29.04.2013, 14:59 Uhr | 0 |

Telefonieren nur noch Nebensache Smartphones überholen erstmals schlichte Handys bei Verkaufszahlen

Immer mehr Menschen wollen das Internet immer bei sich haben. Sie nutzen unterwegs jede Menge Apps, die es zur Lösung fast aller Alltagssituationen gibt. Für Unterhaltung sorgen sie auch. Das wirkt sich auf den Absatz von Smartphones aus. Zum ersten Mal wurden jetzt mehr Smartphones als Handys verkauft. 

Samsung liegt im ersten Quartal 2013 beim Verkauf von Smartphones wieder unangefochten an der Spitze.
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Samsung liegt im ersten Quartal 2013 beim Verkauf von Smartphones wieder unangefochten an der Spitze. 

Foto: Samsung

Das nächste spanische Restaurant? Die Passanten haben keine Ahnung. Das Smartphone schon. Ein paar Mal gewischt und ein bisschen getippt auf der virtuellen Tastatur, schon taucht die Liste der Restaurants auf. Noch ein paar Wischer und die Navi-App für Fußgänger ist aktiviert und führt sicher zum Ziel.

Die unzähligen Hilfen, die Smartphones im Alltag bieten, seien sie nützlich oder unterhaltsam, überzeugen die Menschen. Zumal es nicht allzu viel kostet, sie zu nutzen. Flatrates fürs Telefonieren in alle Netze und für den Zugang ins Internet sind in Deutschland oft schon für wenig mehr als 30 Euro zu haben. Da wundert es nicht, dass von Januar bis März weltweit erstmals mehr Smartphones als schlichte Handys über den Ladentisch gingen. Die International Data Corporation (IDC) zählte 216,2 Millionen Smartphones (51,6 Prozent) und 202,4 Millionen Handys. Im Vorjahresquartal kamen die eleganten flachen Geräte gerade mal auf 38 Prozent.

„Die Zeiten, in denen Mobiltelefone hauptsächlich zum Telefonieren und Schreiben von Kurznachrichten verwendet wurden, neigen sich schnell dem Ende entgegen“, lautet der süffisante Kommentar von IDC-Marktforscher Ramon Llamas. Was der einstige Weltmarktführer Nokia wohl zu spät erkannt hat. In der IDC-Statistik für Smartphones taucht das finnische Unternehmen nur noch unter „Sonstige“ auf. Lediglich bei der Gesamtzahl an verkauften Mobiltelefonen hält Nokia noch Platz zwei.

Drei Asiaten jagen Apple

Unangefochten an der Spitze liegt Samsung, der Apple, dem Erfinder des Smartphones („iPhone“) den Schneid abgekauft hat. Während die Südkoreaner sich über ein Plus von 60,7 Prozent bei Smartphones freuen, herrscht bei den erfolgsverwöhnten Amerikanern Untergangsstimmung. Sie verzeichnen ein Plus von mageren 6,6 Prozent. Mit dem südkoreanischen Unternehmen LG (plus 110,2 Prozent) und den beiden chinesischen Herstellern Huawei (plus 94,1 Prozent) und ZTE (plus 49,2 Prozent) holt die Apple-Konkurrenz mächtig auf, wenn sie auch in absoluten Zahlen mit insgesamt knapp 30 Millionen Smartphones noch deutlich hinter den Amerikanern liegt, die gut 37 Millionen Geräte absetzten. IDC sieht im Erfolg der Chinesen bereits „einen der wichtigsten Markttrends“, zumal sie zunehmend auch außerasiatische Kunden gewinnen.

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Von Wolfgang Kempkens
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