21.08.2013, 11:15 Uhr | 0 |

Finanzkommunikation Mit den Banken auf Augenhöhe

Wer seine Kreditwürdigkeit dauerhaft sichern möchte, sollte Banken offen über den Geschäftsverlauf informieren. Wie man dabei am besten vorgeht, erläutert der Unternehmer Uwe Streck im folgenden Beitrag. Seine Firma, die PFK Group in Köln, erhielt vor zwei Jahren einen Preis für professionelle Finanzkommunikation.

PFK-Außengelände
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Das Außengelände der PFK Group in Köln. Das Unternehmen ist spezialisiert auf den Handel, die Reparatur und die Vermietung von Flurförderzeugen und Hubarbeitsbühnen. Für ihr Engagement im Bereich Finanzkommunikation wurde es 2011 mit dem Preis für die beste Finanzkommunikation in der Kategorie "Kleiner Mittelstand" ausgezeichnet. 

Foto: PFK

Banken müssen künftig für ihre Geschäfte mehr Eigenkapital hinterlegen – eine Konsequenz aus der Wirtschafts- und Finanzkrise. Auch der Mittelstand ist davon betroffen: Kreditinstitute werden Risiken stärker abwägen und langfristige Kreditzusagen eher zögerlich oder gar nicht vergeben.

Marktbeobachter sind sich deshalb einig, dass aktive Finanzkommunikation immer wichtiger wird, um Bankengespräche so effizient wie möglich vorzubereiten und zu führen.

Transparenzoffensive

Die PFK Group hat vor vier Jahren eine Transparenzoffensive gestartet, um das partnerschaftliche Verhältnis zu ihren Banken zu stärken. Unser Ziel ist es, über die Finanzkommunikation die Bonität zu stabilisieren oder zu verbessern, die Kreditwürdigkeit zu unterstützen und damit Kreditentscheidungen zu verkürzen. Wir wollen damit auch eine Vertrauensbasis für Krisenzeiten schaffen.

Unser Publikationskanal ist die eigene Webseite. Hier finden sich die Handelsregisterangaben, die verkürzte Darstellung der Bilanz sowie die Gewinn-und Verlust-Rechnung, der Geschäftsbericht und Bonitätsbeurteilungen von vier Auskunfteien, darunter das Bonitätszertifikat der Creditreform.

Zusätzliches geschlossenes Finanzportal

Für Finanzdienstleister gibt es zusätzlich ein geschlossenes Finanzportal. Hier lassen sich per Log-in weitere Daten wie die monatlichen Betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA), die Summen-Salden-Listen, die Umsatzentwicklung der Geschäftsbereiche, die Jahresabschlüsse der letzten Jahre sowie die 3-Jahresplanung und Branchenberichte einsehen. Insgesamt arbeiten wir mit acht Banken und Finanzdienstleistern zusammen – ein relativ großer Kreis, der uns aber ein hohes Maß an Unabhängigkeit sichert.

Daten werden monatlich aktualisiert

Die Daten werden jeden Monat aktualisiert und die Banken per E-Mail darüber informiert. Unser Aufwand für die Pflege der Daten hält sich übrigens in Grenzen. Er liegt bei etwa zwei bis drei Stunden pro Woche.

Das persönliche Gespräch mit der Bank ersetzt dieser Datenfluss allerdings nicht. Aber er dient der effizienten Vorbereitung der Bankengespräche, die von der PFK mit jedem Kreditinstitut zweimal im Jahr geführt werden. Ein Bankentag für alle Kreditinstitute ist dagegen eher für Konzerne sinnvoll.

Eigenes Rating bei Banken abgefragt

Um die Daten im Finanzportal noch weiter zu verbessern, haben wir vor einiger Zeit Fragebögen an die Kreditinstitute verschickt. Das Ergebnis war ernüchternd: Jedem zweiten Institut reichten die BWA sowie die Summen-Salden-Listen aus. Erstaunlich – weil prophylaktisch für Krisenzeiten eigentlich mehr verlangt werden müsste, etwa die Kapitaldienstrechnung, der Bankenspiegel oder die Jahresplanung.

Weiteres unverständliches Ergebnis unserer Umfrage: Nur vier der acht befragten Banken, darunter die Commerzbank und die Sparkasse Köln/Bonn, gaben Auskunft über unser aktuelles Rating.

Dabei ermöglicht das Rating den Unternehmen, gezielt an eigenen Schwachstellen zu arbeiten. Ziel sollte es sein, die gute Bonitätseinstufung zu halten oder zu verbessern. Ein Bonitätsindex von 174 beispielsweise steht für ein sehr gutes Rating, ab einem Wert von 300 wird die Lage kritisch.

Beim Rating arbeiten wir mit dem Unternehmen Creditreform zusammen, das in Deutschland zu den größten Auskunfteien gehört. Bei den meisten Banken und Unternehmen gilt es als Standardquelle. Der Creditreform-Bonitätsindex dient den Banken zur besseren Gesprächsvorbereitung. Jeder Kaufmann und Unternehmer kann sich damit ein Bild seiner Geschäftspartner verschaffen.

Finanzkommunikation dient der Krisenprävention

PFK erfragt gut 20 Mal pro Monat Bonitätsnoten von Kunden bei Creditreform. Dabei bewerten wir einen Indexwert von bis zu 250 als positiv. Ab Werten von 250 bis 300 wird die Zusammenarbeit deutlich stärker abgewogen. Bei einem Index über 300 lehnen wir die Geschäftsanfrage ab. Eine Selbstauskunft ist übrigens bei jeder Auskunftei kostenlos – ein Grund mehr, sich damit zu befassen.

Fazit: Finanzkommunikation ist wichtig, um Gespräche mit Banken auf Augenhöhe zu führen. Es dient der Krisenprävention und es kann verhindern, dass die schärferen Eigenkapitalvorschriften von Banken, die eigene Kreditversorgung gefährden. 

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Von Uwe Streck | Präsentiert von VDI Logo
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