04.05.2014, 08:00 Uhr | 0 |

Entwicklerkonferenz f8 Facebook gibt Nutzern ein wenig Kontrolle über ihre Daten zurück

Ungewöhnliche Ankündigungen gab es von Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz in San Francisco: Facebook will seinen Nutzern in Zukunft mehr Kontrolle darüber lassen, welche Daten sie mit Apps auf der Plattform des weltgrößten Sozialen Netzwerks teilen.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg
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Facebook-Chef Mark Zuckerberg:  Er will den Nutzern des sozialen Netzwerks in Zukunft mehr Kontrolle darüber geben, welche Daten sie mit Apps auf Facebook teilen.

Foto: dpa

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg geht auf die 30 zu, und er scheint nicht nur älter, sondern auch reifer geworden zu sein. Dieser Eindruck drängte sich bei seiner Eröffnungsrede zur Facebook-Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco auf.

Zuckerberg erkennt jetzt offensichtlich die Wichtigkeit von Privatsphäre für die Menschen an. Er will den Nutzern des sozialen Netzwerks in Zukunft mehr Kontrolle darüber geben, welche Daten sie mit Apps auf Facebook teilen.

Anonymes Login bringt Kontrolle über eigene Daten zurück

Dazu soll unter anderem das neue „Anonyme Login“ beitragen, mit dem Benutzer eine App ausprobieren können, ohne dass der Entwickler des Programms damit Zugang zu den Daten des Nutzers bei Facebook erhält. Darüber hinaus sollen die Benutzer in Zukunft selbst festlegen können, welche Daten sie mit den Entwicklern von Apps teilen möchten und welche nicht. Bis jetzt konnte man die Zustimmung nur für das Gesamtpaket abgeben ­– oder der Benutzer musste auf die App verzichten.

Keine Daten mehr von „Freunden“ ohne deren Zustimmung

Ebenfalls abgeschafft wurde der automatische Zugriff auf die Daten von Facebook-Freunden eines angemeldeten Benutzers. In Zukunft muss jeder Nutzer einzeln und selbst der Verwendung seiner Daten zustimmen.

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Das Logo des Sozialen Netzwerks Facebook auf einem Fahrrad in Menlo Park, Kalifornien (USA).

Foto: dpa

Zuckerberg erläuterte das mit den Worten: „Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder gehört, dass die Menschen mehr Kontrolle darüber haben möchten, wie sie ihre Daten teilen.“ Er ergänzte, dass die bisherige Unsicherheit zu einer Zurückhaltung der Nutzer bei Apps auf der Facebook-Plattform geführt habe, was letztlich auch schlecht für die Entwickler von Facebook-Apps sei.

Facebook als Mittler zwischen den Netzwerken

Apple, Google und Microsoft hätten eigene Plattformen, und Facebook wolle bei den Mobilgeräten die Funktion eines Vermittler zwischen den Welten der verschiedenen Anbieter sein, erklärte Zuckerberg weiter: "Unser Ziel mit Facebook ist es, eine Brücke zwischen diesen Plattformen zu bauen."

Das schon über zehn Jahre alte soziale Netzwerk mit seinen aktuell ca. 1,3 Milliarden Nutzern sei eine gute Grundlage für diese Vermittlerrolle.

Als Sahnehäubchen noch eine Prise Selbsterkenntnis

Mit seinen schnellen Änderungen und schwer durchschaubaren Datenmanövern machte Facebook bisher seine Nutzer immer misstrauischer. Auch was das angeht, hat sich der Facebook-Gründer in seiner Eröffnungsrede jetzt selbst korrigiert.

Das bisherige Motto von Facebook "move fast and break things" ("Sei schnell und breche Regeln und Konventionen") habe sich nicht wirklich bewährt, räumte Zuckerberg ein. Facebook habe zu viel Zeit darauf verschwendet, die bei dieser Vorgehensweise entstehenden Schwachstellen zu flicken. "Jetzt sind wir auf den Aufbau einer stabilen Plattform fokussiert."

Die neue Entwicklerplattform „Parse“

Da f8 eine Entwicklerkonferenz ist, gab es natürlich auch Neues für diese Zielgruppe: Die neue Software-Entwicklungsumgebung „Parse“, die von einem vor einem Jahr übernommenen Startup stammt. Der Facebook-Chef versuchte, den anwesenden Entwicklern die neue Umgebung schmackhaft zu machen.

Die Programmierer sollten in Zukunft ihre Apps nicht mehr in Googles Playstore oder Apples Appstore einstellen, sondern sie plattformübergreifend über Facebooks Parse-Plattform, -Server und -Softwarebasis verteilen. Dafür garantiert Facebook durch Parse eine stabile Entwicklungsumgebung.

Auch beim Geldverdienen soll Parse den Entwicklern helfen: Facebook stellt nicht nur Infrastruktur wie Serverplatz, sondern übernimmt auch Aufgaben wie die Abrechnung von Einkäufen und Werbung in den Mobil-Apps.

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