11.10.2013, 13:36 Uhr | 0 |

Auch Fairfax will übernehmen Gründer Mike Lazaridis will Blackberry zurückkaufen

Die Talfahrt von Blackberry nimmt kein Ende, dafür aber eine überraschende Kurve: Firmengründer Mike Lazaridis, 2012 nach einem Streit aus der Firmenspitze ausgeschieden, ist zurück und schmiedet ein Übernahmeangebot für den angeschlagenen Smartphone-Hersteller. Dabei bemängeln Kritiker schon lange seine visionäre Kraft.

Smartphones von Blackberry
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Smartphones von Blackberry: Das Unternehmen verkauft immer weniger seiner Geräte. Jetzt will überraschend der 2012 im Streit ausgeschiedene Firmengründer Mike Lazaridis das Unternehmen komplett kaufen.

Foto: dpa

Nachdem sich Blackberry-Gründer Mike Lazaridis Anfang 2012 nach einem Streit mit Firmenchef Thorsten Heins zurückgezogen hatte, prescht er nun nach vorne: Gemeinsam mit seinem ehemaligen Kollegen Douglas Fregin scheint er einen Plan zu schmieden, das Unternehmen, das seit August zum Verkauf steht, zu übernehmen. Mit Rückendeckung von prominenten Unternehmensberatern hat er erst kürzlich seinen Anteil von 5,7 auf 8 Prozent erhöht und schielt nun auch auf die restlichen Anteile der 524 Millionen Blackberry-Aktien. Das geht aus Unterlagen der US-Börsenaufsicht SEC hervor.

Investor Fairfax will Blackberry ebenfalls übernehmen

Diese Kehrtwende wird auch die kanadische Finanzfirma Fairfax Financial überraschen. Denn diese hält bereits 10 Prozent der Anteile und will die übrigen Aktien für 4,7 Milliarden Dollar kaufen. Ob das geschehen wird, steht in den Sternen. Ein Blackberry-Sprecher bestätigte in einem Bericht von zdnet.de lediglich, dass das Unternehmen mit Hilfe von Finanz- und Rechtsberatern mögliche Alternativen zu dem Übernahmeangebot von Fairfax prüfe. Die Entwicklung würde aber geheim gehalten: „Mit Hinblick auf das laufende Verfahren haben wir nicht vor, die weitere Entwicklung öffentlich zu machen, bis wir eine spezifische Transaktion genehmigen oder die Prüfung von Alternativen auf eine andere Art abschließen.“

965 Millionen Dollar Verlust im zweiten Quartal

Experten schieben Lazaridis eine Mitschuld für die Blackberry-Misere zu. Während seiner Amtszeit habe das Unternehmen den Trend zu Touchscreen-Smartphones unterschätzt. Und selbst mit neuen Smartphones mit Touchscreen und frischem Betriebssystem verliert die Talfahrt derzeit nicht an Fahrt: Im September teilte Blackberry mit, dass es im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres zu einem Verlust von 965 Millionen Dollar kam. 4500 Arbeitsstellen müsse man nun streichen. Die Aktie reagierte auf Bekanntwerden der Übernahmepläne von Lazaridis allerdings positiv und stieg um gut ein Prozent auf 8,20 Dollar.

Mike Lazaridis wurde 1961 in der Türkei geboren und zog mit seinen griechischen Eltern fünf Jahre später nach Windsor in Kanada. 1979 begann er ein Ingenieur- und Informatikstudium an der Universität von Waterloo. Dieses brach er jedoch zwei Monate vor dem Abschluss ab, da er einen Vertrag von General Motors über 600 000 US-Dollar annahm und künftig Kontrollanzeigesysteme für Netzwerkcomputer entwickelte. Mit diesem Geld gründete er 1984 gemeinsam mit Douglas Fregin die kanadische Firma Research In Motion (RIM), die Blackberry-Mobiltelefone entwickelt und produziert.

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Von Patrick Schroeder
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