03.06.2015, 14:03 Uhr | 0 |

APP FÜR DATENVERWALTUNG Microsoft übernimmt Berliner Start-up 6Wunderkinder

Der weltweit größte Softwarehersteller Microsoft kauft das Berliner Start-up 6Wunderkinder. Angeblich bis zu 200 Millionen Dollar soll der US-Konzern für das kleine Unternehmen bezahlen. Das Start-up hat eine erfolgreiche App für mobile Datenverwaltung entwickelt.

Start-up 6Wunderkinder
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Poster im Büro der Berliner Firma 6Wunderkinder: Microsoft hat inzwischen die Übernahme des Start-ups bestätigt.

Foto: Emily Wabitsch/dpa

Christian Reber kann sich vor Freude kaum beherrschen. Kein Wunder, wenn das stimmt, was das Wall Street Journal zu wissen meint: Zwischen 100 und 200 Millionen Dollar soll Microsoft für Rebers Unternehmen 6Wunderkinder bezahlen. Offizielle Angaben dazu gibt es nicht, aber die Summe scheint nicht unrealistisch, schließlich ist die Wunderlist-App des Berliner Start-ups, die nun ins Produktportfolio von Microsoft integriert wird, sehr erfolgreich: Mehr als 13 Millionen Nutzer hat die Anwendung.

Wie viele davon die kostenpflichtige Pro-Version nutzen, ist nicht bekannt, aber wenn es nur zehn Prozent der Kunden sind, dann würde das bei einem Monatspreis von 4,49 Euro einen Jahresumsatz von rund 70 Millionen Euro bedeuten. Laut Reber nutzen auch schon mehr als 50.000 Unternehmen die App, darunter Coca Cola, Google und IBM – und die zahlen auf jeden Fall.

Fakt ist, dass 6Wunderkinder ab sofort zur Microsoft-Familie gehört. Reber verspricht sich davon Zugang zu einer Unmenge von Know-how und Technologie, von der ein kleines Unternehmen nur träumen könne. Für den Weltkonzern dagegen bietet die Übernahme die Chance, ein Produkt anzubieten, das als besonders nutzerfreundlich, simpel und praktisch gilt.

Elektronische To-do-Liste

Die Wunderlist-App ermöglicht die Verwaltung von Daten und Notizen auf Smartphones und Tablets, aber auch auf stationären Computern, und das für alle gängigen Betriebssysteme. Im Prinzip fertigt die Anwendung nichts als eine elektronische To-do-Liste, die private oder berufliche Termine und Aufgaben synchronisiert, von der Verabredung zum Kaffee bis zum Büro-Meeting, und die an wichtige Termine erinnert.

Wunderlist-Logo (Handout vom 02.06.2015). Microsoft übernimmt das Berliner Start-up 6Wunderkinder. Das bestätigte der Softwarekonzern am 02.06.2015. Mit der Wunderlist des Start-ups lassen sich auf dem Smartphone oder Tablet, aber auch auf dem PC Aufgaben verwalten und Notizen speichern. Foto: 6Wunderkinder/dpa ((ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur bei Nennung: "Foto: 6Wunderkinder/dpa") +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Wunderlist-Logo: Mit der Wunderlist-App lassen sich auf dem Smartphone oder Tablet, aber auch auf dem PC Aufgaben verwalten und Notizen speichern. 

Foto: 6Wunderkinder/dpa

Wer die Daten mit anderen Nutzern teilen will, um beispielsweise ein berufliches Projekt zu organisieren, braucht die kostenpflichtige Pro-Version. Die Kommunikation der Nutzer innerhalb einer Gruppe soll zudem besonders sicher vor Cyberangriffen sein, verspricht der Anbieter.

Team in Berlin bleibt erhalten

Für die Kunden soll sich durch die Integration in Microsoft nichts ändern, verspricht Reber in seinem Blog. Die Firma bleibe in Berlin, er selbst werde das Team weiterhin leiten. Geschäftsführer Reber hatte 6Wunderkinder erst 2010 zusammen mit fünf anderen Berlinern gegründet. In der Entwicklungsphase halfen namhafte Investorengruppe wie Sequoia Capital und Early Bird Capital. Die erste Entwicklung Wunderkit wurde nach relativ kurzer Zeit eingestellt, der Nachfolger Wunderlist allerdings geriet zum Erfolg und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem als „App oft he year“ im Mac App Store.

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Von Werner Grosch
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