09.05.2014, 13:44 Uhr | 0 |

Milliarden-Deal Apple will den Kopfhörer-Produzenten und Musikanbieter Beats übernehmen

Der mächtige amerikanische Apple-Konzern ist auf Einkaufstour. Nach 24 kleinen Aufkäufen innerhalb von 18 Monaten geht es nun um Größeres. Apple will den Kopfhörer-Produzenten und Musikanbieter Beats für umgerechnet 2,3 Milliarden Euro aufkaufen.

Das Model Sarah Knappik posiert mit Kopfhörern der Marke "Beats by Dr. Dre".
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Das Model Sarah Knappik posiert mit Kopfhörern der Marke "Beats by Dr. Dre". Apple will den Kopfhörer-Produzenten und Musikanbieter Beats für umgerechnet 2,3 Milliarden Euro übernehmen. 

Foto: dpa/Florian Schuh

Die beiden Unternehmen, Apple und Beats, schweigen sich bisher zu diesen Absichten aus. Dafür aber berichten hochkarätige Medien wie das amerikanische “Wall Street Journal” und die gleichfalls amerikanische Nachrichtenagentur Bloomberg eingehend über die sich abzeichnende Transaktion. Der wesentliche Verkäufer dürfte Carlyle sein, ein amerikanisches so genanntes Private Equity-Unternehmen, das die Kapitalmehrheit von Beats hält. Carlyle hatte diese Mehrheit im September vergangenen Jahres von dem taiwanesischen Smartphone-Hersteller HTC gekauft, der sie 2011 für 300 Millionen Dollar erworben hatte. Die Übernahme brachte nicht den gewünschten geschäftlichen Erfolg, so dass HTC schließlich zermürbt Beats abstieß. Umso höher dürfte der Gewinn von Carlyle aus dem sich schon für die kommende Woche abzeichnenden Verkauf an Apple ausfallen.

Apple will in das Geschäft mit Abo-Musikdiensten eindringen

Die farbenfrohen Kopfhörer von Beats sind für Apple attraktiv – auch wenn der Konzern schon mit eigenen Kopfhörern, den “Earpods”, am Markt ist. Wichtiger aber für Apple scheint die Möglichkeit zu sein, über Beats in das Abo-Geschäft mit Musikdiensten einsteigen zu können. Auf diesem Markt dominiert bisher das schwedische Unternehmen Spotify. Die Zuwachsraten solcher Abo-Dienste, bei denen der Kunde eine monatliche Gebühr zahlt und sich dann beliebig Musik herunterladen kann, sind enorm. Trotzdem ist das Abo-Geschäft bislang noch nicht so groß wie das CD-Musikgeschäft oder das herkömmliche Musik-Herunterladen aus dem Internet ohne festes Abo sondern mit Bezahlung der einzelnen Transaktion.

Rapper Dr. Dre zählt zu den Gründern von Beats

Die Tatsache, dass Beats vor einiger Zeit in den Abo-Musikmarkt vorgestoßen ist, kann bei der Geschichte des Unternehmens kaum verwundern. Immerhin gehört der Hip-Hop-Star Dr. Dre zu den Mitbegründern von Beats. In der Firmengeschichte von Beats gibt es auch schon frühe Kontakte zu Apple, vor allem durch den ebenfalls der Musik verbundenen Jimmy Jovine, der mit dem verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs befreundet war. Wenn die geplante Transaktion tatsächlich über die Bühne geht, dürfte Jovine in den Vorstand von Beats einziehen. 

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Von Peter Odrich
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