26.02.2014, 07:00 Uhr | 0 |

Auf dem Weg zum reinen IP-Netz Telekom hat erstes Tochterunternehmen vollständig auf All-IP umgestellt

Die Deutsche Telekom hat den Mobile World Congress (MWC) in Barcelona dazu genutzt, ihre Netz-Strategie zu erläutern. Die im Telekom-Vorstand für Europa und Technik zuständige Claudia Nemat berichtete dort vom Abschluss der Umstellung auf IP-Technologie bei der Telekom-Tochter Makedonski Telekom. 

LTE-Sendemast in Kyritz/Brandenburg
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LTE-Sendemast in Kyritz/Brandenburg: Die Deutsche Telekom will den Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) noch in diesem Jahr in elf weiteren Ländern einführen. Damit lassen sich Downloadraten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde erreichen. 

Foto: Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom will die Netze aller Konzerngesellschaften bis 2018 auf eine reine IP-Infrastruktur umgestellt haben. Den Beginn machte die mazedonische Tochter Makedonski Telekom; sie hat den Umstieg auf IP-only im Januar als erste Konzerngesellschaft vollzogen, sagte die im Vorstand der Telekom für Europa und Technik zuständige Claudia Nemat auf dem MWC in Barcelona. Dabei gab sie auch einen Ausblick auf die Zukunft der Netze.

Die weitere Umstellung der Telekom auf All-IP

Als nächstes werden Ende des Jahres die Netze in der Slowakei umgestellt. Es folgen dann in der Reihenfolge Kroatien und Montenegro und danach Ungarn. Wegen der "komplexen Situation" hierzulande wird das deutsche Netz wie auch die Netze in Montenegro und Ungarn erst 2018 vollständig umgestellt sein. "Dann sprechen alle Netze im Konzern eine Sprache: IP", sagte Nemat.

Die Umstellung im Konzern läuft aber schon auf Hochtouren. Zunächst werden die alten Telefon- und ISDN-Netze abgeschaltet und ihre Anschlüsse auf IP-Netze geroutet. Durch eine homogene IP-Infrastruktur im gesamten Konzern ließen sich laut Nemat Kapazitäten leichter ausbauen und auch Kostenvorteile erzielen.

Bis zum Ende des Jahres sollen acht Millionen Anschlüsse im Konzern auf IP umgestellt sein. Die Abkürzung IP steht für Internet Protokoll und sagt aus, dass Daten (Sprache, Bilder usw.) über ein Computernetzwerk übertragen werden.

Der IP-basierte Anschluss soll die bislang verbreiteten Anschlusstypen Standard und Universal ablösen. In Deutschland sind es bis heute gut zwei Millionen IP-Anschlüsse, Ende des Jahres sollen es dann doppelt so viele sein.

Im Festnetz baut der Bonner Konzern außerdem die VDSL-Technik Vectoring weiter aus und will damit bis zum Ende des Jahres drei Millionen Haushalte erreichen.

Parallel dazu baut die Telekom auch ihre Mobilfunknetze weiter aus. "Wir versorgen heute in Deutschland schon 150 Städte mit LTE und Bandbreiten von bis zu 150 Mbit/s", sagte dazu der Deutschlandchef der Telekom Niek-Jan van Damme in Barcelona.

In Zukunft sind Bandbreiten von bis zu 300 Mbit/s zu erwarten. Und das muss durchaus nicht das Ende der Fahnenstange sein. In einem Feldversuch in Alzey (Rheinland-Pfalz) haben die Bonner letzte Woche schon gezeigt, wie sich Transferraten bis zu 580 Mbit/s aus dem aktuellen 4G-Standard LTE-Advanced herausholen lassen. Und der nächste Mobilfunkstandard 5G steht auch schon vor der Tür...

LTE-Roaming auch jenseits der deutschen Grenzen

In diesem Jahr will die Telekom LTE noch in elf weiteren Ländern einführen, im nächsten Jahr soll mit Albanien auch der letzte weiße Flecken auf der Telekom-Landkarte mit LTE versorgt sein. Dazu beginnt der Konzern in den ersten Ländern mit der Einführung von LTE-Roaming. Das Ziel dabei sei, dass Telekom-Kunden im Ausland nicht nur auf  die Netze der Telekom-Töchter, sondern auch auf die anderer Netzbetreiber zugreifen könnten.

Die Deutsche Telekom will ihren Kunden schon ab dem zweiten Quartal dieses Jahres LTE-Roaming anbieten. Zunächst sollen die deutschen Telekom-Kunden auch in Frankreich, Spanien und den Niederlanden die schnellen Netze nutzen können. Später sollen dann Griechenland und Tschechien hinzukommen, so Nemat.

Bündelung von Festnetz und Mobilfunk (LTE) bringt Spitzengeschwindigkeiten

In Deutschland will die Telekom noch im Herbst dieses Jahres einen ersten Hybrid-Router von Huawei auf den Markt bringen, der WLAN, LTE und Festnetz kombiniert. Dabei bündelt das Gerät die Bandbreite aus Festnetz und LTE-Mobilfunk, fasst sie zusammen und verteilt sie dann auch automatisch ohne Zutun des Kunden. Gerade de Zusammenführung der bestehenden Bandbreiten werde Spitzengeschwindigkeiten ermöglichen, die mit der jeweiligen Einzeltechnik nicht machbar seien, verspricht die Telekom.

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Von Klaus Ahrens
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