31.01.2014, 11:58 Uhr | 0 |

Kindle-Tablet mit Kartenleser Amazon plant digitales Bezahlsystem für Ladeneinkäufe

Mit dem Smartphone im Laden bezahlen: An dieser Technik feilt derzeit der Online-Handelsriese Amazon. Händler könnten dafür ihre Kasse um ein Kindle-Tablet mit Kartenleser erweitern. 

Amazon plant ein digitales Bezahlsystem für Ladeneinkäufe
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Amazon fokussiert zunächst kleine Händler: Sie scheinen eher bereit, ihr Kassensystem um eine Schnittstelle zum Smartphone zu erweitern. Der Kunde soll dann mit einer entsprechenden App über sein Amazon-Konto bezahlen können. 

Foto: Sparkassenverlag/Camille Chauvel

Der Online-Handelsriese Amazon will offenbar ein eigenes Bezahlsystem auf den Markt bringen, das in Läden zum Einsatz kommen soll. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Insider. Ein mögliches Szenario wäre demnach, dass Händler ein modifiziertes Kindle-Tablet mit Kartenleser erhalten, um damit Bezahlvorgänge abzuwickeln. Gleichzeitig könnte auch eine digitale Brieftasche für das Smartphone zum Einsatz kommen, mit der Nutzer ihre Kreditkarten verwalten können.

Amazon nimmt kleinere Händler in den Fokus

Amazon habe im vergangenen Jahr entsprechendes Know-how eingekauft, um das Projekt schnell voranzubringen. Dabei soll der Online-Handelsriese vor allem kleinere Händler im Auge haben, da die Großen oft komplexe Kassensysteme verwenden, die sie kaum zugunsten neuer Systeme aufgegeben würden.

Konkurrenz machen würde Amazon damit zahlreichen Mobile-Payment-Startups wie iZettle und den Allianzen aus Kreditkartenfirmen und Telekom-Konzernen, die verstärkt versuchen, ihre Systeme an die Kassen zu bringen.

Und auch der Online-Bezahldienst Paypal experimentiert damit, seine Leistungen im Ladengeschäft nutzbar zu machen: So testet das Unternehmen unter anderem in Berlin seit November 2013 Zahlungen in Gastronomie und Handel via Paypal-Konto. Shopping per QR-Code bietet die Ebay-Tochter bereits seit vergangenem September in Oldenburg an.

Amazon will Paypal bei der Online-Zahlung Konkurrenz machen

Das Blog Tech-Crunch geht zudem davon aus, dass Amazons Bezahlsystem auch cloudbasierte Zahlungen von Nutzer zu Nutzer ermöglichen soll. Das soll sowohl über Mobilgeräte wie auch den Desktop-Rechner funktionieren. Konkrete Details nennt der Bericht dazu aber nicht.

Hiermit würde Amazon direkt in Paypals Revier wildern. Als großes Pfund für den Weg ins Paymentgeschäft kann Amazon laut Wall Street Journal dabei Kreditkarten- und Kontodaten von rund 230 Millionen Kunden weltweit vorweisen – Paypal soll im Vergleich dazu nur über 142,6 Millionen verfügen.

Im Sommer dieses Jahres könnte Amazons Vorstoß reif für den Markt sein, heißt es beim Wall Street Journal– allerdings sei noch vieles in der Schwebe. Eine eigene virtuelle Währung, die Amazon Coins, hat das Unternehmen bereits im Mai 2013 eingeführt. Seit November 2013 können damit auch in Deutschland Kindle Nutzer in Amazons App-Store bezahlen.

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Von Klaus Ahrens
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