11.01.2016, 10:00 Uhr | 0 |

Neuer SUV für USA VW-Chef Müller bittet US-Kunden um Entschuldigung

VW-Konzernchef Matthias Müller hat die Detroit Motor Show genutzt, um die USA wegen der Manipulationen um Entschuldigung zu bitten. Gleichzeitig kündigte Müller gestern Abend eine zusätzliche Investition von 900 Millionen $ in einen neuen SUV an. 

VW-Chef Matthias Müller in Detroit
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VW-Chef Matthias Müller hat gestern Abend auf der Detroit Motor Show die US-Verbraucher und Behörden um Entschuldigung wegen der Manipulationen gebeten. Am Mittwoch will Müller die Chefin der Umweltbehörde EPA treffen, Gina McCarthy.

Foto: Heiko Lossie/dpa

„Wir wissen, dass wir unsere Kunden, die zuständigen staatlichen Stellen und die allgemeine Öffentlichkeit hier in den USA sehr enttäuscht haben. Ich bitte daher um Entschuldigung für das, was bei Volkswagen falsch gelaufen ist", sagte Müller. „Unser ganzer Einsatz zielt jetzt darauf ab, die Dinge in Ordnung zu bringen." Am Mittwoch will Müller auch die Chefin der US-Umweltbehörde EPA treffen, Gina McCarthy.

VW will offenbar manipulierte Autos eintauschen

Dabei scheint Müller inzwischen auch bereit, einen Teil der manipulierten VW-Modelle in den USA zurückzunehmen. Die US-Behörden hatten VW dazu aufgefordert. Die Rede ist von 100.000 der 600.000 manipulierten Dieselfahrzeuge in den USA. Auch ein Umtausch gegen Neuwagen soll im Gespräch sein.

Unterdessen hat die Bild am Sonntag berichtet, dass VW-Ingenieure einen Katalysator entwickelt haben, der die Einhaltung der US-Grenzwerte ermöglicht und in 430.000 US-Fahrzeuge eingebaut werden soll. Allerdings ist die Technik von der EPA noch nicht abgenommen worden. Weltweit rollen elf Millionen Fahrzeuge mit manipulierter Dieseltechnik auf den Straßen.

Gleichzeitig nannte Müller die USA weiterhin einen Kernmarkt für VW und kündigte weitere Investitionen an. VW wolle 900 Millionen $ zusätzlich investieren „für die Produktion eines neuen Midsize-SUV, die Ende des laufenden Jahres beginnen soll“, so Müller. „Dadurch schafft Volkswagen circa 2000 neue Arbeitsplätze in den USA.“

900 Millionen $ für neues SUV-Modell für die USA

Für 2017 kündigte Müller eine Langversion des Tiguan in den USA an. Das Auto wird im mexikanischen VW-Werk in Puebla gebaut. Allerdings räumte Müller auch ein, mit seinen Produkten noch nicht optimal auf den US-Markt eingestellt zu sein. „Volkswagen muss die USA noch besser verstehen lernen."

Wichtigste Aufgabe in diesem Jahr sei es, „verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen“. Dabei gehe es nicht nur um technische Lösungen, sondern „um die Wiederherstellung von Glaubwürdigkeit, vor allem durch eine konsequente Aufklärung der Vorkommnisse“.

Hier lesen Sie den VW-Skandal im Nachrichtenticker.

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Von Axel Mörer-Funk
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