21.03.2013, 11:52 Uhr | 0 |

Positive Prognose für 2014 Die deutsche Konjunktur kommt wieder in Fahrt

Der deutschen Wirtschaft dürfte es nach der Konjunkturdelle von 2012 bald wieder besser gehen. Das sagen zumindest die Experten und korrigieren ihre bisherigen Prognosen nach oben. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) sieht für 2013 ein Wachstum von 0,6 Prozent und für 2014 sogar von 2,1 Prozent.

Das RWI prognostiziert für 2014 ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent und erwartet im nächsten Jahr auch wieder Impulse aus dem Außenhandel.
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Das RWI prognostiziert für 2014 ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent und erwartet im nächsten Jahr auch wieder Impulse aus dem Außenhandel.

Foto: Christian Charisius/dpa

Noch im vierten Quartal des vergangenen Jahres sah es für die deutsche und die internationale Konjunktur alles andere als rosig aus. Das Weltsozialprodukt expandierte mit der geringsten Rate seit der Rezession 2008/2009. In den USA stagnierte das Bruttoinlandsprodukt (BIP), in Japan schrumpfte es nach einem Einbruch im dritten Quartal nochmals leicht und im Euro-Raum verstärkte sich sein Rückgang. Erst gegen Ende des Jahres gab es Anzeichen für eine positive Veränderung des deutschen Konjunkturklimas. Der ifo Geschäftsklimaindex, der monatlich 7.000 Unternehmen nach ihrer aktuellen Geschäftslage und nach ihren Erwartungen für das kommende halbe Jahr befragt, begann sich langsam zu erholen. Seither steigt der Frühindikator stetig, von seinem Tiefpunkt im Oktober 2012 mit 100,1 Punkten auf 107,4 Punkte im Februar 2013. Das sei das stärkste Plus seit Juli 2010, berichtet das ifo Institut und sieht einen sich ausbreitenden Optimismus in der deutschen Wirtschaft.

RWI sieht vor allem robuste Inlandsnachfrage im laufenden Jahr

Nun stimmt auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in die positiven Erwartungen ein. Das RWI hob seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr von Ende 2012 geschätzten 0,3 auf 0,6 Prozent an. 2014 seien 2,1 Prozent Wachstum und ein Rückgang der Arbeitslosenquote zu erwarten. In diesem Jahr trage vor allem eine robuste Inlandsnachfrage die Wirtschaftsentwicklung, 2014 seien zusätzlich wieder Impulse aus dem Außenhandel zu erwarten. Auch die weltwirtschaftliche Konjunktur werde 2014 leicht an Fahrt gewinnen. Das werde sich positiv auf die Exporte und Investitionen auswirken.

Für den Arbeitsmarkt prognostiziert das RWI ebenfalls eine gute Entwicklung. Die Arbeitslosenquote dürfte demnach in diesem Jahr bei 6,8 Prozent bleiben und im kommenden Jahr auf 6,4 Prozent sinken. Die Inflation, so das RWI weiter, werde zwar moderat bleiben, sich aber im Laufe des nächsten Jahres erhöhen. Ein Grund dafür sei der deutliche Anstieg der Immobilienpreise, der sich vermehrt auf die Mieten auswirken werde. Für die Verbraucherpreise sagt das RWI in diesem Jahr einen Anstieg um 1,6 Prozent und 2,0 Prozent für das kommende Jahr voraus.

International nur langsame Konjunkturbelebung 

Die Lage der öffentlichen Haushalte werde sich, nachdem 2012 ein Überschuss erzielt worden war, im laufenden Jahr leicht verschlechtern. Zum einen, so das RWI, wurde der Konsolidierungskurs gelockert, zum anderen führe die schwächere Konjunktur zu geringeren Einnahmen bei den gewinnabhängigen Steuern. Voraussichtlich werde der Staat 2013 ein Budgetdefizit von sechs Milliarden Euro, bzw. 0,2 Prozent des BIP aufweisen. Im nächsten Jahr sei infolge der konjunkturellen Erholung mit einem Überschuss von zehn Milliarden Euro zu rechnen, vorausgesetzt die neue Bundesregierung schwenke zurück auf den Konsolidierungskurs.

Für die internationale Konjunktur sieht das RWI nur eine langsame Belebung in diesem und im nächsten Jahr. Alles in allem könne das Weltsozialprodukt im Durchschnitt des Jahres 2013 um 3,1 Prozent ausgeweitet werden, das wäre nur wenig mehr als 2012. Im kommenden Jahr dürfte sich der Anstieg auf 3,7 Prozent erhöhen, was immer noch unter dem langfristigen Durchschnitt liege.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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