25.08.2015, 11:47 Uhr | 0 |

Deutsch-französischer Rüstungsgigant Bundeskartellamt genehmigt Fusion von KMW und Nexter

Das Bundeskartellamt hat den Weg freigegeben: Die Wehrtechnikkonzerne Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Nexter dürfen fusionieren. Das Okay der deutschen Wettbewerbsbehörde haben sie jedenfalls. Der deutsch-französische Rüstungsgigant nimmt einen Jahresumsatz von zwei Milliarden € ins Visier.  

Kampfpanzer Leopard 2 A4 von KMW
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Kampfpanzer Leopard 2 A4 von KMW: Zu den Käufern zählen Deutschland, die Schweiz, die Niederlande, Spanien und Griechenland.

Foto: KMW

„Die Ermittlungen haben ergeben, dass sich die Fusion nicht nachteilig auf die Beschaffung der jeweiligen Streitkräfte auswirken wird.“ Mit dieser Erklärung bewilligte das Bundeskartellamt die geplante Fusion der Rüstungskonzerne KMW und Nexter Systems am Montag in Bonn. Auch danach würde es noch genügend Wettbewerber aus dem In- und Ausland mit vergleichbaren Angeboten geben.

Ihre Fusionspläne hatten die beiden Firmen schon im vergangenen Jahr angekündigt – zur gleichen Zeit gab auch der Rüstungskonzern Rheinmetall sein Interesse an einer Fusion mit KMW bekannt. KMW gab den Franzosen den Vorzug: Ende Juli 2015 unterzeichneten die beiden Rüstungsfirmen in Paris die Fusionsverträge. Damit wollen sie zu einem führenden Rüstungsanbieter in Europa werden und ihre Position im internationalen Wettbewerb verbessern. Denn nationale Rüstungsbudgets schrumpfen derzeit.

KMW und Nexter bauen beide schwere Kampfpanzer

KMW ist Marktführer für Rad- und Kettenfahrzeuge in Europa mit etwa 3500 Mitarbeitern und Standorten in München und Kassel – aber auch in Brasilien, Griechenland, Großbritannien, Mexiko, den Niederlanden, Singapur, Türkei und den USA. Etwa 50 Nationen weltweit setzen Systeme von KMW ein. Angefangen bei luftverladbaren Radfahrzeugen, Aufklärungs-, Flugabwehr- und Artilleriesystemen bis hin zu Kampfpanzern und Schützenpanzern sowie Brückenlegesystemen. KMW erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 750 Millionen €.

Nexter Systems gehört zum staatlichen französischen Rüstungskonzern Nexter Group mit 3300 Mitarbeitern. Der Schwerpunkt liegt auf bodengestützten Verteidigungssystemen, die französische und ausländische Landstreitkräfte versorgen. Außerdem produziert Nexter das Multifunktionsfahrzeug Aravis, das 6x6-Mehrwegfahrzeug Titus, das Späh- und Schützenpanzerfahrzeug Vbci sowie verschiedene Artilleriesysteme. Nexter konnte 2014 etwa 1,05 Milliarden € Umsatz erwirtschaften.

Zwei Milliarden € Jahresumsatz anvisiert

Mit dem Zusammenschluss wollen beide Unternehmen einen Jahresumsatz von zwei Milliarden € erwirtschaften. Die Portfolios der Unternehmen ergänzen sich. Beide Unternehmensvorstände bestätigten, dass es keinerlei Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl oder die geltenden Tarifverträge geben soll.

Doch bevor der Deal unter Dach und Fach ist, muss das Bundeswirtschaftsministerium noch bis zum 10. September entscheiden, ob etwa sicherheitspolitische Interessen Deutschlands durch die Fusion gefährdet sein könnten. Sollte dies der Fall sein, wird es eine vertiefte Prüfung geben, die mehrere Monate andauern könnte.

Ansonsten soll der Fusionsvertrag voraussichtlich Ende des Jahres wirksam werden. 

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Von Petra Funk
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