27.05.2013, 09:45 Uhr | 0 |

Deutscher Gründerpreis Finalisten sind überwiegend Ingenieure

Das Gründungsklima für Ingenieure scheint derzeit besonders gut zu sein. Sie stellen vier der sechs Finalisten beim Deutschen Gründerpreis. Ihre Ideen sind spannend. Ihre Erfolgsformel: Ingenieur-Know-how plus Unternehmerpersönlichkeit gleich Erfolg. Wer sind die Besten? Das wird erst auf einer Preisverleihung am 25. Juni in Berlin verraten.

Fahrerloses Transportsystem (FTS) der Serva Transport Systems.
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Das fahrerlose Transportsystem (FTS) der Serva Transport Systems GmbH sorgt dafür, dass Parkflächen effektiver genutzt werden. Die rollenden Hebebühnen lagern abgestellte Autos vollautomatisch und mehrfachtief ein.

Foto: Foto: Serva

Ingenieure sind dafür bekannt, dass sie Lösungen für praktische Probleme finden. Parkplatzmangel und überfüllte Parkhäuser etwa kosten jeden Autofahrer täglich Zeit und Nerven. Die beiden Maschinenbauer Rupert Koch und Leopold Meirer von Serva Transport Systems aus Bernau am Chiemsee entwickelten deshalb ein neuartiges, fahrerloses Transportsystem (FTS), das die Stellfläche von Parkhäusern optimal nutzt.

Die Pkws werden in einer Übergabestation per Laser dreidimensional vermessen. Aufgrund der berechneten Fahrzeugdimensionen stellt sich das FTS auf die Länge der einzelnen Pkw ein, und platziert sie nach Größen sortiert auf der Parkfläche. Eine mehrfachtiefe Einlagerung pro Reihe ermöglicht es, bis zu 60 % mehr Fahrzeuge auf derselben Fläche unterzubringen. Die vollautomatische Navigation des FTS im Raum erfolgt ebenfalls per Laser und Reflektormarken an Wänden und Säulen der Parkgarage.

Serva-System lässt sich in jedes bestehende Parkhaus integrieren

"Wir arbeiten mit einer Technologie, die sich bereits in anderen Branchen bewährt hat und deshalb sehr zuverlässig und stabil funktioniert", sagt Rupert Koch. Und weil man weder Schienen noch Transportbänder braucht, lässt sich das System in jedes bestehende Parkhaus integrieren. Der Flughafen Düsseldorf war nach der zweimonatigen Testphase jedenfalls rundum überzeugt und lässt das System einbauen. Und auch die hochkarätig besetzte Expertenjury des Deutschen Gründerpreis war so begeistert, dass sie das Unternehmen in der Kategorie "StartUp" nominiert hat.

Ebenfalls in dieser Kategorie nominiert wurde die Bremerhavener Innoven GmbH. Das Ingenieurbüro entwickelt innovative Komponenten wie Rotorblätter für die Windenergiebranche oder Propeller und Segelsysteme für die Schifffahrt. Der Clou daran: Die Nordlichter liefern auch gleich den zertifizierten Prototypen, ein in der Branche einmaliger Rundum-Service.

"Unsere Bauteile lassen sich besonders wirtschaftlich produzieren, denn wir entwickeln die Designs in enger Abstimmung mit den Fertigungsbetrieben", erklärt Rolf Rohden. Das Erfolgskonzept des 52-jährigen Schiffsbetriebsingenieurs und seiner Partnerin, der 44-jährigen Physikerin Martina Kuhlmann: Langjährige Erfahrung, viel Know-how, erstklassige Referenzen und hervorragende Branchenkontakte.

Komplettservice für die Kunden

Komplettservice genießen auch die Kunden der EICS Group GmbH Engineering Solutions in München, die ebenfalls in der Kategorie "StartUp" nominiert ist. Diplom-Ingenieur Hasan Kurum und sein Team sind auf hochwertige Engineering-Dienstleistungen und komplexe Teile spezialisiert, vor allem aus Kohlefasern in Hybridbauweise. "Bei EICS kommt alles aus einer Hand – vom Entwurf bis zur Kleinserie aus eigener Fertigung in der Türkei", so der 43-jährige Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik. Namhafte Kunden aus der Automotive-, Luftfahrt- oder IT-Branche wie Audi, Bosch, Porsche, Webasto, ElringKlinger und BWI INformationstechnik vertrauen auf das Know-how und die Zuverlässigkeit des Managers, der bereits mehrere Zulieferbetriebe mit aufgebaut hatte, bevor er sich selbstständig gemacht hat.

In der Kategorie Aufsteiger nominierte die Auswahljury des Deutschen Gründerpreises die Fiagon GmbH aus Hennigsdorf bei Berlin. Vermessungsingenieur Timo Krüger und Elektroingenieur Dirk Mucha entwickelten eine Art Navi für Operationen im Kopfraum. Mit diesem System wird die aktuelle Position der Instrumente in die CT- oder MRT-Bilddaten des Patienten eingeblendet, sodass der Chirurg während der gesamten Operation ganz genau erkennt, was er gerade tut. "Unser Mikrosensor ist mit 0,4 mm wesentlich kleiner als alle anderen Produkte auf dem Markt und kann selbst in kleinste chirurgische Instrumente wie eine Hohlnadel oder einen Bohrer eingebaut werden", erklärt Krüger. Das sehr bedienungsfreundliche, patentierte System braucht kaum Platz und wird inzwischen bei mehr als 1500 Operationen pro Monat in renommierten Kliniken in der ganzen Welt genutzt.

Big-Data-Analysen für große Unternehmen

Für viele Ingenieure sicherlich ebenfalls interessant sind die Text- und Data-Mining-Lösungen der Freiburger Averbis GmbH, die auch in der Kategorie Aufsteiger nominiert wurde. Die vom Mediziner Philipp Daumke und Computerlinguisten Kornél Markó entwickelten Softwareprodukte identifizieren und analysieren relevante Inhalte von großen, mehrsprachigen Dokumentenmengen, etwa in Forschungsliteratur, internen Firmendokumentationen oder Nachrichten aus dem Web. Diese sogenannten "Big-Data"-Analysen werden von zahlreichen namhaften Unternehmen wie Novartis, Roche, BMW oder HRS zur Analyse ihrer Wissensbestände benutzt.

Außerdem wurde in der Kategorie Aufsteiger die Passauer Mymuesli GmbH nominiert. Hier kann man sich im Online-Shop sein individuelles Lieblingsmüsli aus mehr als 75 verschiedenen Zutaten mischen oder in einem der Müsliläden vor Ort einkaufen.  

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Von S. Becker | Präsentiert von VDI Logo
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