13.11.2013, 13:32 Uhr | 0 |

Nach dem Ende der Glühbirne Osram schreibt wieder schwarze Zahlen

Der seit Jahren in der Krise steckende Leuchtmittelhersteller Osram ist zurück in der Gewinnzone: Nach der Abspaltung von Siemens und dem Börsengang stehen nun knapp 34 Millionen Euro Gewinn in der Bilanz – gegenüber 391 Millionen Euro Verlust im Vorjahr.

Osram-Lichttechnik im Lenbachhaus in München
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Osram-Lichttechnik im Lenbachhaus in München: Der Leuchttechnik-Konzern ist dank hochwertiger Lichttechnik wieder zurück und schreibt in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen.

Foto: Lenbachhaus

Der Aktienkurs entwickelt sich prächtig, die Bilanz weist für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Gewinn aus und der Vorstand zeigt sich vorsichtig optimistisch. Für Osram stehen die Zeichen gut. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Dehen spricht von einem „starken Endspurt“, den Osram nach dem erfolgreichen Börsengang hingelegt habe. Die Aktie des zweitgrößten Leuchtmittelkonzerns nach Philips ist seit dem Börsengang im Juli um rund 70 Prozent gestiegen.

Mehrjährige Umstrukturierung des Konzerns geht weiter

Auch die langwierige Trennung von Siemens im Sommer dieses Jahres bewertet Osram-Chef Dehen positiv. Siemens hatte damals seine Osram-Aktien nicht verkauft, sondern seinen Aktionären für zehn Siemens-Aktien je  eine Osram-Aktie gutgeschrieben. Inzwischen ist Siemens mit weniger als 20 Prozent an Osram beteiligt.

Jetzt könne Osram schnellere Entscheidungen treffen und habe eigenen Zugang zum Kapitalmarkt, so Dehen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir den Kurs des profitablen Wachstums auch im laufenden Geschäftsjahr beibehalten werden.“

Insgesamt steckt Osram aber immer noch tief in einer mehrjährigen Umstrukturierung. In dem als „Osram Push“ bezeichneten Programm sind Stellenstreichungen, Werksschließungen und die Aufgabe von nicht zukunftsträchtigen Geschäftsaktivitäten vorgesehen. Der Konzern hat weltweit noch etwa 35 000 Beschäftigte, 6 600 Stellen sind bereits weggefallen. Bis 2014 sollen insgesamt noch weitere 8 700 Stellen gestrichen werden. Die Zahl seiner Werke hat Osram von 43 auf 36 reduziert.

„Auf Basis verschiedener Maßnahmen, unter anderem im Bereich des Einkaufs und der Reorganisation der globalen Fertigungslandschaft, hat der Konzern bereits 36 Prozent der bis 2015 geplanten Einsparungen realisiert“, hieß es jetzt auf der Jahrespressekonferenz. Die „Transformationskosten“ im Konzern würden zwar etwa 600 Millionen Euro kosten, demgegenüber dürften sich die Einsparungen bis Ende 2015 aber auf 1,2 Milliarden Euro summiert haben.

Investitionen für neue Produkte am Lichtmarkt

Insgesamt sieht sich Osram auf dem Markt der Lichtprodukte, der im tiefgreifenden Umbruch steckt, gut aufgestellt. Die klassische Glühbirne hat ausgedient. Stattdessen müssen die Konkurrenten am Lichtmarkt viel für die Entwicklung und Produktion von Lampen auf der Basis von Leuchtdioden (LED) investieren. Einige Technologieprojekt habe man im letzten Jahr vorangetrieben, so Dehen. Dazu gehört das Erreichen der weitgehenden Straßentauglichkeit von Organischen Leuchtdioden (OLED) im Autorücklicht und die erstmalige Verbindung von Leuchtstoff und Laserlicht für höchste Bildqualität im Projektionsbereich.

Mit einer Reihe prestigeträchtiger Lichtprojekte konnte sich Osram profilieren. Dazu gehört die die neue Lichttechnik in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München. Nach mehrjährigem Umbau bestrahlen seit Anfang Mai mehr als 170 000 Leuchtdioden und eine intelligente Lichtsteuerung von Osram die Kunstwerke. Eine Weiterentwicklung wird 2014 in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan zum Einsatz kommen. Nach 500 Jahren sollen die Werke um Michelangelos Fresken in einer bisher einmaligen Präzision zu sehen sein. Die besonders kunstschonende Installation erlaubt eine vielfach höhere Beleuchtungsstärke. Zudem wird sie 60 Prozent weniger Strom verbrauchen als die aktuell installierte Variante.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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