30.11.2015, 15:15 Uhr | 0 |

Schafft 24 km Amazon stellt neue Lieferdrohne vor

Amazon hat ein neues Modell seiner Lieferdrohne vorgestellt. Es sieht komplett anders aus als der Vorgänger, hält sich anders in der Luft und hat eine längere Reichweite. Damit will der Internetriese im Wettrennen um den regulären Beginn der autonomen Luftzustellung weiteren Boden gutmachen. 

Amazon Drohne
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Amazon hat seinen neuen Prototypen für eine Lieferdrohne vorgestellt. Wesentliche Änderung: Das Fluggerät startet senkrecht und geht erst in 120 m in den Horizontalflug über. 

Foto: Amazon/dpa

Bereits im Frühjahr 2013 hatte Amazon angekündigt, in einigen Jahren Pakete mithilfe von Flugdrohnen ausliefern zu wollen. Mit der Vorstellung einer zweiten Version des Fluggeräts soll der Traum von der Zustellung innerhalb 30 Minuten nach Bestellung nun ein bisschen näher rücken.

Ein Video des Konzerns zeigt den fiktiven Fall, in welchem ein Mädchen kurz vor einem wichtigen Match feststellt, dass die heimische Bulldogge ihren linken Fußballschuh mit einem Kauknochen verwechselt hat. Kurzerhand bestellt die Mutter per Tablet ein neues Paar, das im Lager umgehend in die Drohne verfrachtet wird und wenige Minuten später im Garten der Familie landet.

Die hauptsächliche Neuerung liegt im Hybrid-Design der Drohne, die als Senkrechtstarter konzipiert ist und bei Erreichen der Reisehöhe von etwa 120 m in den Horizontalflug übergeht – angetrieben von einem Heckrotor und getragen von mehreren Flügeln.

Bei der ersten Version der Drohne handelte es sich hingegen um einen Octacopter. Während dieser etwa 16 km weit fliegen konnte, ohne aufgeladen zu werden, soll der Nachfolger es auf immerhin 24 km schaffen. Im Video wird auch die Fähigkeit der Drohne erwähnt, dank ausgefeilter Sensortechnik anderen Fortbewegungsmitteln am Himmel ausweichen zu können. Im gezeigten Beispiel handelt es sich um einen Heißluftballon – also um ein Flugtransportmittel, das nicht unbedingt für seine Schnelligkeit und Agilität bekannt ist... 

Konkurrenz beflügelt

In Zukunft soll es eine ganze Familie von Amazon-Drohnen geben, heißt es in dem Video – in unterschiedlichen Bauarten, abhängig einerseits von Größe und Gewicht des zu transportierenden Guts, aber auch von der Umgebung auf der Flugstrecke und des Zielorts. Erst in diesem Jahr hat Amazon von der amerikanischen Flugaufsicht FAA eine vorläufige Genehmigung für den Betrieb unbemannter Flugdrohnen ausschließlich für Forschungszwecke erhalten. Dennoch hofft der Online-Händler, dass der Dienst namens Prime Air bereits in wenigen Jahren regulär angeboten werden kann.

Der Zeitdruck, dem sich die konkurrierenden Big Player in Sachen autonomer Luftzustellung gegenseitig aussetzen, erinnert mitunter an das einstige Wettrennen um den ersten Mondbesuch. Auch Google hat bereits angekündigt, 2017 päckchenbestückte Drohnen in die Lüfte zu schicken. Ebenfalls testet die Schweizer Post die Zustellung per Drohne sowie der chinesische Online-Händler Alibaba

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Von Jan-Martin Altgeld
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