07.02.2015, 06:55 Uhr | 0 |

Euro wird noch weicher Ifo-Präsident Sinn: EZB hat kein Mandat, um Inflation anzukurbeln

Die deutschen Importeure müssen sich offenbar darauf einstellen, Waren und Rohstoffe zu deutlich teureren Bedingungen einkaufen zu müssen. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn geht davon aus, dass das Anwerfen der Druckerpresse durch die EZB schon bald die Stärke des Euro weiter schwächen wird und damit Einkäufe etwa aus dem Dollar-Raum noch teurer werden. 

Containerterminal in Bremerhaven
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Laut Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn müssen sich die deutschen Importeure darauf einstellen, Waren und Rohstoffe zu deutlich teureren Bedingungen einkaufen zu müssen. 

Foto: Ingo Wagner/dpa

„Der abwertende Euro bewirkt sofort und unmittelbar, dass mehr Euros hingeblättert werden müssen, um im Ausland einkaufen zu können“, sagte Sinn im Gespräch mit den VDI nachrichten. „Wir werden also eine importierte Inflation bekommen.“

Zudem rechnet Sinn damit, dass die Exportindustrie höhere Preise durchsetzen kann, ohne Absatzeinbußen im Ausland zu erleiden. „Der erfolgreiche Außenhandel sorgt für höhere Kosten, dem sich auch die binnenwirtschaftlich orientierten Sektoren nicht entziehen können. Zum Beispiel werden die Exporteure mehr Mitarbeiter benötigen und bereit sein, höhere Löhne zu zahlen. Das bringt auch andere Sektoren in Zugzwang.“ Das werde die Inflation zusätzlich anheizen.

Weitere Vermögensverluste für Sparer

Doch für diese Inflationspolitik habe die EZB überhaupt keinen Auftrag, kritisiert Sinn. „Der Haken ist, dass die EZB kein Mandat für eine Wechselkurspolitik hat. Außerdem stellt sich die Frage, ob sie überhaupt Inflation erzeugen darf. Der Maastrichter Vertrag verlangt Preisstabilität. Die EZB hat sich dagegen ein Inflationsziel verpasst. Es lautet auf knapp unter 2 %.“

Um dieses Ziel zu erreichen, müsse die Inflation um zwei Punkte steigen. „Das bedeutet für die Sparer, die ohnehin schon unter der Nullzinspolitik leiden, weitere erhebliche Vermögensverluste.“ Davon sei Deutschland „besonders betroffen, weil die meisten Gelder über Versicherungen und Banken als Finanzanlagen und damit inflationsgefährdet angelegt sind“, erklärt Sinn.

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Von Axel Mörer-Funk
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