16.09.2014, 14:28 Uhr | 0 |

Für 2,5 Milliarden Dollar Microsoft übernimmt die Schmiede des Kultspiels Minecraft

Alles bleibt, wie es ist, nur schöner, größer und schneller! Das ist die Botschaft, die Microsoft und der schwedische Spieleentwickler Mojang gestern der Minecraft-Community verkündeten. Für 2,5 Milliarden US-Dollar kauft Microsoft das Unternehmen von Markus Persson, alias Notch – und damit auch das Kultspiel Minecraft, das Persson erfunden hat. 

Minecraft
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Die virtuelle 3D-Welt aus Klötzchen hat es Microsoft angetan: Für 2,5 Millionen Dollar übernimmt der Softwarekonzern den Minecraft-Entwickler Mojang. 

Foto: Mojang

Die pixelige Grafik einer virtuellen 3D-Welt aus Klötzchen wie Legosteinen mutet so gar nicht zeitgemäß an. Doch das Open-World-Spiel Minecraft des schwedischen Entwicklers Markus Persson wurde zum Kultspiel. Und zum Zugpferd der Aktiengesellschaft Mojang, die Persson im Jahr 2010 zusammen mit Carl Manneh und Jakob Porsér gründete. Microsoft ist das Spiel und die gewaltige Community aus Spielern weltweit 2,5 Milliarden US-Dollar Wert.

Baumeister gegen Zombies und Monsterspinnen

In offenen Welten bauen die Spieler bei unbegrenzter Bewegungsfreiheit aus virtuellen Bauklötzchen mit Werkzeugen und aus Ressourcen, die sie sich verdienen müssen, ihr eigenes Reich und verteidigen es gegen Zombies und Monsterspinnen.

Minecraft ist online und im Einzel- wie Mehrspielermodus spielbar, kann auf eigenen Servern gespielt werden und ist mit Modifikationen erweiterbar, die Spieler selbst entwickeln und für andere Spieler zum Download zur Verfügung stellen können.

Die Software wurde für alle denkbaren Plattformen entwickelt. Sie läuft unter Windows, Mac OS X und Linux, wurde für die Konsolen Xbox 360 und Xbox One, die Playstation 3, 4 und Vita, und für die Mobil-Betriebssysteme iOS und Android entwickelt.

Alle Mojang-Gründer verlassen das Unternehmen

Microsoft plane, Minecraft auch weiterhin für PC, iOS, Android, Xbox und PlayStation zur Verfügung zu stellen, heißt es in einer Erklärung des Redmonder Unternehmens. Darin verspricht man Minecraft-Spielern, sie werden von Microsofts Cloud- und Mobiltechnologie profitieren – in Form von „reicheren“ und „schnelleren“ Welten, „mächtigeren“ Werkzeugen und verbesserten Möglichkeiten, an der Minecraft-Community teilzunehmen.

Im unternehmenseigenen Blog informierte Owen Hill, Firmensprecher von Mojang, die Community gestern über den Deal und gab bekannt, dass die drei Mojang-Gründer Persson, Manneh und Porsér das Unternehmen mit dem Verkauf verlassen werden.

Persson, der als Verfechter offener Plattformen gegenüber Microsoft auch kritisch aufgetreten war, habe letztlich entschieden, dass er die Verantwortung für ein Unternehmen von so globaler Bedeutung, wie sie ihm von Minecraft verliehen wurde, nicht länger übernehmen wolle.

Mit Microsoft habe man jedoch seit 2012 sehr eng zusammengearbeitet und sei sicher, dass Minecraft unter dem Dach von Microsoft auch weiterhin gut gedeihen werde.

„Die 2,5 kommen doch nie wieder rein“

Mit 100 Millionen Downloads der Windows-Versionen, seit Minecraft 2009 herauskam, sei es eines der erfolgreichsten Spiele aller Zeiten, heißt es in der Erklärung von Microsoft.

Und das beliebteste Online-Spiel auf der Xbox. Dennoch ist Kennern der Szene schleierhaft, wie Microsoft an dem Geschäft verdienen will. So stellt die Süddeutsche Zeitung in Frage, ob sich Minecraft-Spieler überhaupt in Microsoft-Kunden verwandeln lassen. Und spekuliert, ob es bald nötig sein wird, ein Microsoft-Konto zu erstellen, um Minecraft zu starten.

Und YouTuber Erik Range alias Gronkh schreibt auf Facebook: „2,5 Milliarden Dollar für eine Firma, die nach Minecraft, das nun bereits auf allen Systemen den Release hinter sich hat, wohl nix Nennenswertes mehr releasen wird. Für eine Firma, deren drei Chefentwickler pünktlich zum Verkauf gehen. Vielleicht bin ich ja zu dumm oder nicht weitsichtig genug, aber was BRINGT das noch? Die 2,5 kommen doch NIE wieder rein.“ Gronkh ist der bekannteste LetsPlayer in Deutschland. Auch sein YouTube-Kanal „Let’s Play Minecraft“, in dem er das Game in Videos vorspielt und kommentiert, wird millionenfach von Fans abonniert.

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Von Susanne Neumann
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