07.10.2015, 13:56 Uhr | 0 |

Eintauschprämie in Italien Wie Fiat und Ford VW die Kunden wegschnappen wollen

Fiat Chrysler nutzt den Abgasskandal, um VW die Kunden wegzuschnappen. Der Autobauer lockt in Italien mit einer Eintauschprämie beim Kauf eines Neuwagens. Auch US-Autobauer Ford setzt auf diese Strategie.

Jeep Grand Cherokee
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Fiat Chrylser lockt VW-Kunden mit Rabattaktionen: Auf einen Jeep Grand Cherokee gewährt der Autobauer 1500 € Nachlass und nimmt zudem das alte VW-Auto in Zahlung.

Foto: Fiat Chrysler Automobiles

Die Fiat-Chrysler-Gruppe will sich den Abgas-Skandal von VW zunutze machen und mit einer Rabattaktion gezielt Kunden abwerben, berichtete die italienische Zeitung Il Giornale am Dienstag. Für Kunden, die von VW auf einen Neuwagen von Fiat-Chrysler umsteigen, bietet das Unternehmen in Italien einen Rabatt von 500 € beim Kauf eines Fiat Panda. 1500 € gibt es, wenn ein Jeep Grand Cherokee erworben wird. Der Autokonzern aus Turin nimmt außerdem jede VW-Marke in Zahlung.

Zwischen den Autobauern herrscht schon seit längerer Zeit eine feindselige Beziehung. Bereits im Jahr 2012 hatten die beiden Firmen eine Auseinandersetzung. Damals beschuldigte der Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne den deutschen Autobauer, mit seiner Preispolitik in Europa ein Blutbad anzurichten. VW reagierte mit der Drohung, den wichtigsten Herstellerverband Acea zu verlassen, dessen Vorsitz Marchionne damals hatte.

US-Autobauer Ford wittert ebenso eine Chance

Auch Ford will die Schwäche seines Konkurrenten nutzen und bietet Kunden spezielle Konditionen an, wenn sie in Italien von VW auf Ford wechseln.

Der US-Autobauer kann allerdings noch keinen Erfolg mit der Rabattaktion verzeichnen. Nicht ein einziger Kunde habe bislang einen VW gegen einen Ford eintauschen wollen, berichtet ein Ford-Händler gegenüber Automotive News Europe.

Weltweit elf Millionen VW-Fahrzeuge betroffen

Der deutsche Autobauer Volkswagen steckt derzeit in der wohl tiefsten Krise der Unternehmensgeschichte: Am 18. September 2015 wurde bekannt, dass weltweit elf Millionen Dieselfahrzeuge der VW-Gruppe eine Software erhalten haben, die Abgastests manipuliert. Seitdem befindet sich die VW-Aktie auf Talfahrt und ist schon um 42 % eingebrochen. VW muss zudem mit Strafzahlungen in Milliardenhöhe rechnen und die betroffenen Wagen zurückrufen und ausbessern.

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Von Petra Funk
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