14.07.2014, 11:08 Uhr | 0 |

Geplante Feldversuche in den USA Amazon beantragt Fluggenehmigung für Paketdrohnen

Amazon macht ernst: Der Versandhändler hat jetzt eine Fluggenehmigung für Drohnen beantragt, um seine geplanten Paket-Lieferungen mittels unbemanntem Flugobjekt auch in den USA testen zu dürfen. Bislang stellen sich die US-Behörden aber noch quer. 

Amazons Drohne Prime Air
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Amazon will seine Drohne in den USA auch außerhalb seines Forschungsgeländes testen. Von den US-Behörden wird es aber vorerst keine Fluggenehmigung dafür geben.

Foto: Amazon

Die sogenannte „letzte Meile“ in der Paketzustellung, der letzte Abschnitt vor Auslieferung an den Kunden, ist heftig umkämpft. Der Online-Versandhändler Amazon plant, das Ganze jetzt einfach zu überspringen – oder vielmehr zu überfliegen. Das amerikanische Unternehmen mit Sitz in Seattle hat beantragt, einen Feldversuch zum Betrieb von zivilen Drohnen für die Kundenbelieferung ausweiten zu dürfen. Ein entsprechendes Schreiben hat die US-Flugaufsicht vor kurzem auf einer Regierungs-Website veröffentlicht.

Die Luftfracht darf bis zu 2,3 Kilo wiegen

Die Idee, Besteller von leichten Sendungen per Drohne und damit schneller zu beliefern, hatte Amazon-Gründer Jeff Bezos Ende 2013 vorgestellt. Dafür will Amazon unbemannte Fluggeräte einsetzen, die eine Geschwindigkeit von bis zu 80 Kilometer pro Stunde erreichen und etwa 27 Kilo wiegen: etwas mehr als derzeit erhältliche zivile Drohnen. Sie seien in der Lage, Pakete von bis zu 2,3 Kilo zu tragen – das betreffe etwa 86 Prozent aller Sendungen, die die Lagerhäuser des Versandhändlers verlassen, heißt es in dem Schreiben von Amazon.

Bisher testet Amazon die Drohnen lediglich auf dem Gelände eines firmeneigenen Forschungslabors in Seattle sowie in anderen Ländern, die liberaler mit Überflugsgenehmigungen umgehen als die USA. Derzeit sieht es so aus, als werde es dabei auch noch ein wenig länger bleiben: Bis ein Regelwerk für den zivilen Drohnenverkehr fertig ausgearbeitet ist, hat die US-Flugaufsicht Federal Aviation Administration (FAA) den zivilen Betrieb von Drohnen pauschal verboten. Daher könne ein Projekt wie das von Amazon geplante zumindest vorläufig nicht genehmigt werden.

Der Versandhändler argumentiert mit Arbeitsplätzen in den USA

Der Versandhändler will sich damit natürlich nicht abfinden und verweist wenig subtil auf die Tests im Ausland. Gerne, so heißt es in dem Brief, wolle man den Schwerpunkt der Arbeit und die damit verbundenen Investitionen und Arbeitsplätze aber in der Heimat behalten und die Forschung und Entwicklung im Raum Seattle weiterführen.

Und auch die Deutsche Post DHL will sich die Butter nicht vom Brot nehmen und die Auslieferung nicht streitig machen lassen: Die Bonner experimentieren ebenfalls bereits mit Paketlieferungen durch die Luft. Bisher finden die Tests noch in kleinem Rahmen in der Firmenzentrale statt. 

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Von Judith Bexten
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