08.08.2014, 14:54 Uhr | 0 |

Kaufverbot für Behörden China hält Apple-Produkte für Gefahr der nationalen Sicherheit

Die chinesische Regierung hat Behörden angeblich verboten, Produkte von Apple zu beschaffen. Sie sammelten persönliche Daten der Bürger und seien somit eine Bedrohung für die nationale Sicherheit. Offiziell bestreitet das die Regierung. 

China verbietet seinen Behörden den Kauf von Apple-Produkten
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Offiziell hat die Regierung eine andere Erklärung parat: Das Ministerium habe eine Liste energiesparender Geräte erstellt, Apple habe versäumt, Unterlagen rechtzeitig einzureichen. 

Foto: dpa

Das Beschaffungsverbot gilt ausnahmslos für sämtliche Behörden im Lande. Dazu zählen Ministerien, Zentralbehörden, Provinzbehörden und lokale Behörden. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg betont, sind auch alle Dienststellen der Kommunistischen Partei Chinas betroffen.

Chinesisches Finanzministerium widerspricht Meldungen

Grund für das Verbot seien Sicherheitsbedenken, soll ein Informant aus Regierungskreisen der Nachrichtenagentur Bloomberg verraten haben. Apple-Geräte sammelten persönliche Daten der Benutzer und seien somit eine Bedrohung für die nationale Sicherheit. In ähnlicher Weise hatte die Regierung erst Anfang August auch Windows 8 von Microsoft als Sicherheitsrisiko klassifiziert.

Die Regierung widerspricht diesen Berichten. Apple habe lediglich versäumt, rechtzeitig Unterlagen einzureichen, als das Ministerium eine Liste mit besonders energiesparenden Geräten erstellte, heißt es jetzt. Immerhin hält sich die Regierung in Peking eine Hintertür offen: Im Januar 2015 steht angeblich eine erneute Überprüfung der Einkaufsliste auf dem Plan.

Will China nur Apples Marktmacht beschneiden?

Im übrigen Ostasien hat das chinesische Vorgehen gegen westliche Großunternehmen unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Zum einen gibt es Stimmen, die angesichts der amerikanischen Abhör- und Kontrollmanie davon ausgehen, dass das chinesische Vorgehen durchaus verständlich und vielleicht auch gerechtfertigt sei. Größer aber ist das Lager derer, die davon ausgehen, dass Peking vor allem darauf abziele, die Marktmacht großer westlicher Unternehmensgruppen in China zu reduzieren.

Wenn China angesichts Apples Wachstumsraten jetzt nicht Sorgen bekäme, dann böte sich überhaupt keine Möglichkeit mehr, die eigenen Unternehmen gegen die mächtige ausländische Konkurrenz zu schützen. Dieser Auffassung sind vor allem Banken, die in der Volksrepublik tätig sind. Wie fast alle anderen ausländischen Unternehmen äußern sie ihre Meinung aber nur anonym.

Im zweiten Quartal 2014 entfielen vom gesamten Auslandsgeschäft Apples in Höhe von 37,4 Milliarden US-Dollar rund 16 Prozent auf die Volksrepublik China. Allein der Absatz der iPads ist im Vergleich zum Vorjahr um 51 Prozent gestiegen. Das iPhone wird inzwischen von allen drei großen chinesischen Mobilfunkanbietern angeboten. 

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Von Peter Odrich
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