25.02.2015, 14:11 Uhr | 0 |

Outsourcing in Milliardenhöhe Deutsche Bank legt IT in die Hände von Hewlett-Packard

Über vorerst zehn Jahre soll das Unternehmen Hewlett-Packard (HP) die weltweite IT-Infrastruktur der Deutschen Bank erneuern. Im Vordergrund steht dabei vor allem die IT-Basis für Groß- und Firmenkunden-Geschäfte. Ob und in welchem Ausmaß das Outsourcing-Projekt Stellenstreichungen nach sich ziehen wird, ist derzeit unklar. 

Deutsche Bank in Frankfurt
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Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main und ihr Spiegelbild: Das Geldinstitut hat bekannt gegeben, große Teile seiner IT an Hewlett-Packard zu übertragen. Ein Milliarden-Deal. Die Laufzeit des Vertrages wurde mit zehn Jahren angegeben.

Foto: Arne Dedert/dpa

Es ist ein Milliarden-Deal, von dem beide Seiten profitieren sollen: Die Deutsche Bank hat das Unternehmen Hewlett-Packard (HP) beauftragt, ihr IT-System für das Geschäft mit Groß- und Firmenkunden zu modernisieren – und das weltweit. Am Dienstag sprachen beide Firmen von einem Auftragsvolumen in Höhe von „mehreren Milliarden US-Dollar“. Genaue Zahlen wurden jedoch nicht genannt.

Vertrag geht über zehn Jahre

Durch den zehn Jahre währenden Outsourcing-Vertrag erhofft sich die Deutsche Bank in erster Linie Einsparungen bei ihrer weltweiten IT-Infrastruktur. Als Jürgen Fitschen und Anshu Jain vor nicht ganz drei Jahren ihren Vorstandsdienst aufnahmen, kündigten sie an, die jährlichen Kosten bis Ende 2015 um viereinhalb Milliarden Euro senken zu wollen – die so bezeichnete „Agenda 2015+“. Zwar haben sie bereits mehr als die Hälfte davon geschafft, ein nicht unerheblicher Teil steht aber noch aus.

IT-Sicherheit bleibt in Hand der Deutschen Bank

In erster Linie wird HP bedarfsorientierte Rechenzentrumsleistung für die Deutsche Bank bereitstellen. Zu den vereinbarten Leistungen zählen aber ebenso das Hosting, die Datenspeicherung und die Nutzung der HP-Betriebsplattform. Die Bereiche Datensicherheit, Anwendungsentwicklung und IT-Sicherheit sollen hingegen weiterhin in der Hand der Deutschen Bank bleiben. 

ARCHIV - Hewlett Packard employees work in the HP cyber defence center in Boeblingen, Germany, 09 December 2014. It will protect German clients from cyber crime in the future. The Boeblinger cyber defense center is one of nine run by HP worldwide. Photo: DANIEL NAUPOLD/dpa (zu dpa "Starker Dollar setzt Hewlett-Packard zu" vom 25.02.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Cyberabwehr-Center von HP in Boeblingen: Um die IT-Sicherheit will sich die Deutsche Bank auch in Zukunft selbst kümmern. Ansonsten übernimmt HP für die nächsten zehn Jahre wesentliche Teile der IT-Arbeit für die Deutsche Bank. 

Foto: dpa

Wie HP mitteilte, werde die Deutsche Bank eine eigens für sie maßgeschneiderte Version von Hewlett-Packards „Helion“ nutzen. In diesem Paket bündelt das IT-Unternehmen seit einiger Zeit seine gesamten Cloud-Lösungen.

Kein Wort über möglichen Stellenabbau

Hewlett-Packards Chefin Meg Whitman sagte: „Die Deutsche Bank modernisiert gemeinsam mit HP konsequent ihre IT-Infrastruktur. Durch diese Partnerschaft und die Umgestaltung ihrer IT-Infrastruktur wird die Deutsche Bank ihre langfristigen Geschäftsziele erreichen.“ Kein Wort verlor das Kreditinstitut indes darüber, ob und wie sich das umfangreiche Outsourcing-Vorhaben auf den Stellenbestand im eigenen Haus auswirken wird.

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Von Jan-Martin Altgeld
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