07.02.2014, 10:18 Uhr | 0 |

5000 Stellenstreichungen Sony stößt verlustreiche PC- und Fernsehsparte ab

Sony trennt sich von seiner PC- und der Fernseher-Sparte. Und somit auch von der Marke Vaio, deren Marktanteil zuletzt auf 1,9 Prozent eingebrochen ist. 5000 Arbeitsplätze fallen der Umstrukturierung zum Opfer.

Sony trennt sich vom PC- und Fernsehgeschäft
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Auf der CES in Las Vegas präsentierte Sony letztes Jahr noch neue Fernseher. Jetzt stößt der japanische Konzern die Sparte zusammen mit dem PC-Geschäft ab. Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei schätzt den Wert der PC-Sparte auf maximal 365 Millionen Euro.

Foto: dpa/Michael Nelson

In beiden Sparten hat Sony in den vergangenen Jahren starke Verluste eingefahren. Das Geschäft mit Fernsehern hat vor zehn Jahren zum letzten Mal Gewinn eingebracht. Zunächst geht die PC-Sparte des Unternehmens – zusammen mit der Marke Vaio – an den Investmentfonds Japan Industrial Partners (JIP). Das Fernsehergeschäft soll im Laufe des Jahres an eine eigene Gesellschaft ausgegliedert werden. Zum Preis für das PC-Geschäft äußert sich Sony nicht. Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei, die bereits vorab über laufende Verhandlungen berichtet hatte, schätzt ihn auf 40 bis 50 Milliarden Yen, umgerechnet 292 bis 365 Millionen Euro.

5000 Sony-Mitarbeiter müssen gehen

Sony verkauft seit 1996 Vaio-Computer. Auf dem Höhepunkt waren es knapp neun Millionen PCs im Jahr. Mit dem Aufstieg des chinesischen Computerherstellers Lenovo wurde das Geschäft für Sony verlustbringend – der Marktanteil lag zuletzt nur noch bei 1,9 Prozent. Mit dem Verkauf werden bei Sony rund 5000 Arbeitsplätze wegfallen.

Anders als angekündigt, werden die Verkäufe Sony aber zumindest in diesem Geschäftsjahr – das endet am 31. März – noch nicht zurück in die schwarzen Zahlen bringen. Prognosen zufolge machen die Japaner einen Verlust von 110 Milliarden Yen, rund 800 Millionen Euro. Sony selbst rechnet erst für das übernächste Geschäftsjahr 2015/16 damit, dass sich die Einsparungen auszahlen. Langfristig will der Konzern zudem seine jährlichen Fixkosten um 730 Millionen Euro zurückschrauben.

Sony verlagert Fokus auf mobile Geräte

Der Konzern will sich in Zukunft stärker auf Tablets und Smartphones konzentrieren und Apple und Samsung Konkurrenz machen. Nach Einschätzung des Unternehmens selbst ist in diesem Bereich die Restrukturierung gut vorangekommen. Das gleiche gilt für Kameras und Spiele für PC und Playstation. So verdoppelte sich im Weihnachtsgeschäft der Betriebsgewinn auf rund 660 Millionen Euro. Sony profitierte in dieser Zeit von der starken Nachfrage nach der Spielekonsole PlayStation 4, einem Rückgang des Verlusts im TV-Segment und guten Geschäften der Finanzsparte. Zugleich verkaufte Sony mehr Smartphones zu höheren Durchschnittspreisen.

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Von Andrea Ziech
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