24.06.2014, 16:02 Uhr | 0 |

Druck auf SAP Softwarehersteller Oracle kauft Micros Systems für 3,9 Milliarden Euro

Oracle möchte im Rennen mit dem Erzrivalen SAP aufholen. Deswegen hat der kalifornische Softwarekonzern Micro Systems gekauft, einen IT-Spezialisten für Abrechnungs- und Verwaltungsaufgaben. 3,9 Milliarden Euro war Oracle die Übernahme wert. 

Oracle-Chef Larry Ellison
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Oracle-Chef Larry Ellison: Für 3,9 Milliarden Euro übernimmt Oracle den kalifornischen Softwarekonzern Micro Systems.

Foto: dpa

Der deutlich kleinere Partner ist Micros Systems, 1977 gegründet und ansässig in Columbia im amerikanischen Bundesstaat Maryland. Der Softwarehersteller mit 6400 Mitarbeitern hat sich spezialisiert auf Komplettlösungen zur Abrechnung und Verwaltung im Hotel- und Gaststättengewerbe, für Reise- und Kreuzfahrtveranstalter und in der Freizeit- und Unterhaltungsbranche.

Erforderliche Hardware, als Einzelplatz- oder Netzwerklösung, wird ebenfalls angeboten. Der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2013 betrug rund 1,2 Milliarden US-Dollar.

Oracle übernahm vor vier Jahren Sun Microsystems für 37 Mrd. US-Dollar

Auch Oracle wurde 1977 gegründet und hat ihren Sitz auf der anderen Seite des amerikanischen Kontinents – an der kalifornischen Küste am IT-Standort Silicon Valley. Oracle entwickelt Systeme für Datenbankmanagement, hat über 120.000 Beschäftigte und konnte 2013 einen Umsatz von rund 37 Milliarden US-Dollar erzielen. Mit der ebenfalls milliardenschweren Übernahme von Sun Microsystems erweiterte Oracle sein Portfolio bereits 2010 um Hardware.

Nun steht der nächste Zuwachs an. Für umgerechnet 3,9 Milliarden Euro übernimmt Oracle den kleineren Partner von der Ostküste. Den Micros-Aktionären will Oracle 68 US-Dollar pro Aktie zahlen. Nachdem es bereits Übernahmegerüchte gegeben hatte, war die Aktie schon von 55 auf 66 Dollar gestiegen.

Der Verwaltungsrat von Micros habe die Transaktion laut Oracle bereits einstimmig befürwortet. In der zweiten Hälfte dieses Jahres soll der Kauf abgeschlossen werden. Auch nach der Übernahme sei für Micros business as usual angesagt. Produkte und Service seien weiterhin verfügbar. Oracle plane darüber hinaus, weiter in den Sparten Einzelhandel sowie Hotel- und Gastgewerbe zu investieren. Gleichzeitig würden Kunden von Micros zukünftig davon profitieren, in das Produktangebot von Oracle integriert zu sein.

Oracle will Cloudangebote erweitern

Für Oracle, so analysierten die Experten, ist die Hochzeit mit Micros der Versuch, das eher schwache Wachstum anzukurbeln und letztlich gegenüber dem großen Rivalen, dem deutschen Softwareunternehmen SAP, nicht allzu weit ins Hintertreffen zu geraten. Zuletzt hatten die Verkäufe neuer Softwarelizenzen bei Oracle stagniert.

Zugleich musste das Unternehmen für den Ausbau von Cloud-Computing-Lösungen einiges investieren. Beim Cloud-Computing mietet der Kunde nur noch Software und Dienstleistungen, die dann zentral in Rechenzentren des Anbieters ausgeführt werden. Nachdem auch SAP die zukunftsträchtige Cloud-Sparte durch Zukäufe ausgeweitet hat, erweitert nun auch Oracle durch die Hochzeit mit Micros sein Cloud-Angebot.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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