24.10.2013, 14:02 Uhr | 0 |

Kapitalerhöhung als Sparmaßnahme Peugeot-Citroën gefährdet geplante Kooperation mit Opel

Der angeschlagene Autobauer PSA musste im dritten Quartal 2013 weitere Umsatzeinbußen hinnehmen. Jetzt plant er als Gegenmaßnahme eine Kapitalerhöhung. Das könnte Anteilseigner GM kurz vor der geplanten Kooperation verärgern. 

PSA-Werk im chinesischen Shenzhen (Aufmacher)
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Foto: Peugeot S.A.

Der PSA-Konzern wollte zuletzt wieder positive Schlagzeilen machen: Im September ging ein neues Werk im chinesischen Shenzhen in Betrieb, in Köln eröffnete man feierlich die neue Deutschland-Zentrale. Doch die schlechten Quartalszahlen nähren jetzt Gerüchte, dass der Konzern neue Anteile ausgeben könnte, um bis zu drei Milliarden Euro zu erzielen. Käufer sollen der französische Staat und der chinesische Partner Dongfeng sein, der selbst Pkw, Lkw, Busse und Fahrzeugkomponenten baut.

Kapitalerhöhung könnte Gemeinschaftsproduktion mit Opel gefährden

Kommt es zur Kapitalerhöhung, verlieren die sieben Prozent Anteile, die General Motors (GM) an PSA hält, deutlich an Wert. Ein Dämpfer zur Unzeit, denn erst vor wenigen Wochen haben beide Unternehmen eine Kooperation angekündigt. Demnach lassen die Franzosen den Nachfolger ihres Mini-Vans Citroën C3 Picasso künftig im spanischen Opel-Werk Saragossa produzieren. Dort soll auch das Folgemodell des Opel Meriva vom Band laufen. Diese gemeinsame Plattform und ein gemeinsamer Einkauf sollen PSA Einsparungen von einer Milliarde Euro bringen.

GM hat die Spekulationen um eine Kapitalerhöhung bisher nur knapp kommentiert. Man wolle an der Zusammenarbeit festhalten, hieß es. Branchenkenner gehen aber davon aus, dass eine Ausgabe neuer Anteile die Kooperation gefährden würde.

PSA Peugeot-Citroën kämpft seit Jahren mit sinkenden Verkaufszahlen

Ein drastisches Sparprogramm und der Abbau von rund 8000 Arbeitsplätzen allein in Frankreich sollen den Autobauer wieder in die schwarzen Zahlen bringen. Doch neueste Nachrichten vertiefen nur die Sorgenfalten bei Verantwortlichen und Beschäftigten: Der Umsatz der gesamten Gruppe lag im dritten Quartal bei 12,1 Milliarden Euro. Das sind 3,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Beim Kerngeschäft mit den Modellen von Peugeot und Citroën beträgt der Rückgang sogar 5,8 Prozent. Der Konzern nennt vor allem das schwierige Marktumfeld als Grund: PSA sei durch die insgesamt schlechte europäische Konjunktur, niedrige Preise und verschlechterte Wechselkurse tiefer in die Krise geraten. Auch und gerade gegenüber dem Hauptkonkurrenten Volkswagen hat der französische Hersteller an Boden verloren.

PSA will ungeachtet der neuen Einbußen an seinen Sparzielen für das laufende Jahr festhalten. Konzernchef Philippe Varin hat angekündigt, den Verlust gegenüber 2012 halbieren zu wollen. Der lag bei drei Milliarden Euro.

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Von Werner Grosch
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