12.08.2014, 16:22 Uhr | 0 |

Für schnelles Internet Google investiert in schnelles Unterseekabel

Gemeinsam mit fünf Unternehmen aus der Telekommunikations-Branche wird Google ein Untersee-Glasfaserkabel bauen, das Japan mit den USA verbindet. In das Projekt FASTER fließen knapp 240 Millionen Euro an Investition.

Untersee-Glasfaserkabel
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Mit knapp 240 Millionen Euro will sich Google am Bau eines Untersee-Glasfaserkabel beteiligen, das Japan mit den USA verbindet. 

Foto: TE Subcom

Und wieder wächst die Welt ein Stück weiter zu einem globalen Dorf zusammen. Gestern fiel der Startschuss für FASTER, ein neu zu bauendes transpazifisches Unterseekabel, welches Japan mit den Vereinigten Staaten von Amerika verbindet. Bei FASTER ist der Name Programm: Insgesamt werden die sechs Glasfaserpaare in der Lage sein, 60 Terabyte an Information zu übertragen – und zwar pro Sekunde. Der Suchmaschinenriese Google wird zusammen mit fünf anderen Firmen die stolze Summe von knapp 224 Millionen Euro in das schnelle Glasfaser-Unterseekabel investieren.

Schnelle Verbindung zu den Ballungszentren an der US-Westküste

FASTER wird die beiden japanischen Küstenstädte Chikura und Shima mit Ballungszentren an der US-Westküste, wie San Francisco, Los Angeles, Seattle und Portland verbinden. „FASTER macht das Internet für Nutzer in Asien eben schneller und zuverlässiger“, schreibt Google-Urgestein Urs Hölzle, Senior Vice President für technische Infrastruktur bei Google, auf Google+. Woohyong Choi, Vorsitzender des Exekutivausschusses von FASTER, betont die Bedeutung des Projekts: „FASTER ist eines von wenigen hundert Untersee-Telekommunikationskabel zwischen den verschiedenen Teilen der Welt. Das FASTER-Kabel-System verfügt über die größte Kapazität, die je auf der Transpazifikroute, die eine der längsten Strecken der Welt ist, gebaut wurde. Davon werden alle Benutzer des globalen Internets profitieren.“

NEC hat über 200.000 Kilometer Kabel verlegt

Neben Google gehören dem Projekt FASTER die Telekommunikationsanbieter China Mobile Internet, China Telecom Global, Global Transit, KDDI und SingTel an. Systemanbieter des Kabels ist die Untersee-Abteilung der Netzwerksparte der japanischen NEC Corporation. „Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung im Bau von über 200.000 Kilometer Kabel im Rücken, ist NEC einer der weltweit führenden Anbieter von Unterwasserkabel-Systemen“, sagte Naoki Yoshida, General-Manager bei der Unterwasser-Netzwerkabteilung von NEC. Die Verlegung des neuen Untersee-Kabels soll innerhalb des zweiten Quartals 2016 abgeschlossen sein.

FASTER ist Googles drittes Investment in Unterseekabel

Die Beteiligung an FASTER ist bereits das dritte Investment Googles in Unterseekabel. 2008 beteiligte sich Google an Unity und im Jahre 2011 am South-East Asia Japan Cable, das Japan mit südostasiatischen Ländern wie Thailand, China, Brunei, Singapur, Indonesien, den Philippinen und der Sonderverwaltungszone Hongkong verbindet. Dieses Kabelsystem transportiert 15 Terabyte an Daten in der Sekunde und kann bis auf 23 Terabyte pro Sekunde aufgerüstet werden. Diese Investitionen entsprechen der erklärten Strategie Googles, seinen Nutzern einen schnellen Zugang zu Internet-Diensten zu ermöglichen.

epa03734731 An undated handout photo provided by Google shows colourful pipes that carry water, at a Google Data Center in the Dalles, Oregon, USA. According to media reports, a secret intelligence program called 'Prism' run by the US Government's National Security Agency has been collecting data from millions of communication service subscribers through access to many of the top US Internet companies, including Google, Facebook, Apple and Verizon. Reports in the Washington Post and The Guardian state US intelligence services tapped directly in to the servers of these companies and five others to extract emails, voice calls, videos, photos and other information from their customers without the need for a warrant. EPA/GOOGLE / HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES *** Local Caption *** 50563953 +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Google Data Center: Der Internetriese investiert in verschiedene Projekte, um das Netz für seine Nutzer schneller und zuverlässiger zu machen. 

Foto: dpa/Google

„Wir bei Google wollen, das unsere Produkte schnell und zuverlässig sind“, so Hölzle weiter, der einer der ersten zehn Mitarbeiter des Konzerns aus Mountain View im Santa Clara County im US-Bundesstaat Kalifornien ist. „Dafür wird eine großartige Netzwerk-Infrastruktur benötigt, egal ob für mehr als eine Milliarde Android-Nutzer oder für Entwickler, die Produkte für Googles Cloud-Plattform erstellen.“

FASTER wird ein nichtöffentliches Seekabel

Das Unterseekabel FASTER, an dem sich Google jetzt beteiligt, wird ein nichtöffentliches Seekabel. Das Wall Street Journal hatte geschrieben, das Kabel solle Googles Rechenzentrum im US-Bundesstaat Oregon mit Japan verbinden. Google kann so seinen Anteil an den Übertragungskapazitäten kontrollieren. Internetkonzerne, Banken und Forschungsstätten setzen verstärkt auf die Nutzung solcher nichtöffentlichen Netzwerke. Das Marktforschungsunternehmen Telegeography berichtet, dass in speziellen Korridoren, wie über den Atlantik, bereits 40 Prozent des Datenverkehrs auf das Konto solcher Unternehmen gehen.

Google ist auch mit dem Projekt Fiber am Start

Um schnellen Zugang zum Internet geht es auch beim Glasfaser-Projekt Fiber von Google. Das im Jahre 2010 gestartete Projekt ermöglicht Nutzern den Ein-Gigabit-Zugriff auf das Internet. Bisher ist Google als Provider von Glasfaser-Technologie in Kansas City im US-Bundesstaat Kansas, in Austin in Texas und Provo im Bundesstaat Utah aufgetreten.

Weitere potenzielle Städte für das Projekt Fiber sind Portland in Oregon, San Jose in Kalifornien, Phoenix in Arizona, Atlanta in Georgia, Salt Lake City in Utah, Nashville in Tennessee, Charlotte in North Carolina, San Antonio in Texas und Raleigh Durham in North Carolina.

Informationsaustausch für optimale Trassenplanung

Google will für die Planung der Glasfaserkabel eng mit den jeweiligen Städten zusammenarbeiten. So verlangt der Suchmaschinen-Konzern detaillierte Informationen, wie zum Beispiel Karten der bestehenden Rohrleitungen sowie der Wasser-, Gas- und Stromleitungen, um den Verlauf der Glasfasertrasse optimal planen zu können. So sollen auch die Eingriffe in den öffentlichen Straßenraum minimiert werden.

Loon soll die Bewohner ländlicher Gegenden ins Internet bringen

Der Suchmaschinenriese, der längst nicht mehr nur eine Suchmaschine betreibt, möchte seine Nutzer nicht nur immer schneller im Internet surfen lassen. Mit dem Projekt Loon will Google auch in bisher unterversorgten Weltgegenden einen Zugriff auf das World Wide Web ermöglichen. Dabei sollen ländliche Gegenden durch einen äußerst hoch fliegenden Ballon via WLAN mit dem Internet verbunden werden. 

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Von Detlef Stoller
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