20.11.2015, 13:09 Uhr | 0 |

Auch Bosch im Visier US-Behörde: VW muss Teil der Dieselautos zurückkaufen

VW muss sich darauf einstellen, in den USA einen Teil der vom Abgas-Skandal betroffenen Dieselautos zurückzukaufen. Das sagt die kalifornische Umweltbehörde Carb. Derweil nehmen US-Ermittler auch den VW-Zulieferer Bosch ins Visier.  

VW-Chef Matthias Müller
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VW-Chef Matthias Müller muss anscheinend damit rechnen, dass der Konzern in den USA ältere Fahrzeuge zurückkaufen muss. 

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Heute läuft das Ultimatum der kalifornischen Umweltbehörde Carb ab. VW muss jetzt einen Plan für den Rückruf der knapp 500.000 manipulierten Dieselfahrzeuge vorlegen, die in den USA unterwegs sind. Doch lassen sich tatsächlich alle drei Generationen der manipulierten Fahrzeuge nachrüsten? Zumindest bei der ältesten Generation zeigt sich Carb-Chefin Mary Nichols im Gespräch mit dem Handelsblatt skeptisch.

Nachrüsten älterer Fahrzeuge zu problematisch?

Das Nachrüsten älterer Fahrzeuge funktioniere laut Nichols oft nicht so gut wie geplant. „Deshalb denke ich, es ist zumindest wahrscheinlich, dass VW wenigstens einen Teil der Flotte von den Besitzern zurückkaufen muss.“ Die jüngste Generation ließe sich wahrscheinlich mit einer neuen Software zurück zu den vorgeschriebenen Emissionsstandards bringen. „Die mittlere Generation dürfte zusätzlich zur Software auch eine Hardware-Komponente erfordern.“

US-Ermittler nehmen Zulieferer Bosch ins Visier

Derweil haben US-Ermittler auch Bosch ins Visier genommen. Das Unternehmen lieferte VW wichtige Bauteile für den Skandal-Dieselmotor, der in sechs VW-Modellen zum Einsatz kommt. Staatsanwälte prüfen, ob der Konzern von den jahrelangen Manipulationen gewusst hat. „Wenn man weiß, dass ein Vergehen begangen wird, und man aktiv dazu beiträgt, dass es zu dem Vergehen kommt, sitzt man in der Patsche“, sagt der auf Umweltrecht spezialisierte Anwalt Daniel Riesel in einem Bericht der Süddeutschen Zeitung.

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In den USA haben Ermittler auch Bosch ins Visier genommen. Das Stuttgarter Unternehmen lieferte wichtige Bauteile für den Skandal-Motor. Wusste das Management von der Schummelei?

Foto: Ralf Hirschberger/Zentralbild

Bislang gibt es allerdings keine Belege für ein Fehlverhalten des Stuttgarter Zulieferers. Bosch und VW lehnten Stellungnahmen ab.

Heute tagt der VW-Aufsichtsrat in Wolfsburg

Heute kommt in Wolfsburg außerdem der VW-Aufsichtsrat zusammen. Das 20-köpfige Kontrollgremium berät über Konsequenzen des Abgas-Skandals. Zuvor hat sich am Donnerstagabend das dem Aufsichtsrat vorgeschaltete Präsidium mit der Finanzplanung auseinandergesetzt. Vor einem Jahr hatte der Konzern für die Jahre bis 2019 Ausgaben von 85,6 Milliarden € für neue Modelle und umweltfreundliche Technologien angepeilt. Nun ist es wahrscheinlich, dass diese Summe angesichts der Skandalkosten schrumpft.

Hier lesen Sie den VW-Skandal im Ticker

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Von Patrick Schroeder
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