17.04.2014, 09:19 Uhr | 0 |

Antrag auf Auflösung gestellt Bitcoin-Börse Mt. Gox sieht keine Chance auf Rettung

Die Bitcoin-Börse Mt. Gox steht kurz vor dem endgültigen Aus. Das japanische Unternehmen hat offenbar die Hoffnung aufgegeben, sich in der Insolvenz sanieren zu können. Stattdessen hat es in Tokio vor Gericht einen Antrag auf Auflösung eingereicht. 

Die japanische Bitcoin-Börse Mt. Gox gibt auf
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Die japanische Bitcoin-Börse Mt. Gox war die größte Handelsplattform für die digitale Währung. Jetzt fürchten Investoren und Kunden um ihr Geld. 

Foto: dpa/Jens Kalaene

Experten hatten sofort gewarnt, dass eine Sanierung bei 127.00 Gläubigern, die dazu noch in der ganzen Welt verstreut sind, schwer werden würde – auch wenn eine Mehrheit wohl einem Sanierungsplan zugestimmt hätte. Aber ein einigermaßen realistischer Sanierungsplan fehlte komplett. Deshalb soll das in Tokio ansässige Unternehmen am letzten Dienstag bei einem Gericht in Tokio die Geschäftsauflösung beantragt haben. Das berichtete die amerikanische Tageszeitung Wall Street Journal.

Hacker klauten Mt. Gox 850.000 Bitcoins

Mt. Gox war die wichtigste Bitcoin-Börse der Welt – bis sie im Februar 2014 zusammenbrach. An diesem Tag hatte das Unternehmen in Tokio Insolvenzschutz beantragt. Diesen schwerwiegenden Schritt begründete die Unternehmensführung damit, dass Mt. Gox durch einen Hackerangriff 850.000 Bitcoins im Wert von fast einer halben Milliarde Dollar verloren habe. Inzwischen wurden davon rund 200.000 Bitcoins wiedergefunden, die jetzt den Vermögenswerten an der Börse zugeschlagen werden sollen.

Mt. Gox hat den Verlust seiner Bitcoins mit einem Fehler in der Bitcoin-Software erklärt, durch den Hacker in das System eindringen konnten. Inzwischen hat das Unternehmen auch im US-Bundesstaat Texas Insolvenzschutz beantragt, um seine Konten in den USA vor dem Zugriff der Kunden zu schützen, die gegen Mt. Gox geklagt hatten.

Kunden und Investoren bangen um ihr Geld

Schon die Beantragung des Insolvenzschutzes ließ die Gläubiger, die Guthaben bei der Börse besitzen, um ihr Geld fürchten. Der jetzt gestellte Antrag auf Geschäftsauflösung vergrößert diese Sorgen eher, denn nun steht zu erwarten, dass sie noch weniger von ihrer Investition zurück erhalten werden.

Aus dem Umfeld von Mt. Gox wurde aber auch kolportiert, dass immer noch Hoffnung bestehe, einen Käufer für die Bitcoin-Börse zu finden. In diesem Fall wäre es durchaus denkbar, dass die Gläubiger einen Teil der zukünftigen Einnahmen erhalten könnten.

Wenn das Gericht den Antrag auf Liquidation annimmt, wird ein Treuhänder bestellt, der die Verwaltung der Vermögenswerte des Unternehmens von dessen aktuell noch amtierenden Vorstandschef Mark Karpelès übernimmt.

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Von Klaus Ahrens
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