezember 2014 ihre Einkommenswerte, beruflichen Qualifikationen und Tätigkeitsmerkmale in die Gehaltsdatenbank auf ingenieurkarriere.de eingegeben haben. Damit verfügen die VDI nachrichten über die größte und differenzierteste Datenbasis tatsächlicher Einkommensdaten von Ingenieuren in Deutschland. Seit 2002 haben sich mehr als 154.000 Ingenieure an der Erhebung beteiligt.

Wer als Ingenieur sein aktuelles Gehalt überprüfen möchte, kann kostenfrei auf ingenieurkarriere.de/gehaltstest seine Daten anonym eingeben und erhält umgehend einen realistischen Vergleich seiner Zahlen.

Ingenieure arbeiten deutlich länger als vereinbart

Jeder Zweite erhält kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld

Die meisten Ingenieure in Deutschland arbeiten deutlich länger als vereinbart. Obwohl 84 Prozent der Ingenieure eine vertraglich geregelte Arbeitszeit zwischen 36 und 40 Stunden haben, arbeiten nur 32 Prozent tatsächlich unter 40 Stunden. Mehrarbeit scheint die Regel zu sein. 47 Prozent der Ingenieure haben eine tatsächliche Arbeitszeit zwischen 41 und 45 Stunden, 16,6 Prozent sind bis zu 50 Stunden im Unternehmen tätig. 4,6 Prozent der Ingenieure haben sogar eine tatsächliche Arbeitszeit von mehr als 50 Stunden. Das ist das Ergebnis der neuen Gehaltsstudie 2014 der VDI nachrichten, die auf den tatsächlichen Einkommens- und Arbeitszeitdaten von 11.740 Ingenieuren basiert.

Erstaunlich in der Studie ist der weiterhin hohe Anteil von Ingenieuren, die kein Weihnachts- oder Urlaubsgeld erhalten. Ihr Anteil liegt bei 56 Prozent und damit sogar um ein Prozent höher als 2013. Auch variable Prämien sind bei den berufserfahrenen Ingenieuren noch immer nicht die Regel. 50 Prozent erhielten 2014 erfolgsabhängige Prämien, bei den Berufsanfängern nur 28 Prozent.

Die ausführliche Studie kann auf www.vdi-nachrichten.com/studien bestellt werden.

Pressekontakt:
Axel Mörer-Funk, + 49 170 40 37 880
spress@netcologne.de

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Von Axel Mörer-Funk
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