22.03.2013, 12:46 Uhr | 0 |

Jahresbilanz Deutsche Bahn 49 Millionen Fahrgäste mehr

Für die Deutsche Bahn war 2012 ein Rekordjahr. Umsatz, Gewinn und die Zahl der Fahrgäste sind gestiegen. Hinzu kommen 11.000 neue Mitarbeiter in Deutschland. Das verkündete Konzernchef Rüdiger Grube am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanzen in Berlin.

Bahnchef Rüdiger Grube posiert neben einer Modellbahn.
Á

Bahnchef Rüdiger Grube posiert am 21. März 2013 auf einer Pressekonferenz in Berlin neben einer Modellbahn. Die Deutsche Bahn gab die Jahreszahlen 2012 bekannt.

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Bahnchef Grube und Finanzvorstand Richard Lutz sehen die Deutsche Bahn damit „auf dem richtigen Weg“. Die Umsätze stiegen 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent auf 39,3 Milliarden Euro. Der Gewinn erhöhte sich um elf Prozent auf 1,48 Milliarden Euro und die Zahl der Bahnreisenden stieg um 49 Millionen auf einen Rekordwert von 1,97 Milliarden. Im gleichen Zeitraum, so Grube, sei die Anzahl der innerdeutschen Flugreisenden um 3,8 Prozent und die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland um 2,9 Prozent zurückgegangen. „Der Gewinner ist dagegen das Verkehrsmittel Schiene mit einem Wachstum von vier Prozent.“ Außerdem habe die Bahn im vergangenen Jahr in Deutschland rund 11.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Grube: „Das war die höchste Zahl von Neueinstellungen seit zehn Jahren.“ Auch die Pünktlichkeit im Personenverkehr habe sich von 92,9 auf 94,6 Prozent der Züge verbessert.

Bahn wird keine Schulden abbauen können

Im Bereich Transport und Logistik mussten Grube und Lutz das zuvor rosig gezeichnete Bild allerdings in etwas anderen Farben darstellen. Als Folge der schwachen Konjunktur seien die Verkehrsleistungen im Schienengüterverkehr um 5,4 Prozent auf 105,9 Milliarden Tonnenkilometer gesunken. Bei DB Schenker Logistics ging die Zahl der Sendungen im Jahresverlauf um 0,5 Prozent zurück, das Luftfrachtvolumen sank um 4,7 Prozent. Dagegen stieg das Seefrachtvolumen um 8,1 Prozent. 

Finanzvorstand Lutz räumte ein, der Schuldenabbau der Bahn werde auch in diesem Jahr nicht gelingen. Bis Ende 2013 würden die Finanzschulden netto um weitere 400 Millionen auf dann 17 Milliarden Euro steigen. Allein bei Stuttgart 21 erhöhe der Konzern den Eigenbeitrag wegen hoher Mehrkosten um zwei Milliarden Euro. Für das laufende Jahr peilt Lutz 41 Milliarden Euro Umsatz und mindestens 2,8 Milliarden Euro Vorsteuergewinn an. 2013 werde schwierig, aber man sei „trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfeldes verhalten optimistisch“.

Weiterhin hohe staatliche Zuschüsse

Der Bahneigentümer Bund verlangt seit einem Jahr eine Rendite. Für 2011 lag sie bei 525 Millionen Euro, für 2012 soll sie ähnlich hoch sein. Der Dividende an den Bund steht allerdings ein Vielfaches an staatlichen Zuschüssen für die Bahn gegenüber. So wird der unwirtschaftliche öffentliche Regionalverkehr auf der Schiene bundesweit jedes Jahr mit rund sieben Milliarden Euro bezuschusst. Auch von den 50 Milliarden Euro, die die Deutsche Bahn in den nächsten fünf Jahren investieren will, kommt etwa die Hälfte vom Eigentümer Bund. Rund vier Milliarden Euro fließen aus der Staatskasse jährlich allein für den Erhalt und Ausbau des 34.000 Kilometer langen Gleisnetzes und der 5.700 Bahnhöfe.

Anzeige
Von Gudrun von Schoenebeck
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden