11.12.2014, 13:03 Uhr | 0 |

Probleme auch mit A 350 Airbus prüft die Einstellung der Produktion des A 380

Dem doppelstöckigen Riesenflieger A 380 droht das Aus: Bisher eingegangene 318 Bestellungen reichen nicht aus, um die Produktion des A 380 auf Dauer profitabel aufrechtzuerhalten. Der Flugzeughersteller erwägt, die Produktion einzustellen. Probleme gibt es auch beim A 350.

Airbus A 380
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Airbus A 380 auf der Farnborough International Airshow: Der Flugzeughersteller prüft, ob er die Produktion des größten Passagierflugzeuges der Welt 2018 einstellen soll.

Foto: P. Masclet/Airbus

Die Zahl der Bestellungen für das weltgrößte Passagierflugzeug Airbus A 380 liegen deutlich unter den Prognosen des Airbus-Konzerns. Nur ein Viertel der prognostizierten Aufträge sind bisher eingegangen. Mit 318 Bestellungen ist die Nachfrage zu gering, um dauerhaft in die Gewinnzone zu kommen. Wenn sich die Auftragslage nicht rapide verbessert, erwägt Airbus den Produktionsstopp des weltweit größten Langstreckenflugzeuges.

Größter Kunde ist Emirates Airline

Größter Kunde beim A 380 ist die Fluggesellschaft Emirates, die allein 140 Maschinen bestellt hat. Davon sind 55 ausgeliefert.

Alternativ zum Produktionsstopp könnte Airbus noch einmal Geld in die Hand nehmen und das Flugzeug modernisieren. Vor allem neue, sparsamere Triebwerke stehen zur Debatte. Diese fordert zum Beispiel schon seit zwei Jahren Emirates-Chef Tim Clark.

„Ob wir den A 380 modernisieren oder nicht, werden wir von wirtschaftlichen Gesichtspunkten abhängig machen und nicht zulassen, dass das unseren Gewinn belastet", sagte Konzernchef Thomas Enders vor Anlegern in London.

Doch die Umsetzung ist nicht einfach. Nur einer der drei großen Triebwerkshersteller, Rolls-Royce, zeigt Interesse an der Entwicklung neuer Triebwerke. General Electric und Pratt & Whitney hingegen wollen an der Entwicklung mitwirken, die mehrere Jahre dauert und noch einmal Kosten in Milliardenhöhe bedeutet.

Immerhin hofft Airbus, ab dem kommenden Jahr erstmals einen kleinen Gewinn mit dem A 380 erzielen zu können. Airbus-Finanzchef Harald Wilhelm geht davon aus, dass in den Jahren 2015 bis 2017 die Nachfrage aufgrund des ansteigenden Weltluftverkehrs wachsen wird.

Doch ab dem Jahr 2018 werde die Produktion voraussichtlich nicht mehr profitabel sein, fürchtet Airbus. Forschung und Entwicklung des Großraumflugzeuges, die immer wieder mit Problemen zu kämpfen hatte wie undichten Türen, einem Wasserrohrbruch oder zu viel Gewicht, haben inzwischen mehr als 20 Milliarden Euro gekostet.

Auch Probleme mit dem A350

Probleme hat Airbus auch mit dem A 350. Nur drei Tage vor der geplanten Auslieferung am kommenden Samstag an den Erstkunden Qatar Airways kündigte die Fluggesellschaft an, das Flugzeug nicht wie geplant abzunehmen. „Die Übergabezeremonie wurde auf unbestimmte Zeit verschoben", teilte Qatar Airways mit, ohne Gründe anzugeben.

"Die A350 ist bereit für die Auslieferung", sagte Airbus-Chef Enders in London. Er hofft, dass die Erstauslieferung in Kürze nachgeholt werden kann. Trotzdem sackte der Airbus-Aktienkurs bis zum Mittwochabend um zehn Prozent ab und hat am Donnerstag noch einmal leicht nachgegeben.

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Von Petra Funk
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