03.12.2013, 07:00 Uhr | 0 |

Online-Händler entwickelt „Octocopter“ Drohnen sollen Amazon-Pakete in 30 Minuten liefern

Online-Händler Amazon entwickelt zurzeit kleine Drohnen, die Pakete in Rekordzeit zum Kunden bringen sollen. Amazon-Chef Jeff Bezos will in etwa vier bis fünf Jahren den neuen Zustelldienst „Prime Air“ aus der Luft per GPS-gesteuerter Drohne einsatzbereit haben. 

Mini-Drohne des Online-Händlers Amazon
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"Prime Air": Amazon will in einigen Jahren kleinere Pakete mit automatischen Mini-Drohnen zustellen. Die «Octocopter» sollen bestellte Ware binnen 30 Minuten zum Käufer bringen. Noch sind allerdings weitere Tests und Zulassungen der Luftfahrt-Behörde FAA nötig. 

Foto: Amazon

Wenn alles gelingt, wie Jeff Bezos, Chef des Online-Händlers Amazon, es sich vorstellt, wird in etwa vier bis fünf Jahren ein großer Teil der Paketlieferungen revolutioniert. 30 Minuten würde die Lieferzeit betragen, falls der Kunde das wünscht. Statt der Zusteller, die mit ihren Paketwagen vorfahren, würden kleine Drohnen auf der Terrasse landen und das Paket dort absetzen. Direkt vor die Füße des Kunden.

Drohne kann maximal 2,5 Kilo schwere Pakete bis zu 16 Kilometer weit fliegen

In der Fernsehsendung „60 Minutes“ des amerikanischen Senders CBS stellte Bezos jetzt seine Lieferidee vor. Die kleinen Drohnen befinden sich zwar noch in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Amazon, aber Bezos zeigt sich zuversichtlich. Vor 2015 könne das visionäre Liefergerät zwar nicht zum Einsatz kommen, denn erst dann sei das Genehmigungsverfahren der US-Luftfahrtbehörde FAA abgeschlossen. „Aber ich bin optimistisch. In vier bis fünf Jahren könnte es soweit sein“, so Bezos. Ein über 1,2 Millionen Mal angeklicktes Video auf YouTube zeigt schon einmal, was den Amazon-Kunden mit dem neuen Angebot „Prime Air“ erwartet.

Von einem der Logistikzentren würde der „Octocopter“, so benannt nach den acht Propellern, die ihn antreiben, starten. Mit seinem Flugradius von rund 16 Kilometern erreicht er den größten Teil der Amazon-Kunden. Tragen kann er zwar nur bis zu 2,5 Kilogramm, aber über 80 Prozent der Amazon-Pakete sind sowieso nicht schwerer. „Ein Kajak oder eine Tischsäge können wir natürlich nicht damit ausliefern“, sagte Bezos. „Aber der Octocopter ist auf jeden Fall besser, als mit Lastwagen durch die Gegend zu fahren.“

„Nicht Amazon, sondern die Zukunft setzt den Bucheinzelhändlern zu.“

Die Drohne würde mit GPS-Koordinaten gefüttert und dann völlig autonom fliegen, sagte Bezos. Das sei aber auch gleichzeitig die größte Herausforderung, denn das Fluggerät müsse zuverlässig agieren. „Das Ding darf natürlich nicht auf dem Kopf von jemandem landen, der gerade spazieren geht.“ Damit alles hundertprozentig sicher und stabil läuft, seien noch einmal ein paar Jahre Entwicklungsarbeit nötig.

Grundsätzlich bekräftigte Bezos sein Erfolgsrezept für Amazon mit weltweit 225 Millionen Kunden. Vor 18 Jahren habe er noch die Pakete selbst ausgeliefert, erzählte Bezos. Inzwischen gebe es weltweit 96 riesige Logistik-Zentren, die sich ständig neu erfinden würden. Das Unternehmen gehe auch in „dunkle Straßen, ohne zu wissen, was auf der anderen Seite“ sei. Allerdings werde jede Firma über kurz oder lang auseinanderbrechen, ist sich Bezos sicher. Auch Amazon werde da keine Ausnahme sein. Für seine Konkurrenten aus dem Einzelhandel, die mit ihrem traditionellen Buchgeschäft gegen den Konzern ins Hintertreffen geraten, zeigte Bezos eher wenig Verständnis. „Es ist nicht Amazon, sondern die Zukunft, die den Buchverkäufern zusetzt.“ 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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