19.08.2014, 13:10 Uhr | 0 |

Umstrittenes Projekt Apple speichert künftig iCloud-Daten auf Servern der China Telecom

Apple erweitert sein weltweites Server-Netzwerk um Speicherkapazitäten in China. Das Unternehmen wird in Zukunft iCloud-Daten auf Servern der China Telecom speichern. Ein umstrittenes Projekt.

Apple will künftig iCloud-Daten auch auf Servern der China Telecom speichern.
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Apple will seinen iCloud-Dienst verbessern und künftig iCloud-Daten auch auf Servern der China Telecom speichern. 

Foto: Apple

Apple will mit diesem Schritt seinen iCloud-Dienst verbessern. Die Speicherung der Daten im Heimatland der Nutzer erlaube schnellere Zugriffe und erhöhe die Zuverlässigkeit, heißt es. Die iCloud dient vielen Nutzern als externer Speicher für Fotos, Musik und Bilder. Die dort gespeicherten Daten können dann von überall her mit mobilen Apple-Geräten abgerufen werden. Um diesen Dienst schneller zu machen, hat Apple schon vor einiger Zeit begonnen, die Server näher an die Kunden zu bringen und baut ein weltweites Netzwerk aus Serverfarmen auf.

Die großen IT-Firmen meiden China

Mit der Entscheidung, auch in China Daten zu speichern, steht das Unternehmen aber weitgehend allein da. Aus Sorge um den Datenschutz und Bedenken wegen der in China herrschenden Zensur speichern große IT-Firmen derzeit keine Daten in der fernöstlichen Diktatur. So hatte Google bereits vor vier Jahren Nutzer von google.cn auf Server in Hongkong umgeleitet, die politisch heikle Treffer nicht aus Suchergebnissen filtern.

Nach Angaben von Apple kann jedoch auf die Daten, die in China gespeichert werden sollen, niemand zugreifen, weder die China Telecom noch Dritte. Laut Reuters sind alle Daten verschlüsselt und die Schlüssel befinden sich außerhalb der Volksrepublik. Die chinesische Regierung war bereits häufiger dem Vorwurf ausgesetzt, Daten von den Computern fremder Regierungen zu stehlen oder auf Nutzerdaten zuzugreifen, die in China gespeichert sind.

Wichtigster Wachstumsmarkt für Apple

China ist derzeit Apples wichtigster Wachstumsmarkt. Zwischen April und Juni steigerte der iPhone-Hersteller seinen Umsatz dort um 28 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: In Europa gab es eine Umsatzsteigerung um sechs Prozent, in Nord- und Südamerika betrug sie ein Prozent. Deshalb gibt es Gerüchte, dass das Unternehmen die chinesischen Server vor allem deshalb nutzt, weil es diesen Markt dauerhaft nicht verlieren will.

Die Erweiterungspläne von Apple enden aber nicht im fernen Osten. Das Unternehmen baut auf der Karibikinsel Curaçao ein Daten- und Rechen-Center. Die Anlage ist offenbar schon fast fertig und soll den Bereich iCloud und iTunes im mittel- und südamerikanischen Raum stärken.

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Von Andrea Ziech
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