23.10.2013, 14:13 Uhr | 0 |

Kostenloses Betriebssystem Apple macht seine Rechner und Tablets schneller und leichter

Apple ist doch noch für Überraschungen gut: Doch nicht die verbesserten iPads und neuen Macs waren die großen News am Dienstagabend in San Francisco, wo Konzernchef Tim Cooks die neuen Produkte vorstellte. Vielmehr verschenkt Apple sein neues Betriebssystem Mavericks – jedenfalls an alle Apple-User älterer OS-Versionen.

iPad Air
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Vorstellung des iPad Air am späten Dienstagabend in San Francisco: Apple will mit leichteren und schnelleren iPads Marktanteile sichern. Große Produktiinnovationen hatte Apple allerdings nicht zu bieten. Ein Apple-Fernseher, über den seit vier Jahren spekuliert wird, wurde auch diesmal nicht vorgestellt.

Foto: dpa/Facundo Arrizabalaga

Es war nicht eines dieser magischen Events mit dem legendären Steve Jobs aus früheren Zeiten mit neuen, innovativen und faszinierenden Produkten. Apple-Chef Tim Cook stellte gestern Abend in San Francisco vor allem Produkte vor, die man schon kennt und auf den aktuellsten Stand der Technik gebracht worden sind. Produktpflege statt revolutionärer Innovationen – das hat Anleger nicht unbedingt erfreut und die Aktie belastet.

Wieder kein Apple-Fernseher

Die seit Jahren spannendste Frage auf Apples Produktvorstellungen ist die nach dem Apple-Fernseher, der seit mehr als vier Jahren durch die Gerüchteküche geistert. Der wurde allerdings auch diesmal nicht gezeigt. Böse Zungen behaupten, er sei irgendwie in Bielefeld gelandet – der Stadt, die es eigentlich gar nicht gibt. Bewegte Bilder gab es deshalb gestern nur bei der Live-Übertragung der Apple-Produktvorstellung.

Die neuen iPad-Modelle sind leichter und schneller

Dafür zeigte Apples Marketing-Vizepräsident Phil Schiller die nächste Generation des iPads. Das neue große Tablet mit dem 9,7 Zoll-Bildschirm heißt jetzt nicht wie bisher vermutet iPad 5, sondern iPad Air. Diese Luftigkeit verdankt es den kleineren Außenabmessungen und dem deutlich verringerten Gewicht. Der Rand ist jetzt auch endlich schmaler und damit ein schwerer Designfehler beseitigt worden. Dazu gab es etwas neuere Technik wie stärkere A7-Prozessoren, bessere Kameras und schnellere WLAN-Protokolle – das war’s dann aber auch schon.

Auch beim kleineren iPad mini 2 läuft es auf Detailverbesserungen und Anpassungen an modernere Technik hinaus. Das kleinere iPad besitzt jetzt ein 7,9 Zoll großes Retina-Display mit 2048 x 1536 Pixeln Auflösung und arbeitet wie der große Bruder mit dem leistungsstärkeren A7-Prozessor. Leichter ist es auch geworden, ohne sich aber den luftigen Ehrentitel „Air“ zu verdienen.

Die neuen Mac-Computer

Bei den Laptops Mac Book und Mac Book Pro gab es dieselbe Mischung aus Verbesserungen und Bewährtem. Beide Rechner kommen mit dem ebenfalls neu vorgestellten OS X Mavericks als Betriebssystem daher.

Der neue Mac Pro erinnert sehr an die alten Colani-Designs der 80er Jahre nach dem Motto: Hauptsache rund! Wer ab November mindestens 2999 € dafür übrig hat, kann sich das runde Gerät auf oder unter den Schreibtisch stellen – natürlich für diesen Preis nur in der kleinsten Version.

Ein Xeon-Prozessor mit 6, 8 oder 12 Kernen liefert dem Mac Pro die Leistung, die Grafik übernehmen duale AMD-FirePro-GPUs mit bis zu 6 Gigabyte Speicher. Halbleiterfestplatten neuester Technologie runden die Aufrüstung ab.

Software-Geschenke für treue Kunden

Wer bei all diesen neu vorgestellten Produkten die Innovation vermisst hat, findet sie in einem völlig unerwarteten Bereich, nämlich bei der Software. Ganz anders als üblich verschenkt Apple jetzt Software-Giveaways an treue Kunden.

So darf jeder Benutzer einer älteren OS X-Version das neue OS X  Mavericks kostenlos downloaden und benutzen. Das Verschenken von Software ist wirklich neu und auch sehr untypisch für Apple, wobei der Konzern sogar noch einen draufsetzt:

Apple verteilt jetzt auch einige seiner Apps umsonst. Dazu gehören die bisher jeweils rund zehn Euro teuren Office-Anwendungen Pages und Keynote, das Schnittprogramm iMovie und das Musikprogramm Garage Band.

Diese kostenlosen  Anwendungen wurden teilweise deutlich überarbeitet und auf das neue 64-Bit-System angepasst, das ja unter anderem auch auf dem iPhone 5S läuft. 

Wer aus welchem Grund auch immer sein Betriebssystem nicht updaten möchte oder kann, bekommt jetzt auch die Chance, ältere Versionen von Apps herunterzuladen, bei denen sich die Systemvoraussetzungen für die aktuellen Versionen soweit geändert haben, dass sie das neue OS X Mavericks brauchen.

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Von Klaus Ahrens
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