03.04.2014, 15:09 Uhr | 0 |

Reaktion auf Krim-Krise NASA beendet Zusammenarbeit mit Russland im Weltall

Die US-Weltraumbehörde NASA stoppt wegen der Krim-Krise die Zusammenarbeit mit Russland im Weltall. Sie untersagt ihren Mitarbeiter derzeit Reisen nach Russland. Ebenso E-Mail-Korrespondenzen, Telefonate und Videokonferenzen mit russischen Kollegen. Einzige Ausnahme ist derzeit noch die Internationale Raumstation ISS. 

Die Internationale Raumstation ISS
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Nur auf der Internationalen Raumstation ISS will die NASA noch mit Russland zusammenarbeiten. Ansonsten herrscht zwischen den Weltraumbehörden beider Länder Funkstille. 

Foto: NASA

NASA-Mitarbeiter dürfen keinen Kontakt mehr zu russischen Kollegen haben. Diese Konsequenz zieht die US-Raumfahrtbehörde aus der Krim-Krise und veröffentlichte folgendes Statement online: „Angesichts Russlands andauernder Verletzung der ukrainischen Souveränität und territorialen Unversehrtheit hat die US-Regierung bis auf weiteres entschieden, alle NASA-Kontakte zu russischen Regierungsvertretern auszusetzen.“ Die Zusammenarbeit auf der Internationalen Raumstation ISS sei von dieser Maßnahme nicht betroffen. 

Russische Regierungsvertreter haben Hausverbot in Cape Canaveral

NASA-Mitarbeiter dürfen nicht mehr nach Russland reisen, Vertretern der russischen Regierung ist das Betreten der NASA-Einrichtungen untersagt. Neben Cape Canaveral und dem Kennedy Space Shuttle gehören dazu sämtliche Forschungs- und Testzentren sowie Start- und Landeanlagen. Das berichtete die „New York Times“ am Mittwoch unter Berufung auf ein internes NASA-Papier, dessen Echtheit bestätigt wurde. Demnach finden auch keine bilateralen Treffen mehr statt, sämtliche Kontakte per E-Mail und Telefon sowie Videokonferenzen sind eingefroren. 

Für die NASA wird die Arbeit dadurch nicht einfacher. Seitdem sie ihr Shuttle Programm im Sommer 2011 eingestellt hat, kann die US-Raumfahrtbehörde nur noch mit Hilfe Russlands Versorgungsflüge zur ISS starten. Für den Flug der Sojus-Kapsel zur ISS erhält Russland 70 Millionen Dollar pro Reise von der NASA. Sechs weitere Flüge bis zum Jahr 2017 wurden in einem Abkommen bereits vereinbart. 

USA kehrt zu eigenem Shuttleprogramm zurück 

Doch die USA arbeitet parallel an einem eigenen Shuttle-Programm, um von Russland wieder unabhängig zu werden. Eine neue Raumkapsel soll noch dieses Jahr zum Testflug antreten. 

Noch letzte Woche bekräftigte NASA-Chef Charles Bolden in einer Rede vor dem US-Kongress sein Vertrauen in die Raumfahrtpartnerschaft mit Russland und bestätigte eine intakte amerikanisch-russische Raumfahrtbeziehung trotz Moskaus Annexion der Halbinsel Krim. „Im Moment ist alles normal in unserer Beziehung mit den Russen“, so Bolden vor wenigen Tagen. „Ich denke, die Menschen haben vergessen, dass wir die Internationale Raumstation jetzt für 13 Jahre in Folge ununterbrochen besetzen, und das geschah über mehrere internationale Krisen hinweg.“ Jetzt macht die NASA einen radikalen Schnitt – einzig die ISS-Mission bleibt davon unberührt. 

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Von Petra Funk
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