26.01.2015, 13:59 Uhr | 0 |

A9 in Bayern Dobrindt lässt Teststrecke für selbstfahrende Autos bauen

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt lässt auf der A9 in Bayern eine Teststrecke für selbstfahrende Autos bauen. Dort sollen sich deutsche Autobauer mit Prototypen austoben dürfen – um zukünftig Weltkonzernen wie Google die Stirn bieten zu können. 

Fahrerloses Fahrzeug vom Typ Audi RS 7 auf dem Hockenheimring.
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Audi hat letztes Jahr einen RS 7 ohne Fahrer durch den Hockenheimring rasen lassen – mit Tempo 240 und auf Ideallinie. 

Foto: Uwe Anspach/dpa

„Wir werden auf der Autobahn A9 in Bayern eine Teststrecke einrichten“, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie soll mit speziellen Kommunikationsangeboten ausgestattet sein, sodass Autos mit der Straße und untereinander kommunizieren können. „Dort werden also Fahrzeuge mit Assistenzsystemen und später auch vollautomatisierte Fahrzeuge fahren können.“ Erste Maßnahmen sollen 2015 starten. 

Deutsche Autobauer sollen sich von Google unabhängig machen

Mit dem Pilotprojekt „Digitales Testfeld Autobahn“ will Dobrindt deutsche Autobauer dabei unterstützen, sich auf dem Zukunftsmarkt der selbstfahrenden Autos von der Technologie der Weltkonzerne wie Google unabhängig zu machen. „Die deutschen Hersteller werden sich nicht auf Google verlassen“, erklärte Dobrindt. Sie seien auch schon dabei, zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft und anderen Wissenschaftlern eigene Vernetzungs- und Kommunikationsplattformen zu entwickeln. „Wir müssen uns gegen eine Monopolisierung der Daten wappnen. Wir müssen uns eine digitale Souveränität schaffen, unabhängig von Amerika und Asien.“ 

Dobrindt glaubt an das selbstfahrende Auto

Dobrindt ist vom autonomen Auto überzeugt. „Das selbstfahrende Auto wird sich durchsetzen. Denn so können wir begrenzte Infrastruktur-Kapazitäten sehr viel effektiver nutzen.“ Er selbst hätte keine Probleme damit, mit einem autonomen Auto durch Bayern zu fahren.

ARCHIV - Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) stellt am 07.07.2014 in seinem Ministerium in Berlin seine Pläne für eine PKW-Maut vor. Foto: Stephanie Pilick/dpa (zu dpa Jahreswechselpaket 2014/2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Hat nicht nur die Maut im Sinn: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will auf der A9 in Bayern eine Teststrecke für selbstfahrende Autos bauen.

Foto: dpa

Es gilt aber, dem Deutschen die Angst vor dem gläsernen Autofahrer zu nehmen. „Unser Datenschutz ist scharf und wird es auch bleiben“, stellt Dobrindt klar. Er macht auch auf den runden Tisch „Automatisiertes Fahren“ im Verkehrsministerium aufmerksam, der aus Wissenschaftlern und Industrievertretern besteht und sich mit komplizierten Haftungsfragen beschäftigt.

Autonomes Fahren: Deutschland versus USA

Tatsächlich haben US-amerikanische Hersteller mit selbstfahrenden Autos schon große Fortschritte erzielt: Google präsentierte der Welt letzten Sommer ein autonomes Auto ohne Lenkrad und Gaspedal. Tesla will dieses Jahr ein Auto auf den Markt bringen, das Autobahnfahrten allein bestreitet – mithilfe von Sensoren, Bilderkennungskameras, Radar und Ultraschall.

Daimler-Chef Dieter Zetsche präsentierte auf der Technik-Messe CES in Las Vegas eine Vision für ein selbstfahrendes Auto der Zukunft. Das Fahrzeug mit der Bezeichnung F015 hat eine futuristische langgezogene Form und einen Innenraum mit drehbaren Vordersitzen. Foto: Andrej Sokolow/dpa (zu dpa "Daimler zeigt Konzept für selbstfahrendes Auto in Las Vegas" vom 06.01.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Auch Daimler träumt vom selbstfahrenden Auto: Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas stellte Konzernchef Dieter Zetsche den Prototypen F015 Luxury vor. 

Foto: Andrej Sokolow/dpa

Dass aber auch deutsche Autobauer diese Technik beherrschen, hat jüngst Audi bewiesen. Ingenieure ließen einen RS 7 ohne Fahrer mit Tempo 240 auf Ideallinie über den Hockenheimring rasen. Und auch Daimler hat auf der Elektronikmesse CES mit einem Prototypen des F015 Luxury seine Vision vom selbstfahrenden Auto präsentiert.

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Von Patrick Schroeder
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