12.06.2014, 11:38 Uhr | 0 |

Bietergefecht mit General Electric Siemens und Mitsubishi bieten gemeinsam 7,25 Milliarden Euro für Alstom

7,25 Milliarden Euro wollen die neuen Bündnispartner Siemens und Mitsubishi Heavy Industries (MHI) für die Energiesparte des französischen Konzerns Alstom auf den Tisch legen. Auch General Electric spielt beim Übernahmepoker weiter mit. Der Konzern bietet 12,35 Milliarden Euro.

Siemens und MHI bieten 7,25 Milliarden Euro für Alstom
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MHI plant offenbar, mit der Hitachi-Gruppe ein Unternehmen zu gründen und sich damit am Angebot von Siemens zu beteiligen. Alstom würde bei einem Deal auch das deutsche ICE-Geschäft von Siemens erhalten.

Foto: dpa

Laut japanischer Wirtschaftszeitung Nikkei will Siemens gemeinsam mit seinem japanischen Joint-Venture-Partner Mitsubishi Heavy Industries (MHI) 7,25 Milliarden Euro für Teile des französischen Industriekonzerns Alstom bieten. Damit geht das Ringen um die Übernahme in die nächste Runde, denn auch der amerikanische Mitbieter General Electric (GE) will nicht kampflos aufgeben.

Auch die Hitachi-Gruppe will sich an der Übernahme beteiligen

Erst gestern war bekannt geworden, dass sich Siemens mit MHI Verstärkung geholt hat im Tauziehen um Alstom. Der Bieterprozess läuft seit Ende April. Der japanische Mischkonzern MHI mit einem Umsatz von 24 Milliarden Euro hat seinen Hauptsitz in Tokio und bietet weltweit Schwerindustrieanlagen an. Die Konzerngruppe besteht aus knapp 400 Einzelfirmen und beschäftigt insgesamt 80.000 Mitarbeiter. Im Mai hatten sich Siemens und MHI schon einmal zusammengetan und die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens in der Metallindustrie beschlossen.

Für das neue Bündnis, berichtet Nikkei, wolle MHI mit der Hitachi-Gruppe ein Unternehmen gründen und sich damit am Angebot von Siemens beteiligen. Angeblich wolle das neue Gemeinschaftsunternehmen von MHI dann die Dampfturbinen-Sparte von Alstom übernehmen und Siemens das Gasturbinen-Geschäft. Die Aufteilung des Industriekonzerns käme der französischen Regierung allerdings wenig gelegen.

GE will seine bisherige Strategie beibehalten

Dem gegenüber steht das Angebot von 12,35 Milliarden Euro des US-Konzerns General Electric (GE) für die Energiesparte von Alstom. GE will, laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, seine Strategie trotz des neuen Bündnisses zwischen Siemens und MHI nicht ändern. Der amerikanische Konzern setzt offenbar darauf, dass sein Gebot eher den Wünschen der französischen Regierung entspricht und hat außerdem zugesagt, beim Kauf von Alstom 1000 neue Stellen in Frankreich zu schaffen. Bloomberg berichtet weiter, dass sowohl Steve Bolze, Chef der Energie- und Wassersparte von GE, als auch der GE-Verhandlungsführer John Flannery derzeit in Frankreich Lobbygespräche führen.

Am heutigen Donnerstag soll in Paris über die Zukunft von Alstom beraten werden. Präsident Francois Hollande will sich mit dem Ministerpräsidenten und dem Wirtschaftsminister treffen. Die Entscheidung dürfte schwierig werden: Einerseits präferiert die französische Regierung eine europäische Lösung, andererseits wird eine mögliche Zersplitterung von Alstom in Paris und auch beim Konzern selbst nicht auf Akzeptanz stoßen. Bei Siemens wird die Entscheidung vermutlich am Sonntag fallen, wenn der Aufsichtsrat tagt. Die Offerte von General Electric läuft noch bis zum 23. Juni.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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