22.04.2015, 11:11 Uhr | 0 |

Finnen planen Comeback Nokia will offenbar 2016 wieder ins Geschäft mit Smartphones einsteigen

Lange Zeit hat Nokia den Weltmarkt für Mobiltelefone beherrscht, dann folgte der Totalabsturz, weil die Finnen den Smartphone-Trend völlig verpassten. Aktuell gibt es keine Handys unter dem Namen Nokia, nachdem Microsoft die Rechte daran gekauft hat. Aber 2016 könnten sie ihre Renaissance erleben.

Nokia verbindet Menschen
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Nokia verbindet Menschen: Angeblich wollen die Finnen dahin zurück. Und sobald die Rechte von Microsoft am Markennamen auslaufen Smartphones unter dem Namen Nokia anbieten. 

Foto: Sanjeev Gupta/dpa

Wenn die informierten Kreise, die das US-Blog Re/Code zitiert, richtig liegen, dann könnte es Ende 2016 so weit sein: Handys unter dem Namen Nokia gäbe es dann wieder zu kaufen. Der Fachdienst berichtet, der finnische Konzern plane einen neuen Anlauf im Smartphone-Markt, sobald die Rechte von Microsoft am Markennamen auslaufen. Das ist im vierten Quartal nächsten Jahres der Fall, und weil Microsoft längst auf das Label „Lumia“ für seine Handys umgestiegen ist, liegt die Marke ohnehin brach.

Sie zu nutzen, liegt nahe. Schließlich sind die Begriffe Nokia und Handy in vielen Köpfen so eng verbunden wie Tempo und Taschentuch. Im Jahr 2005 beispielsweise verkauften die Finnen noch mehr als 200 Millionen Mobiltelefone in aller Welt, der Marktanteil lag bei über 30 Prozent.

Mehr als ein Jahrzehnt lang war Nokia globaler Branchenprimus. Nach Jahren des Absturzes gab das Unternehmen die Handy-Sparte 2014 auf. Endgültig, wie es schien. Die immer noch fast 100.000 Mitarbeiter arbeiten seither vor allem an Netzwerk-Services und Navigationsgeräten.

„Tolles Zeug in der Entwicklung“

Jetzt aber scheint es eine neue Wende zu geben. „Sie haben eine Menge tolles Zeug in der Entwicklung", zitiert Re/code den ehemaligen Nokia-Manager Richard Kerris. Das könnte ein bloßer PR-Gag sein, um den Konzern mal wieder in die Schlagzeilen zu bringen. Dagegen spricht, dass Nokia schon Ende vergangenen Jahres wieder in das Geschäft mit mobiler Hardware eingestiegen ist: Der Tablet-Computer N1 wird von einem Lizenznehmer in China hergestellt und unter dem Namen Nokia vertrieben.

Branchenkenner erwarten, dass die Finnen bei den Smartphones eine ähnliche Strategie wählen. Das wäre eine späte Reaktion auf den Trend, der die Handy-Sparte von Nokia um ihre Existenz brachte. Die Finnen hatten innerhalb weniger Jahre den Anschluss auf dem Smartphone-Markt verloren, weil sie strikt auf Eigenproduktion setzten und damit das Entwicklungstempo von Konkurrenten wie Apple einfach nicht halten konnten.

Auf keinem Massenmarkt präsent

Es ist ja auch nicht so, dass Nokia von Anfang an im Smartphone-Geschäft erfolglos gewesen wäre. Im Jahr 1999 bot das Unternehmen beispielsweise als erstes ein WAP-fähiges Handy an, das – in heute bescheiden wirkendem Umfang – Internetdienste abbilden konnte. Gegenwärtig allerdings ist Nokia auf keinem Massenmarkt präsent. Ausdruck dafür ist auch das, was erscheint, wenn man www.nokia.com anklickt: Zwei gleich große Fenster, von denen eines zu den Spezialdiensten von Nokia selbst führt, und das andere direkt zu den Handy-Angeboten von Microsoft.

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Von Werner Grosch
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