30.05.2014, 13:55 Uhr | 0 |

Fragmentierung hat geschadet Kroes: Mit einem TK-Binnenmarkt können wir Weltmarktführer werden

Die rasche Verwirklichung eines europäischen Binnenmarktes für Telekommunikation (TK) ist für EU-Kommissionsvizepräsidentin Neelie Kroes der Schlüssel dafür, dass Europas TK-Konzerne wieder zu Weltmarktführern werden. 

Satellit des Konzerns Eutelsat startet vom Meer aus.
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Ein Satellit des Konzerns Eutelsat beim Start:  Das Unternehmen zählt zu den Welt-Champions im Bereich der breitbandigen Satellitenkommunikation. EU-Kommissionsvizepräsidentin Neelie Kroes sieht in der raschen Verwirklichung eines europäischen Binnenmarktes für Telekommunikation (TK), auch für andere TK-Konzerne die Chance, wieder zu den Weltmarktführern aufzuschließen.

Foto: Eutelsat

Die Fragmentierung in 28 einzelne Märkte und Erfolge der Vergangenheit hätten dazu geführt, dass sich die Unternehmen ausgeruht haben, sage Kroes in einem Interview mit der am Freitag erscheinenden Wochenzeitung VDI nachrichten. „Leider müssen wir feststellen, dass sich Europas Telekommunikationsindustrie in den zurückliegenden Jahrzehnten auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausgeruht hat. Da wurden Geschäftsmodelle zu wenig der Zeit und dem globalen Wettbewerb angepasst“, kritisiert Kroes. Das werde der europäische Telekom-Binnenmarkt ändern.

Die baldige Verwirklichung des Telekom-Binnenmarktes ohne nationale Schranken sei ein Schlüssel für die Zukunft Europas. „Wenn wir das nächste digitale Zeitalter erreichen wollen, dann darf es keine Fragmentierung mehr geben“, so Kroes. „Es kann auf Dauer nicht sein, dass wir hier in Europa Software aus dem fernen Westen und Geräte aus dem fernen Osten kaufen. Das müssen wir ändern.“

Gesamte Wirtschaft wird profitieren

Das werde auch andere Branchen und die gesamte Wirtschaft beleben. „Alle Wirtschaftszweige im 21. Jahrhundert sind von der digitalen Wirtschaft abhängig“, betont die Vizepräsidentin der EU-Kommission. „Europa braucht mehr denn je kräftige Impulse und diese Impulse können wir in der digitalen Wirtschaft finden. Wenn wir erneut zum digitalen Weltmarktführer aufsteigen – wie wir es in den 90er-Jahren mit dem globalen Standard GSM im Mobilfunk geschafft haben –, dann werden wir auch mehr Investitionen, Arbeitsplätze und Wachstum generieren können.“

Als Beispiel für europäische Weltmarktführer in der TK-Industrie nennt Kroes beispielhaft Eutelsat und Astra. „Europäische Unternehmen wie Eutelsat und Astra sind Welt-Champions im Bereich der breitbandigen Satellitenkommunikation. Heute stehen mehr als 250 Satelliten zur Verfügung, die uns mit 20.000 Fernsehprogramme aus dem erdnahen Weltraum versorgen.“

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Von Axel Mörer-Funk
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