24.03.2014, 11:30 Uhr | 0 |

Fusion von Air Berlin und Alitalia? Etihad will stärker in den europäischen Flugmarkt einsteigen

Air Berlin und Alitalia werden möglicherweise fusioniert. Nach Insiderinformationen steckt dahinter die arabische Fluggesellschaft Etihad, Großaktionär bei Air Berlin. Das angeschlagene Unternehmen Air Berlin soll so wieder zurück auf Erfolgskurs gebracht werden.

Flugzeuge von Air Berlin und Etihad am Flughafen München
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Etihad, die Fluggesellschaft des Golfstaats Abu Dhabi, will ihre Anteile an Air Berlin aufstocken und strebt offenbar eine Fusion von Air Berlin mit Alitalia an.

Foto: Air Berlin

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, will Etihad, die Fluggesellschaft des Golfstaats Abu Dhabi, ihren Anteil an Air Berlin von derzeit 30 auf 49,9 Prozent aufstocken. Außerdem bereite Etihad einen Einstieg bei der italienischen Alitalia vor. Die Verhandlungen über eine Fusion der beiden europäischen Fluggesellschaften sind laut Reuters aber noch ganz am Anfang. Scheitern könnten sie an der italienischen Regierung oder an den Gewerkschaften.

Gesetzgeber setzt Etihad Grenzen

Air Berlin, nach der Lufthansa zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, müsste dafür die Flugallianz One World verlassen und sich stattdessen dem Skyteam von Alitalia anschließen. Für Air Berlin wäre das ein langwieriger und mit Strafzahlungen verbundener Schritt. Den Möglichkeiten von Etihad bei Air Berlin setzt allerdings der Gesetzgeber Grenzen. So dürfen Unternehmen, die außerhalb der EU sitzen, nicht die Mehrheit an einer hiesigen Fluggesellschaft erwerben, sonst verliert diese die Anflugrechte.

Air Berlin ist schon seit einiger Zeit Gegenstand von Spekulationen. Erst vor einigen Tagen hatte die Fluggesellschaft die geplante Bilanzpressekonferenz verschoben. Zur Begründung hieß es aus der Zentrale, „das Unternehmen führt fortgeschrittene Gespräche über Optionen, die im Fall ihrer Umsetzung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft haben werden“.

Air Berlin wird GmbH

Nach einem Bericht des Magazins „Wirtschaftswoche“ will Etihad nun Air Berlin zunächst von der Börse nehmen. Danach soll die Fluglinie in eine GmbH umgewandelt werden – derzeit ist die Rechtsform eine britische „plc“. Die Kleinaktionäre sollen danach abgefunden werden. Sie halten derzeit insgesamt 38,5 Prozent der Gesellschaft. Frühere Spitzenmanager sollen diese Anteile übernehmen. Auch die türkische Industriellenfamilie Sabanci soll ihre Anteile aufgeben.

Etihad hat die Anteile an Air Berlin im Dezember 2011 erworben und wurde damals mit rund 30 Prozent größter Einzelaktionär der deutschen Fluggesellschaft. Seitdem hat die arabische Fluglinie Air Berlin finanziell unterstützt – bislang allerdings nicht mit durchschlagendem Erfolg. Auch für das vergangene Jahr rechnen Analysten mit einem deutlichen Verlust. 2012 gaben die Araber bekannt, dass sie auch mit der französischen Air France-KLM zusammenarbeiten wollen. Experten erwarten deshalb, dass die Pläne der Etihad nicht bei einer Fusion zwischen Air Berlin und Alitalia enden. Es sei durchaus sogar möglich, dass auch die Air France in die Fusionspläne einbezogen wird.

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Von Andrea Ziech
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