07.04.2014, 12:32 Uhr | 0 |

Projekt Ara macht Fortschritte Googles modulares Smartphone wird von Magneten zusammen gehalten

Die Vision ist faszinierend: Wie bei einem Lego-Baukasten steckt man sich künftig das Handy ganz nach seinen eigenen Wünschen zusammen. Tastatur gewünscht, der Akku ist zu schwach? Beim modularen Google-Handy Ara tauscht man künftig die Elemente einfach aus. Wie das funktionieren soll, erklären Googles Entwickler in einem neuen Video.

Entwickler des modularen Google-Smartphones Ara
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Entwickler des modularen Google-Smartphones Ara: Dauermagneten sollen die einzelnen Module zusammenhalten.

Foto: Google

Das wichtigste Geheimnis haben die Entwickler schon vor der mit Spannung erwartetenEntwicklerkonferenz Mitte April gelüftet. Magnete sollen das Handy der Zukunft zusammenhalten und zugleich ermöglichen, dass man Komponenten ganz nach Wahl austauschen kann. Mit seinem Projekt Ara, das Ingenieur.de schon im vergangenen Jahr vorgestellt hat, geht Google bewusst einen ganz anderen Weg als Konkurrent Apple. Während man beim iPhone nicht mal einen defekten Akku ohne Probleme austauschen kann, weil er mit dem Gerät verklebt ist, soll beim modular aufgebauten Ara-Smartphone fasst alles austauschbar werden.

Wie das funktionieren soll, erklären die Google-Entwickler jetzt in einem Video. In dem Clip wird der Betrachter wie ein virtueller Besucher durch das Ara-Entwicklungslabor geführt. Vor allem erfährt man, wie die einzelnen Komponenten auf der Basisplatte zusammen gehalten werden: mit Elektropermanentmagneten.

Elektropermanentmagneten halten die Module zusammen

Elektropermanentmagnete sind eine Art Zweikomponentendauermagnet mit zusätzlicher elektromagnetischer Komponente. Über einen einmaligen elektrischen Impuls kann die Magnetisierung des Permanentmagneten dauerhaft bis zum nächsten Impuls umgeschaltet werden – also ein elektrisch umschaltbarer Dauermagnet. Zum Erhalt der Magnetisierung ist keine kontinuierliche Zuführung elektrischer Energie nötig.

Durch das Umschalten der einzelnen Bereiche können diese Module auch recht leicht wieder entfernt werden. Das Betriebssystem überwacht dabei die Magneten und kann die Module nach Bedarf auch schnell wieder freigeben.

Das Grundmodul von Ara gibt es aktuell in zwei Größen mit entweder sechs oder neun Bereichen für die frei wählbaren Einschubmodule. Fest zusammengebaut sind nur das Display mit seiner Touchoberfläche, die Menübuttons, die Frontkamera und einige Sensoren.

Ara-Module kommen aus 3D-Druckern

Auf der Konferenz "Inside 3D Printing" in New York nannte der Chef von 3D Systems, Avi Reichenthal, neue Details zur Produktion der einzelnen Ara-Module: 3D Systems wird die einzelnen Module per 3D-Druck produzieren – dabei sollen neben dem Kunststoffgehäuse auch die Schaltkreise aus dem Drucker kommen. Stromversorgung und Datenübertragung zwischen den einzelnen Modulen laufen über eine Schnittstelle nach dem MIPI-Standard (Mobile Industry Processor Interface).

Google-Entwickler gewähren erste Einblicke in das Smartphone-Projekt Ara.

Die Firma 3D Systems kann auch anpassbare Designs auf die Oberflächen der Module drucken, was ein 3D-Systems-Mitarbeiter auch im aktuellen Video zeigt. Das Projektvideo zeigt auch eine spezielle Ara-App, mit der Interessenten schon vor dem Verkaufsstart ihr eigenes Ara-Smartphone zusammenstellen können.

Google lässt das gesamte Konzept bewusst offen. Dadurch soll es jedem Hersteller ermöglicht werden, eigene Ara-Komponenten herzustellen und auch eigene Smartphones mit diesem System auf den Markt zu bringen. Denn nichts wäre für ein Modulkonzept abträglicher, als wenn jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kochen und die eigenen Module mit Absicht inkompatibel zur Konkurrenz machen würde.

Das Technikmagazin The Verge berichtet, dass das Einsteigermodell des Ara-Projektes umgerechnet nur rund 36 Euro kosten soll. Das modulare Ara-Smartphone soll schon Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen. 

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Von Klaus Ahrens
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