28.10.2015, 15:25 Uhr | 0 |

Folgen des Abgasskandals Rote Zahlen durch Dieselgate: VW fährt 3,48 Mrd. € Verlust ein

Volkswagen bekommt die Konsequenzen des Abgasskandals zu spüren: Im dritten Quartal 2015 hat der Konzern 3,48 Milliarden € Verlust gemacht. Und es könnte noch schlimmer kommen. 

VW-Werbung in der Volkswagen-Arena in Wolfsburg
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Allem gewachsen: Mit diesem Spruch warb der VW-Konzern beim DFB-Pokalspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FC Bayern München am Dienstag in der Arena in Wolfsburg. Am Mittwoch musste der Konzern einen Quartalsverlust von 3,48 Mrd. € einräumen.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Schock für Volkswagen: Vor Zinsen und Steuern hat der Konzern im dritten Quartal 2015 einen Verlust von rund 3,48 Mrd. € gemacht – im Vorjahreszeitraum gab es hingegen einen operativen Gewinn von 3,23 Mrd. €. Nach Steuern bleibt nun ein Verlust von 1,67 Mrd. €.

Erste Auswirkungen der derzeitigen Situation träten damit klar zu Tage, teilte VW-Chef Matthias Müller heute mit. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem deutlich niedrigeren Gewinn als im Vorjahr. Trotz der schlechten Nachricht legte die VW-Aktie um mehr als 4 % zu. Offenbar hatten die Anleger mit Schlimmerem gerechnet.

Skandal könnte Konzern bis zu 80 Mrd. € kosten

Ein Grund für den Sturz in die roten Zahlen ist, dass VW für die Folgekosten der Diesel-Manipulation 6,5 Mrd. € zurückgelegt hat. Allein in Deutschland muss der Konzern auf Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamtes 2,4 Millionen Dieselfahrzeuge zur Umrüstung in die Werkstatt schicken, weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen.

Und die Umrüstung in aufwendig: Der betroffene Motor EA 189 existiert in so vielen Varianten, dass VW-Ingenieure schätzungsweise 10.000 verschiedene Lösungen finden müssen. Am Ende könnte der Skandal den Konzern bis zu 80 Milliarden € kosten, fürchten einige Analysten laut Spiegel Online.

Verkaufszahlen bislang einigermaßen stabil

Unklar ist bislang, wie sich der Abgasskandal auf den weiteren Absatz auswirken wird. Bislang sind die Verkaufszahlen einigermaßen stabil. Der Rückgang um 1,5 % im Vorjahresvergleich ist noch keine Auswirkung des Skandals, sondern der trüben Konjunktur in Brasilien und China, von der auch andere Hersteller betroffen sind.

epa04997552 (FILE) A file picture dated 21 September 2012 of Thomas Sedran, then interim CEO of German carmaker Opel, standing next to an engine in an Opel production hall in Ruesselsheim, Germany. Volkswagen (VW) on 26 October 2015 announced that Thomas Sedran, who was the former head of General Motors European offshoot Opel had been appointed VW chief strategist as it steps up its efforts to emerge from the emissions crisis. EPA/FRANK RUMPENHORST *** Local Caption *** 50530719 +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Der frühere Opel-Chef Thomas Sedran wechselt zu VW und soll sich um die Konzernstrategie kümmern.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Entwicklung der Diesel-Bestellungen in Europa ergibt ein gemischtes Bild: Während sie in Großbritannien nach Bekanntwerden des Abgasskandals abgesackt sind, bestellen die Deutschen mehr Dieselautos als zuvor. 

Auch Porsche SE schraubt Gewinnerwartung nach unten

Porsche SE erwartet ebenfalls einen niedrigeren Gewinn als im Vorjahr: Die VW-Dachgesellschaft hat heute mitgeteilt, man gehe vor dem Hintergrund des Abgasskandals nur noch von einem Nachsteuergewinn zwischen 800 Mio. € und 1,8 Mrd. € aus. Zum Vergleich: 2014 hatte Porsche SE nach Steuern 3 Mrd. € Gewinn gemacht, für 2015 rechnete sie ursprünglich mit einem Nachsteuergewinn zwischen 2,8 und 3,8 Mrd. €. 

Mehr über den Dieselskandal von VW lesen Sie hier.

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Von Patrick Schroeder
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