04.09.2014, 12:31 Uhr | 0 |

Vernetzung von Mobilitätsangeboten Daimler-Tochter Moovel übernimmt MyTaxi

Der Stuttgarter Autokonzern Daimler kauft den Betreiber der Taxivermittlungs-App MyTaxi, das Hamburger Unternehmen Intelligent Apps, zu 100 Prozent auf. Gleichzeitig übernimmt die Daimler-Tochter Moovel auch den nordamerikanischen Mobilitätsanbieter RideScout LLC. 

Taxi mit MyTaxi-Logo
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Die Daimler-Tochter Moovel übernimmt den Betreiber der Taxivermittlungs-App MyTaxi, die Intelligent Apps GmbH aus Hamburg. 

Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Mit dem Kauf der MyTaxi-App bereitet sich Daimler bereits jetzt auf eine Veränderung der Mobilität weltweit vor. „Wir wollen Mobilität so einfach machen wie möglich. Daher treiben wir die Vernetzung von Mobilitätsangeboten konsequent und international voran ­–­ zukünftig einschließlich der Buchung und der bargeldlosen Bezahlung für wichtige Verkehrsmittel", erklärte Moovel-Chef Robert Henrich.

Nutzer der App können mit dem Smartphone und einer automatischen GPS-Ortung Taxis rufen, zunächst die Kosten schätzen lassen und den Fahrpreis online bezahlen.

Kombination von Nahverkehr, Bahn und Taxi                                                                                                                             

Die Daimler-Tochter Moovel bietet neben der Taxi-App Mytaxi auch das Carsharing Car2go an sowie Angebote von Fahrradverleihen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Mitfahrgelegenheiten. Das Netzwerk soll noch weiter ausgebaut werden.

Bereits jetzt haben Mytaxi und Car2go gemeinsam mit dem Joint Venture von Europcar und Daimler mehrere Millionen Nutzer. „Wir werden mit Car2Go und Moovel einen Umsatz von 100 Millionen Euro bis Ende 2014 erreichen“, kündigte Moovel-Finanzchef Marcus Spickermann an. Dieser Trend zeigt, dass der Stellenwert des eigenen Autos an Bedeutung verloren hat.

Bereits über zehn Millionen Downloads

Die im Jahr 2009 von Niclaus Mewes und Sven Külper in Hamburg gegründete Taxi-App MyTaxi ist Spitzenreiter der Taxivermittlungs-Apps und verzeichnet bereits über zehn Millionen Downloads. Das Unternehmen soll weiterhin eigenständig von Hamburg aus geführt werden. „Mit Moovel im Rücken kommen wir unserem Ziel, nicht nur in Europa, sondern zukünftig auch weltweit eine der größten und besten Taxi-Apps zu sein, einen gewaltigen Schritt näher“, kommentierte MyTaxi-Geschäftsführer Niclaus Mewes die Übernahme durch die Daimler-Tochter.

Die Höhe des Kaufpreises wurde nicht mitgeteilt. Da Daimler jedoch etwa zehn Millionen Euro für den ersten 15-prozentigen Anteil gezahlt hatte, handelt es sich hier möglicherweise sogar um einen Milliardendeal. Die Anteile zur Komplett-Übernahme hat Moovel unter anderem der Telekom-Tochter T-Venture abgekauft. „Unsere Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern bei weitem übertroffen", erklärte T-Venture zufrieden.

Moovel übernimmt zeitgleich RideScout

Den gleichen Stellenwert wie MyTaxi hat der die Mobilitätsplattform RideScout LLC in Nordamerika, die Moovel ebenfalls übernommen hat. Moovel hat angekündigt, auf jeden Fall friedlich mit sämtlichen Taxi-Zentralen zusammenarbeiten und alle Standorte weiterführen zu wollen.

Hohes Qualitätsniveau in Deutschland

Anders arbeitet das amerikanische Start-up Uber aus San Francisco. Uber lässt private Fahrer oftmals ohne Beförderungslizenz Taxi fahren und hat damit das gesamte Taxigewerbe verärgert. Uber-Fahrer arbeiten auf eigene Rechnung, sparen Lizenzgebühren und Versicherungskosten. Entsprechend sind sie billiger. Uber selbst erhält ein Fünftel des Fahrpreises. Die Übernahme von MyTaxi macht Uber indirekt zum Konkurrenten von Daimler. 

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Von Petra Funk
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