22.10.2014, 10:47 Uhr | 0 |

IT-Gipfel in Hamburg Gabriel unterstützt Digitalwirtschaft mit 430 Millionen Euro

Mit 430 Millionen Euro will die Bundesregierung bis 2017 die Digitalwirtschaft fördern. Das kündigte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf dem achten IT-Gipfel in Hamburg an. Der Großteil soll Kompetenzzentren zugute kommen, die den Mittelstand für die Bedeutung von Industrie 4.0 sensibilisieren. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem IT-Gipfel in der Handelskammer Hamburg
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Techniker vor dem TV-Bild von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem IT-Gipfel in der Handelskammer Hamburg: Merkel hat die Unternehmen aufgefordert, beim Netzausbau mehr Risiken einzugehen.

Foto: dpa/Axel Heimken

Die deutsche IT-Wirtschaft sei ein wichtiger Treiber für die digitale Vernetzung der Industrie, sagte Gabriel auf dem nationalen IT-Gipfel in Hamburg. Von den 430 Millionen Euro Fördergeldern sollen unter anderem fünf Kompetenzzentren für den Mittelstand finanziert werden. Sie sollen Wissen über die Chancen und Herausforderungen der Industrie 4.0 vermitteln und mittelständische Unternehmen für die Bedeutung sensibilisieren.

Die Plattform Industrie 4.0 soll unter anderem dazu dienen, dass traditionelle Industriezweige wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Automobilbau stärker in den Dialog um digitale Entwicklungen einbezogen werden. „Wenn 70 Prozent des Mittelstands bei einer Umfrage sagen, IT betrifft sie nicht vorrangig, ist das besorgniserregend“, betonte Gabriel.

50 Millionen Euro für Smart Service Welt

Gabriel will künftig auch internetbasierte Dienstleistungen finanziell fördern. Dazu gehört das Technologieprogramm Smart Service Welt des Bundeswirtschaftsministeriums, das jetzt an den Start gegangen ist und sich mit internetbasierten Diensten für die Wirtschaft beschäftigt. Vorbilder sind Konzerne wie Amazon und Google, die ihren Kunden leicht zu bedienende Dienste bieten. Mit 50 Millionen Euro unterstützt die Bundesregierung dieses Projekt.

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Gabriel hält es für besorgniserregend, das viele Industrieunternehmen die Bedeutung der IT unterschätzen. Kompetenzzentren für den Mittelstand sollen Abhilfe schaffen. 

Foto: dpa

In Zusammenarbeit mit der deutschen Börse soll außerdem eine Börse 2.0 eingerichtet werden. Damit soll die Finanzierung von Start-ups in Deutschland erleichtert werden. Einen konkreten Zeitplan nannte Gabriel dafür jedoch nicht.

20 Milliarden Euro kostet der Ausbau des Breitbandnetzes

Neben Bundespolitikern waren auch Industrie und Wirtschaft auf dem IT-Gipfel vertreten. Dabei war auch der flächendeckende Ausbau des Breitbandnetzes für schnelles Internet Thema – eine wesentliche Voraussetzung für digitale Dienstleistungen. Telekom-Chef Timotheus Höttges vertrat die Ansicht, dass die Bundesregierung die Bedingungen dafür schaffen müsse, dass sich der Breitbandausbau selbst finanziert. "Die erste Halbzeit der Digitalisierung haben wir in Europa verloren", so Höttges. 

Alcatel-Lucent-Chef Wilhelm Dresselhaus dagegen hatte erst in der vergangenen Woche im Interview mit den VDI nachrichten gefordert, dass sich die Bundesregierung mit 25 Prozent an den Kosten für den flächendeckenden Ausbau beteiligt. Bei Gesamtkosten von rund 20 Milliarden Euro wären das fünf Milliarden Euro. Die Telekommunikationsunternehmen haben sich im Rahmen der Netzallianz verpflichtet, im nächsten Jahr acht Milliarden Euro in den Ausbau zu investieren. 

Der Branchenverband Bitkom drängte die Bundesregierung ebenfalls, mehr finanzielle Verantwortung zu übernehmen. Die Industrie habe in den vergangenen Jahren mehr als hundert Milliarden Euro in Breitband investiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte dagegen von den Unternehmen, mehr ins Risiko zu gehen, so wie das auch die Unternehmen des Silicon Valley tun. Die finanzielle Förderung des Staates könne nicht ausreichen, um etwa den Breitbandausbau zu finanzieren.

Zugleich machte sich Merkel dafür stark, dass Big Data möglich ist, forderte aber zugleich mehr Rechtssicherheit im Netz. "Mit Sicherheit ist die völlige Regulierungslosigkeit in der digitalen Welt nicht die den Menschen gemäße Antwort", so Merkel.

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Von Andrea Ziech
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