22.10.2013, 09:29 Uhr | 0 |

250 000 neue Jobs DIHK erwartet kommendes Jahr kräftiges Wachstum von 1,7 %

Die deutsche Wirtschaft wächst derzeit stärker als von Experten vorhergesagt: 28 000 vom DIHK befragte Unternehmen erwarten für 2014 ein Wachstum von 1,7 Prozent und 250 000 zusätzliche Jobs. Auch die Bundesregierung freut sich über unerwartet hohe Steuereinnahmen.

Arbeiter in einem Stahlelement für den Mast einer Windkraftanlage
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Ein Schweißer der Chemie- und Tankanlagenbau Reuther im brandenburgischen Fürstenwalde in einem Stahlsegment für den Mast einer Windenergieanlage: Die Auftragsbücher vieler Industriezweige in Deutschland sind gut gefüllt. Der DIHK rechnet 2014 mit einem Wachstum von 1,7 Prozent und 250 000 neuen Jobs.

Foto: Patrick Pleul/dpa

„Die Wirtschaft schaltet hoch“, fasste DIHK-Geschäftsführer Dr. Martin Wansleben die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage am Montag in Berlin zusammen. Mehr als 28 000 Unternehmen hatte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zu ihren Geschäftsaussichten befragt hatte. Die Ergebnisse sind erfreulich. Die Unternehmen rechnen für das laufende Jahr mit einem Wachstum von mindestens 0,3 Prozent, für 2014 mit einem erneuten Aufschwung von 1,7 Prozent.

87 % der Unternehmen erwarten gute Geschäfte

87 Prozent der befragten Unternehmen erwarten bessere oder gleich bleibende Geschäfte. Damit ist der Optimismus weiter gewachsen: Im Frühsommer erwarteten 84 Prozent der Unternehmen bessere oder gleich bleibende Geschäfte, zu Jahresbeginn 82 Prozent.

Besonders günstig sehe es derzeit für die Exportindustrie aus: „Dazu trägt die Beruhigung der Eurostaatsschuldenkrise ebenso bei wie die allmählich anziehende Konjunktur außerhalb Europas“, erklärt Wansleben. Zu den Gewinnern zählte vor allem der Kraftfahrzeugbau.

Die Auftragslage insgesamt sei so vielversprechend, dass 90 Prozent der befragten Unternehmen ihren Personalstand aufstocken oder zumindest halten und neue Investitionen tätigen wollen. Der DIHK rechnet im kommenden Jahr mit 250 000 neuen Arbeitsplätzen. Das wäre das neunte Jahr hintereinander, dass die Industrieunternehmen mehr Jobs auf- als abbauen.

Und auch der Einzelhandel freut sich: Denn in Anbetracht des guten Konsumklimas in Deutschland dürfte das Weihnachtsgeschäft dieses Jahr ausgesprochen stark ausfallen.

Steuereinnahmen stiegen im September um knapp 8 %

Freuen dürfte sich über die gute Konjunktur auch die deutsche Bundesregierung. Denn die Steuereinnahmen steigen aufgrund der besseren Konjunktur weiter. Im September 2013 sind die Steuereinnahmen im Vorjahresvergleich um 7,8 Prozent auf 54,7 Milliarden Euro gestiegen. Dieses Ergebnis sei laut Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums vorrangig zurückzuführen auf den Zuwachs von Lohn-, Einkommens- und Körperschaftssteuer.

Die aktuelle Konjunkturumfrage zeigt allerdings auch Schattenseiten der derzeitigen Wirtschaftslage. So klagen immer mehr Betriebe über den Fachkräftemangel, der sich zum Geschäftsrisiko entwickelt. „Mehr als jedes dritte Unternehmen zeigt sich hierdurch bereits in den kommenden Monaten beeinträchtigt“, zeigt sich Wansleben besorgt. „Insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie IT werden Fachkräfte händeringend gesucht.“

Zu einem Konjunkturrisiko entwickeln sich auch die steigenden Energiepreise. Wansleben: „49 Prozent der Unternehmen machen sich diesbezüglich Sorgen, in der Industrie sind es sogar 61 Prozent.“ Schon jetzt nehme die Bereitschaft zur Standortverlagerung zu. „Energie ist in Deutschland zu teuer, gerade im Vergleich zu anderen Standorten. Das unterstreicht den Handlungsdruck bei der Energiewende.“

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Von Patrick Schroeder
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