04.11.2016, 11:41 Uhr | 0 |

Zuwachs in der Metal Eco City So lockt China mittelständische deutsche Unternehmen

In der südchinesischen Provinz Guangdong entsteht in der Stadt Jieyang der größte Galvanikpark Chinas. Auf einer Fläche von 530.000 m2 sollen in elf Gebäuden 43 Galvanikbetriebe entstehen. Die Stadt Jieyang fördert die Ansiedelung mit vielen Millionen Renminbi. Standort ist die Metal Eco City, ein deutsch-chinesisches Pilotprojekt.

Ziel des Galvanikparks ist es, einen deutsch-chinesischen Standort für umweltfreundliche Galvanikproduktion aufzubauen
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Ziel des Galvanikparks ist es, einen deutsch-chinesischen Standort für umweltfreundliche Galvanikproduktion aufzubauen. Begleitet wird der Prozess vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart. 

Foto: Fraunhofer IPA

Es ist ein richtiges Köderpaket, mit dem die Stadt Jieyang den Galvanikpark an den Start bringen will: So erhalten Betriebe, die sich dort niederlassen, Zuschüsse bei der Erneuerung von Maschinen und Technologie. In den ersten drei Jahren bekommen sie 80 % Mietförderung für ihre Produktionsstätten, 50 % in den folgenden zwei Jahren. Als Zückerchen obendrauf übernimmt die Stadt Jieyang die Miete für die Unterkünfte der Mitarbeiter gleich vollständig. Die zentrale Abwasseranlage für die 43 geplanten Galvanikbetriebe wird ab 2017 für fünf Jahre jährlich mit rund 20 Millionen Renminbi (RMB), das sind knapp 2,7 Millionen Euro, bezuschusst.

„Galvanikpark ist eines der Herzstücke der Metal Eco City“

Weitere Mittel stellt die Stadt für ein Fort- und Ausbildungszentrum für Fachkräfte der Galvanikindustrie und für Forschung und Entwicklung bereit. Der Galvanikpark soll ein Leuchtturmprojekt werden, der Vorbildcharakter für ganz China hat. Es gibt in China bisher noch keinen Standard für Galvanotechnik, deshalb sollen Qualitätskriterien für einen Null-Emissions-Standard etabliert werden.

„Der Galvanikpark ist eines der Herzstücke der Metal Eco City – Jieyang gilt als Metall-Mekka Chinas – mehr als 7.600 Metallunternehmen mit 400.000 Arbeitskräften zählt die Branche in der Millionen-Metropole“, sagt Mike de Vries, Vorsitzender der ZhongDe Metal Group GmbH. „Wir wollen ein Galvanikzentrum mit nationaler Strahlkraft aufbauen – umweltfreundliche Galvanikproduktion ist in ganz China von Bedeutung. Jieyang soll zum Vorreiter 'grüner' Galvanikindustrie werden. Bei der Umsetzung setzen wir auf deutsches Know-how.“ 18 der geplanten 43 Betriebe existieren bereits. 

Schnittstelle zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen

Die Anfang 2015 in Stuttgart gegründete ZhongDe Metal Group GmbH dient als Schnittstelle zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen und begleitet deutsche Mittelständler bei einer Ansiedlung in der Metal Eco City. Seit einem Jahr baut die Berliner Alba Group im MEC die erste Anlage im Reich der Mitte zur Herstellung von „Grüner Kohle“ aus Siedlungsabfällen auf.

Diese werden zu Brennstoff umgewandelt, nachdem Schadstoffe separiert und Wertstoffe wiedergewonnen wurden. Mit der Anlage im MEC sollen aus 400.000 t Siedlungsabfall 120 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden, die direkt vor Ort in das Stromnetz eingespeist werden. 

Metal Eco City: Investitionsvolumen von 20 Milliarden Euro

Der MEC ist der erste Industriepark Chinas, der von Unternehmen initiiert wurde und von einem deutschen Management begleitet wird. Hinter der Metal Eco City steht mit der ZhonDe Metal Group Col. Ltd. ein mächtiger Unternehmerverband, in dem sich 700 chinesische Metallunternehmen zusammengeschlossen haben.

Die Metal Eco City entsteht auf einer Fläche von 25 km2 und hat ein Investitionsvolumen von 20 Milliarden Euro.

Sie wollen mehr über China erfahren? Dann lesen Sie den Beitrag "Der Westen versteht China nicht". Der Schweizer China-Experte Professor Harro von Senger erklärt darin die langfristige wirtschaftliche Strategie des Landes.

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Von Detlef Stoller
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