17.02.2015, 13:43 Uhr | 0 |

Kommt das iCar? Gerüchte über ein Elektroauto von Apple brodeln

Seit vergangener Woche wird spekuliert, ob Apple mit einer Eigenkreation in den Markt der Elektroautos einsteigen wird. Plant Apple-Chef Tim Cook mit dem Projekt „Titan“ die riesigen Gewinne des Konzerns in den Markt der E-Autos anzulegen?

Apple-Logo auf Fahne
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Gerüchten zufolge will Apple mit einem eigenem elektrisch betriebenen Mini-Van in den Automobilmarkt einsteigen. 

Foto: Andy Rain/dpa

Seit Tagen dreht sich erneut das Gerüchtekarussell um Apple. Die aktuellen Spekulationen werden angeheizt durch Berichte amerikanischer Medien wie dem Wall Street Journal und der Financial Times, die herausgefunden haben wollen, dass Apple in den Automobilmarkt einsteigt. Und zwar mit einem eigenen Elektroauto in Form eines Mini-Vans. Ob das iCar wie sein Konkurrent von Google autonom unterwegs sein soll, oder nur teilautonom, ist noch nicht klar.

Will Apple ein komplettes E-Auto in Eigenregie bauen?

Unter dem Codenamen „Titan“, so das Wall Street Journal, habe Apple-Chef Tim Cook das Projekt bereits vor einem Jahr gestartet und mehrere Hundert Entwickler dafür abgestellt. Steve Zadesky, ehemaliger Mitarbeiter bei Ford und später maßgeblich an der Entwicklung von iPhone und iPad beteiligt, soll das neue E-Auto-Team leiten und insgesamt bis zu 1000 Leute anheuern können. Zu Apple sei auch Johann Jungwirth gewechselt, der ehemalige Chef des kalifornischen Entwicklungszentrums von Mercedes.

Zum Themendienst-Bericht "Auto/Hersteller/Messen/IAA/" vom 14. September: Futuristische Optik mit gläserner Kanzel: Erdgas sorgt in der Sportwagenstudie Mila von Magna Steyr für den Vortrieb.(Die Veröffentlichung ist für dpa/gms-Themendienst-Bezieher honorarfrei. Quellenhinweis: "Felix Rehwald/dpa/gms".) +++ +++
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Apple-Mitarbeiter sollen sich mit dem österreichischen Auftragsproduzenten Magna Steyr getroffen haben. Auf dem Foto zu sehen ist die Sportwagenstudie Mila von Magna Steyr. Hier sorgt Erdgas für den Vortrieb. 

Foto: Felix Rehwald

Darüber hinaus, das schrieb die Financial Times, gebe es im Apple-Konzern Neueinstellungen von Autodesignern oder Spezialisten für Fahrzeugdynamik. Apple Mitarbeiter hätten sich außerdem mit dem österreichischen Auftragsproduzenten Magna Steyr getroffen. Ansonsten will Apple, so interpretieren die Medien die bisherigen Informationen, sich von anderen Autoherstellern nur wenig Hilfe holen und ein komplettes Elektroauto in Eigenregie entwickeln.

Skeptiker sehen das iCar noch in weiter Ferne

Zuzutrauen wäre so ein Alleingang dem Apple-Chef allemal, darüber sind sich die meisten Analysten einig. Aber zu der Frage ob es sinnvoll sein kann, für einen Neuling in den hart umkämpften Automarkt einzusteigen, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Skeptiker sehen das iCar noch in weiter Ferne, zumal es im Vergleich zum Bau eines Handys eine wesentlich komplexere Angelegenheit ist, ein Auto zu entwickeln. Vielleicht versteckt sich hinter dem Titan-Projekt auch nur der Bau eines Prototypen, der dabei helfen soll, Angebote wie CarPlay zu verbessern. 

FILE - Apple CEO Tim Cook speaks during Apple's launch event at the Flint Center for the Performing Arts in Cupertino, California, USA, 09 September 2014. EPA/MONICA DAVEY (zu dpa "Weltrekord-Gewinn: Kurs von Apple-Chef Tim Cook zahlt sich aus" vom 28.01.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Apple-Chef Tim Cook soll unter dem Codenamen „Titan“ das E-Auto-Projekt bereits vor einem Jahr gestartet und mehrere Hundert Entwickler dafür abgestellt haben. 

Foto: Monica Davey/dpa

Mit CarPlay, das auch schon in mehreren deutschen Autos verbaut wird, verbindet sich das iPhone mit dem Bordcomputer und holt das Entertainment- und Navigationssystem auf den Hauptbildschirm des Autos. Für die Bedienung kann auch Apples Sprachsteuerung Siri benutzt werden. Eventuell, so die Spekulation, könnte Apple nun vorhaben, das CarPlay-System zu erweitern, um es auch zur Fahrzeugsteuerung, etwa zum Ein- und Ausschalten von Licht und Klimaanlage, zu nutzen.

Ein Elektroauto könnte zur Langzeitstrategie von Apple passen

Für andere Analysten kann die Entwicklung eines eigenen Apple-Autos ein sinnvoller Schritt sein. Schließlich habe bereits Tesla gezeigt, dass es möglich ist, als Branchenneuling in das schwierige und stark regulierte Auto-Business einzusteigen, insbesondere im Sektor für Elektroautos. Auch Google arbeitet an einem Fahrzeug aus eigener Entwicklung. Der Zweisitzer mit Elektroantrieb, den Google im vergangenen Jahr vorstellte, wird komplett vom Computer gesteuert und soll nichts weniger als den Straßenverkehr revolutionieren. 

Außerdem hätte Apple für ein derart riesiges Projekt wie „Titan“ das nötige Kleingeld: Im vergangenen Geschäftsquartal machte der Konzern 18 Milliarden Dollar Gewinn. Das Apple-Auto könne also nicht nur finanziert werden, sondern auch in die Langzeit-Strategie des Konzerns passen. Ein Elektrofahrzeug wäre die perfekte Erweiterung des Apple-Universums, in dem die Kontinuität eines digitalisierten Lebensstils immer weiter ausgebaut wird: das iCar als ultimatives Mobil-Gerät.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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