15.05.2013, 12:45 Uhr | 0 |

Nokias Lumia 925 Attraktives Smartphone mit sehr guter Kamera und einigen Schwächen

Anfang Juni kommt Nokias neues Top-Modell unter den Smartphones, das Lumia 925, auf den deutschen Markt. In den ersten Bewertungen im Internet hält sich die Begeisterung in Grenzen: tolles Handy, aber mit den Schwächen des Vorgängers.

Nokia-Designer Stefan Pannenbecker
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Präsentierte Nokias neues Top-Smartphone Lumia 925 in London: Nokia-Designer Stefan Pannenbecker.

Foto: Nokia

Wie das Nokia Lumia 920, das bisherige Flaggschiff des finnischen Herstellers, wird auch das neue 925 in erster Linie von Nutzern gekauft werden, denen eine gute Kamera im Smartphone besonders wichtig ist. Neben der Kamera soll ein neues Design mit einer Umrahmung aus Metall die Attraktivität steigern. Die Kosten für das Lumia 925, das mit dem Betriebssystem Windows Phone 8 läuft, werden voraussichtlich bei rund 600 Euro liegen. Damit liegt Nokia in der Klasse von iPhone und Samsung S4.

Beim Absatz hinkt Nokia aber noch weiter hinter den beiden Marktführern zurück. So verbesserte Nokia nach Angaben des Marktforschers Gartner seinen Smartphone-Absatz im 1. Quartal auf 5,1 Millionen. Doch das ist nur ein Bruchteil im Vergleich zu Apple und Samsung. Die Koreaner setzten weltweit 64,7 Millionen Smartphones ab, Apple 38,3 Millionen iPhones.

Gute Aufnahmequalität bei ungünstigen Lichtverhältnissen

Die Kamera des neuen Modells mit 8,7 Megapixeln inklusive des optischen Bildstabilisators ist dieselbe wie im Lumia 920. Ebenso ist der Bildschirm mit 4,5 Zoll Diagonale und 1280 x 768 Punkten Auflösung ähnlich. Nokia verspricht dank der „fortschrittlichsten Kameralinsen-Technologie sowie Imaging-Software der nächsten Generation“ klarere und schärfere Bilder und Videos. Außerdem soll das Lumia 925 besonders bei ungünstigen Lichtverhältnissen hervorragende Aufnahmen machen.

Mit dem neuen „Smart Camera Modus“ fährt die App die Auflösung des Bildsensors auf 5 Megapixel herunter, macht dafür aber pro Knopfdruck auf den Auslöser 10 Aufnahmen. Daraus kann der Handy-Fotograf später das beste Bild heraussuchen und bearbeiten. Er kann zum Beispiel Bewegungsunschärfe erzeugen, Mehrfachbelichtungen simulieren oder Gesichter von Menschen austauschen.

Erstmals wird mit dem 925 auch „Hipstamatic“ für Windows Phone verfügbar sein. Nokia hat dafür die neue App „Oggl“ angekündigt, mit der die Nutzer schnell und bequem ihre Bilder gleichzeitig auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Foursquare, Instagram, Tumblr und Twitter teilen können.

Beim Design des Lumia 925 hat Nokia zum ersten Mal Elemente aus Aluminium verarbeitet. Das soll optisch ansprechen und größere Robustheit bringen. Die Rückseite des Smartphone besteht allerdings weiterhin aus Polycarbonat und ist in Schwarz, Weiß oder Grau erhältlich. Mit 139 Gramm bringt das neue Gehäuse insgesamt 41 Gramm weniger auf die Waage als sein Vorgänger.

Begrenzter Speicherplatz, kein Akku-Tausch vom Anwender

Dafür ist der Speicherplatz mit 16 Gigabyte in der Standardversion ausgesprochen begrenzt und kann nicht erweitert werden. Die sieben Gigabyte Cloud-Speicher, die Nokia kostenlos dazu gibt, können das kaum ausgleichen. Allerdings soll die von Vodafone für Deutschland vorgesehene Version über einen Speicher mit 32 Gigabyte verfügen.

Nicht vorgesehen ist ein Speicherkartensteckplatz. Den Akku kann der Anwender wie bei iPhone nicht selbst austauschen. Will der Nutzer sein Handy drahtlos aufladen, muss er für 39,90 Euro das „Wireless Charging Cover“ extra kaufen.

Auch beim Prozessor und beim App-Angebot schneidet Nokia, im Vergleich mit den Top-Modellen der Konkurrenz, nicht herausragend ab. Der Prozessor des Lumia 925 rechnet auf zwei Kernen und ist mit 1,5 Gigahertz getaktet, wo die Mitbewerber schon auf schnellere Vier-Kern-Chips setzen. Und das App-Angebot des Windows Phone Store ist immer noch kleiner als das, was die App-Stores von Apple und Google anbieten.

Abzuwarten bleibt, ob der umlaufende Metallrahmen, der beim neuen Nokia-Modell auch als Antenne dienen soll, ähnliche Probleme wie seinerzeit beim iPhone 4 verursachen wird. Apple hatte diese Doppelnutzung als Gehäuse- und Empfangsteil als erstes eingebaut und Schwierigkeiten bekommen. Beim Anfassen schirmte man automatisch die Antennen ab, was zu Empfangsproblemen führte. Die Klagen der Kunden gingen so weit, dass Apple jedem iPhone-4-Käufer eine kostenlose Schutzhülle für das Handy schickte.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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