26.03.2013, 14:58 Uhr | 0 |

Gesetzesänderung vorgestellt EU plant vereinfachte Einreise für ausländische Forscher und Studenten

Die EU-Kommission will die Einreisebedingungen für Studenten und Forscher aus der Nicht-EU in EU-Länder vereinfachen. Dadurch erhofft sie sich einen Rückgang des Fachkräftemangels. EU-Kommissarin Cecilia Malström stellte ihre Pläne zur Gesetzesänderung am Montag vor. Jetzt müssen Regierungen und Europaparlament darüber beraten. Die geänderten Richtlinien könnten in drei Jahren in Kraft treten.

Doktorand Kenechukwu David aus Nigeria am Institut für Experimentelle Physik der Universität Leipzig.
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Die EU will die Arbeitsmöglichkeiten für ausländische Fachkräfte, Wissenschaftler und Studenten erheblich erleichtern.

Foto: dpa / Waltraud Grubitzsch

Die geltenden Bestimmungen für die Erteilung eines Studentenvisums oder einer Aufenthaltserlaubnis sind oft kompliziert und unklar", begründete EU-Kommissarin Malmström die Pläne der EU-Kommission zur Änderung der Einreisegesetze.

Künftig sollen EU-Länder eine Verfahrensgarantie geben und innerhalb von 60 Tagen über Anträge auf ein Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis entscheiden. In Europa angekommen, sollen die Forscher und Studenten einfacher von einem Mitgliedsland in ein anderes reisen können. Weiterhin sollen Studenten und Wissenschaftler die Möglichkeit erhalten, nach Beendigung ihres Studiums oder ihrer Forschungsarbeit ein weiteres Jahr im Land zu bleiben, „um sich nach einer Arbeit umzusehen oder sich eventuell selbstständig zu machen", so die Kommission. Studenten aus Drittstaaten sollen eine Arbeitserlaubnis für mindestens 20 Wochenstunden erhalten. Auch Familienangehörigen soll die Mobilität entsprechend erleichtert werden. Au-pairs, Schüler und bezahlte Praktikanten sind derzeit noch von den Vorschriften ausgenommen. Auch sie sollen künftig von den neuen Regelungen profitieren können.

Hoffnung auf Anstieg des Wirtschaftswachstums

Mit den Gesetzesänderungen erhofft sich die EU-Kommission einen Rückgang des Fachkräftemangels in Europa und einen damit verbundenen Anstieg des Wirtschaftswachstums. Viele qualifizierte Stellen können trotz steigender Arbeitslosenzahlen aufgrund der geringen Bewerberanzahl nicht besetzt werden. Ein Trend, der laut Prognosen in den nächsten zehn Jahren noch anhalten wird.

Im Jahr 2011 kamen etwa 220.000 Angehörige aus Drittstaaten in die EU. Als Schüler, Student, Wissenschaftler und im Freiwilligendienst verbrachten sie ihre Zeit hier. Frankreich (64.794), Spanien (35.037), Italien (30.260), Deutschland (27.568) und die Niederlande (10.701) nahmen die meisten ausländischen Personen auf. Diese Zahlen könnten künftig noch nach oben gehen, wenn auch die Attraktivität Europas für internationale Studenten und Forscher steige. Eine Zunahme an Austauschstudenten und internationalen Studenten sowie Wissenschaftlern wiederum könnte das Wirtschaftswachstum erhöhen, für mehr Innovationen sorgen und zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen beitragen.

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Von Petra Funk
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