14.12.2015, 13:31 Uhr | 0 |

OpenAI gegründet Künstliche Intelligenz: Mit einer Milliarde Dollar will Musk Gefahren bannen

Der milliardenschwere Tesla-Gründer Elon Musk will mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft die Zukunft der Künstlichen Intelligenz erforschen und in Bahnen lenken, die dem Wohl der Menschheit dienen. Dafür wurde das gemeinnützige Unternehmen OpenAI gegründet. 

Roboter spielt Violine
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Ein humanoider Roboter spielt Violine: Das macht keine Angst. Wohl aber die Vorstellung, dass er genauso virtuos mit Waffen umgehen kann. Und seine Künstliche Intelligenz dazu nutzen würde, selbst zu entscheiden, wann er sie gegen wen richtet. 

Foto: Rungroj Yongrit/dpa

Die Sorge, dass sich irgendwann Maschinen gegen Menschen auflehnen könnten, ist nicht neu. Jetzt aber hat sich mit OpenAI erstmals eine Art Kontrollgremium zusammengeschlossen. Ziel ist es keineswegs die Entwicklung Künstlicher Intelligenz zu stoppen, sondern vielmehr sie in die richtigen Bahnen zu lenken.

AI steht für Artificial Intelligence, also Künstliche Intelligenz. Sie ist der Versuch, Maschinen das Denken beizubringen. Sie sollen lernen, wie Menschen rational zu handeln. Renommierte Wissenschaftler in aller Welt und auch Musk selbst sehen der Entwicklung mit Skepsis entgegen. Was, wenn die Maschinen sich gegen die Menschen auflehnen?

Musk sagte dazu vor einiger Zeit: „Wenn ich raten müsste, was unsere größte existenzielle Bedrohung ist, dann ist es vermutlich das.“ Microsoft-Gründer Bill Gates („Ich verstehe nicht, warum manche Menschen nicht besorgt sind“) und der Physiker Stephen Hawking („Künstliche Intelligenz könnte das Ende der Menschheit bedeuten“) äußerten sich ähnlich.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schaut sich am 09.03.2015 im Museum für Zukunftsorientierte Wissenschaft und Innovation Miraikan in Tokio in Japan den Roboter Asimo (Advanced Step in Innovative) neben Museumsdirektor Mamoru Mohri an. Merkel befindet sich auf einem zweitägigen Besuch in Japan. Foto: Michael Kappeler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Noch unbesorgt: Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte auf ihrer Japanreise im März einen humanoiden Roboter per Handschlag. 

Foto: Michael Kappeler/dpa

OpenAI soll erforschen, wie es mit der Künstlichen Intelligenz weitergeht, vor allem aber dafür sorgen, dass sie sich zugunsten der Menschheit entwickelt und nicht zu einer Bedrohung wird. 

Skypes Übersetzungsmaschine als positives Beispiel

Der Internet-Telefondienstleister Skype hat sich Künstliche Intelligenz schon zunutze gemacht. Er bietet eine Life-Übersetzung an, wenn Menschen miteinander telefonieren, die verschiedene Sprache sprechen.

Skype ist ein Beispiel für KI, allerdings auf relativ niedrigem Niveau, denn die Übersetzungsmaschine schafft nur einfache Sätze. Bei Waffensystemen, die autonom auf Angriffe reagieren, eine denkbare Form der KI, sieht das schon anders aus. Erst recht, wenn es so weit kommen sollte, dass sich Panzer, Artillerie und Kampfflugzeuge untereinander absprechen. Genau diese Auswüchse der KI gilt es mit OpenAI zu verhindern.

Außer Musk und den Investoren Peter Thiel – der gemeinsam mit Musk Paypal gründete – und Sam Altman gehören zur Gründergruppe Yoshua Bengio, der sich seit Jahrzehnten mit dem Thema beschäftigt, und Ilya Sutskever, der bei Google den Bereich KI betreute. Die enorme Rechenkraft, die für KI benötigt wird, stellt Amazon Web Services OpenAI zur Verfügung. Wer mitmacht muss sich ums Finanzielle keine Sorgen machen: OpenAI ist mit einer Milliarde Dollar ausgestattet.

ARCHIV - Zwei als Roboter verkleidete Darsteller halten am 14.04.2015 bei der Hannover Messe in Hannover (Niedersachsen) beim Leaders Dialogue «Industrie 4.0 in Made in Germany» zum Start der Plattform Industrie 4.0 den Schriftzug «4.0» hoch. Foto: Ole Spata/dpa (zu lrs "Auftakt Wirtschaftsministerkonferenz der Länder u.a. zu den Thema Industrie 4.0") +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Nicht echt: Bei diesen Robotern handelt es sich um verkleidete Menschen. Ein Werbegag zum Start der Plattform Industrie 4.0 im April 2015. Künstliche Intelligenz könnte zum Problem für den Menschen werden. OpenAI will das verhindern. 

Foto: Ole Spata /dpa

OpenAI geht es nicht darum, die KI-Forschung zu bremsen, sondern sie in Bahnen zu lenken, die keine Gefahr für den Menschen bedeuten, mehr noch: die zum Wohlbefinden der Menschheit beiträgt. Transparenz wird groß geschrieben: Patente, die OpenAI erhält, sollen für alle frei zugänglich sein. Und es geht OpenAI ausdrücklich nicht ums Geld verdienen. Wie hier nachzulesen ist.

Roboter als vielsprachige Auskunftei

Außer Skype bedienen sich schon zahlreiche Unternehmen der KI. Japanische und französische Unternehmen beispielsweise haben menschenähnliche Roboter entwickelt, die Touristen während der Olympischen Spiele in Tokio in mehreren Sprachen beraten sollen. Andere Unternehmen bauen Pflegeroboter, die in Krankenhäusern helfen und – allerdings wenig anspruchsvolle – Dienste verrichten wie das Verteilen der Mahlzeiten. Wirklich denkende Maschinen gibt es dagegen noch nicht.

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Von Wolfgang Kempkens
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