23.01.2014, 16:28 Uhr | 0 |

Lenovo übernimmt x86-Serversparte IBM verkauft Teile des Hardwaregeschäfts für 2,3 Milliarden Dollar

IBM hat seine x86-Serversparte an den chinesischen Konzern Lenovo verkauft. Zu verlustreich war das Geschäft in den vergangenen Jahren. Lenovo hatte vor neun Jahren bereits die Laptop-Sparte und das Thinkpad übernommen.

IBM Deutschlandzentrale in Ehningen
Á

IBM-Deutschlandzentrale in Ehningen: Der Konzern will sich zukünftig auf Softwareentwicklung konzentrieren und trennt sich von verlustreichen Teilen des Hardwaregeschäfts. Die Umsätze im Geschäft mit den x86-Servern sanken im vierten Quartal 2013 um 16 Prozent. 

Foto: dpa

Die x86-Server sind nur ein Teil der Server, die IBM anbietet. Es sind die sogenannten leistungsschwächeren Server, die vor allem in den Rechenzentren von Firmen zum Einsatz kommen. Sie arbeiten mit Prozessortypen, die auch in herkömmlichen PC verwendet werden. Zu den x86-Servern gehören System x, BladeCenter, Flex System Blade Server, NeXtScale und iDataPlex-Server. Das Geschäft mit den größeren Servern will IBM selbst weiterführen.

IBM-Strategie: Weg von der Hardware

Damit folgt IBM seiner Strategie, sich vom derzeit verlustreichen Hardwaregeschäft zu trennen und sich auf Entwicklung und Verkauf von Software zu konzentrieren. Die Umsätze im Geschäft mit den x86-Servern sanken im vierten Quartal 2013 um 16 Prozent, die Umsätze mit Hardware insgesamt sogar um 26 Prozent.

Lenovo ist beim Verfolgen dieser Strategie nicht zum ersten Mal Geschäftspartner von IBM: Die Chinesen kauften bereits vor neun Jahren die IBM-Laptop-Sparte. Dazu gehörte auch das bekannte Thinkpad. Den Kaufpreis für die x86-Sparte von 2,3 Milliarden Dollar, umgerechnet 1,7 Milliarden Euro, zahlt Lenovo zum größten Teil in bar, den Rest in Lenovo-Aktien.

Lenovo selbst will mit Zukäufen seine Position als Marktführer bei Computern behaupten. Zum Konzern gehört unter anderem das Unternehmen Medion, das seine Computer auch über Aldi anbietet.

Auch US-Computerhersteller Dell äußerte Interesse

IBM und Lenovo hatten schon länger verhandelt. Die ersten Gespräche waren im vergangenen Jahr an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert. Laut New York Times hatte Lenovo 2,5 Milliarden Dollar geboten, IBM aber auf mindestens vier Milliarden Dollar gehofft. Laut einem Bericht des Wall Street Journals war Lenovo nicht der einzige potenzielle Käufer der IBM-Sparte. Auch US-Computerhersteller Dell habe Interesse geäußert.

Von der Übernahme sind 7500 Mitarbeiter betroffen. Sie arbeiten weltweit an den Standorten Raleigh, Shanghai, Shenzhen and Taipei. IBM erwartet, dass sie komplett von Lenovo übernommen werden. 

Anzeige
Von Andrea Ziech
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
IBM
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden